Die Leonhardifahrt in Lenggries am Sonntag war zwar nicht so groß wie die bekannte Wallfahrt in Tölz vergangene Woche - aber genauso stimmungsvoll.
Lenggries – Klein, aber fein könnte man den Lenggrieser „Lehards“ nennen. Eigentlich wird dort die Verehrung des Viehpatrons St. Leonhard ja alljährlich mit einem Leonhardiritt zur Dionys-Kapelle auf Schloss Hohenburg begangen. Heuer aber wollte man etwas mehr daraus machen.
So wie vor zehn Jahren, als in Lenggries gerade um diese Jahreszeit die Gemeindemission stattfand und die Bürger dazu ein besonderes Zeichen setzen wollten, indem sie zusätzlich zu den Reitern und dem üblichen Wagen mit Pfarrer und Ministranten noch einige weitere Leonhardi-Gespanne zusammenstellten.
Pfarrer Josef Kraller nach Krankheit wieder im Einsatz
Nach diesem Vorbild formierte sich am Sonntag gegen halb neun Uhr am Kirchplatz der Wallfahrtszug, voran drei Reiter mit der Standarte, um sich schließlich in Richtung Hohenburg in Bewegung zu setzen. Vor der Einfahrt in den Schloss-Innenhof gab es den ersten Segen von Pfarrer Josef Kraller, der nach längerer Krankheit wieder sein geistliches Amt ausüben konnte.
Lesen Sie auch: Leonhardifahrt Bad Tölz: Nach Pferdetod meldet sich Landratsamt zu Wort
Während Pferde und Wagen auf den befestigten Plätzen des Schlosshofes und die Reiter auf einer angrenzenden Wiese in Ruhe ausharrten, feierten neben den Wagen-Insassen auch viele Zuschauer den Gottesdienst mit. Kraller rief die Menschen auf, an Gott zu glauben und zu vertrauen. „Am Ende des Lebens gibt es keine Versicherung mehr. Aber da gibt es eine andere Sicherheit: Nämlich die Sicherheit, dass wir einmal Gott schauen dürfen. Er will, dass wir offene Herzen und offene Ohren haben.“ Die Lenggrieser Musikkapelle verlieh der Messe mit festlichen Weisen einen stimmungsvollen Rahmen.
Leonhardi in Lenggries: Die Bilder der Fahrt




Nach der Pferdesegnung, verbunden mit der Bitte um Schutz vor Krankheit und Gefahr, machten sich die Teilnehmer bereit zur Rückfahrt: Ministranten, Musikkapelle, Gebirgsschützen, Bauern- und Handwerkerverein, Landjugend, Miedermadln und Frauen im Kircheng’wand nahmen auf ihren Wagen Platz, um zum Ausgangspunkt der Wallfahrt zurückzukehren. Dabei hatten die Zuschauer noch einmal Gelegenheit, sich an den mit viel Herzblut geschmückten Rössern und Wagen zu erfreuen.
Viel Aufmerksamkeit für kleines Pony
Viel Aufmerksamkeit bekam vor allem seitens der jungen Besucher ein kleines Pony, das brav ein Wägelchen mit zwei Kindern zog. Stattlich war zudem die Zahl der Reiter, die den hinteren Teil des Zuges bildeten. Den Schlusssegen erteilte Pfarrer Kraller den Vorüberziehenden im Ort nahe des Kriegerdenkmals. Von da aus ging es dann zum Alpenfestsaal, wo die Pferde ausgespannt wurden. Auf Fahrer und Reiter warteten nun nach der geistlichen Stärkung für die Seele Speis und Trank für das leibliche Wohl.
Rosi Bauer
Auch interessant: Leonhardi-Attacke: Zeugen haben Schläger von bewusstlosem Opfer weggezogen - Warum schweigen sie jetzt?