Parkdeck für 100 Autos an der Krumpperstraße

Letzte Runde in Sachen Parkhaus-Bau

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Blick auf das Stadtwerke-Areal – das aktuell als Parkplatz genutzt wird (Bildmitte) – sowie die Nachbarbebauung an Krumpperstraße (unten) und B 2 (links). Pläne liegen bis zum 12. September aus
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Das Projekt „Parkhaus Krumpperstraße“ scheint in trockenen Tüchern zu sein. Nachdem nun alle nötigen Gutachten vorliegen, läuft die wohl letzte Runde der Bauleitplanung.

Weilheim – Fünf Jahre sind es mittlerweile, die sich Weilheims Stadtrat intensiv mit dem Neubauvorhaben der Stadtwerke auf deren teuer saniertem Grundstück an der Krumpperstraße beschäftigt. Bekanntlich sollen dort 14 Fahrzeuggaragen für Feuerwehr und Rotes Kreuz, darüber zwei Parkdecks für insgesamt 100 Autos von Dauerparkern (vor allem Beschäftigte naher Behörden und Betriebe) sowie eine Heizzentrale entstehen. Baukosten von rund drei Millionen Euro hat das Kommunalunternehmen zuletzt für das ca. 80 Meter lange Gebäude veranschlagt.

Pläne liegen bis zum 12. September aus

Mit dem Blockheizkraftwerk, das unter der Zufahrtsrampe auf der Westseite des Parkhauses vorgesehen ist, startet der Aufbau eines Fernwärmenetzes in Weilheim. Diese Nutzung kam im Laufe der Jahre zum Projekt „Parkhaus Krumpperstraße“ hinzu. Überhaupt wurde die Planung mehrmals modifiziert und nach Ansicht vieler Stadtratsmitglieder auch verbessert: Das begann – nach massiver Kritik von Anwohnern und Behörden – mit einer Reduzierung um eine Etage. Die ursprünglich geplante Höhe von 15,50 Metern wurde auf 12,50 abgespeckt; zur Nachbarbebauung an der B 2 soll die Wandhöhe jetzt 11,75 Meter betragen. Auch die Fassaden- und Dachgestaltung wurden nach und nach optimiert.

Nach Ansicht des Arbeitskreises „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ der Weilheimer Agenda 21 ist das Parkhaus aber auch damit zu groß an dieser Stelle. Das Stadtbild werde dadurch „empfindlich und irreversibel gestört werden“, schrieb der AK in seiner jüngsten Stellungnahme zum Bebauungsplan. „Mit seiner Baumasse von fast 21 000 Kubikmetern“ sei das geplante Parkhaus etwa 70 Prozent größer als das „in der Bevölkerung gestalterisch umstrittene Gebäude Pütrichstraße 9-11“ (in dem sich der „Biomichl“ befindet) und fast viermal so groß wie „das stadtbildprägende Wasserwirtschaftsamt“ an der B 2. „Mit einem analogen oder zumindest virtuellen Massenmodell hätte dieses Missverhältnis frühzeitig erkannt werden können“, moniert der Agenda-AK, der fürs Stadtwerke-Projekt statt oberirdischer Parkdecks stets eine Tiefgaragenlösung forderte.

Heizzentrale kann nicht verschoben werden

Das vorgesehene Parkhaus sei „nach wie vor zu breit und zu hoch“, befand in der jüngsten Stadtratssitzung auch Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“) und schloss sich dem Agenda-Schreiben an. Doch geändert wird wohl nichts mehr an der Planung. Nach Abwägung der in der jüngsten Runde eingegangenen Einwendungen und Anregungen segnete der Stadtrat den Bebauungsplan-Entwurf erneut ab – gegen die Stimmen von Klinkicht sowie Brigitte Gronau (Grüne). Letztere fragte, ob die Heizzentrale noch anders situiert werden könne als auf der Westseite, wo es direkte Anwohner gibt. Das werde noch geprüft, antwortete Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung. Doch eine Verschiebung sei kaum möglich, weil auf der Ostseite der Hof der Feuerwehr liegt, der keinesfalls beeinträchtigt werden dürfe.

Wenngleich es im Bebauungsplan keine nennenswerten Änderungen mehr gibt, muss dieser ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden. Denn zuletzt fehlten noch Unterlagen, die das Landratsamt und das Wasserwirtschaftsamt zur „Verträglichkeit der geplanten Heizzentrale mit der Umgebung“ und zur Beseitigung von Niederschlagswasser gefordert hatten. Nun liegen laut Stadtbauamt alle nötigen Unterlagen und Gutachten vor. Vom 16. August bis 12. September können sie eingesehen werden – online unter www.weilheim.de oder nach Terminvereinbarung direkt im Rathaus.

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