VonCarl-Christian Eickschließen
„Earth Night“ in Wolfratshausen, am 23. September soll alles Kunstlicht erlöschen. In den Augen von Grünen-Stadtrat Rudi Seibt tut die Kommune zu wenig gegen die Lichtverschmutzung.
Wolfratshausen – Zum dritten Mal rufen die „Paten der Nacht“, eine deutschlandweit tätige Initiative, zur Beteiligung an der „Earth Night“ auf: Am Freitag, 23. September, soll ab 22 Uhr sämtliches Kunstlicht ausgeschaltet werden. Ziel ist es, auf die laut den „Paten der Nacht“ exzessive Nutzung von nächtlichem Kunstlicht und die daraus resultierenden Folgen für Mensch, Umwelt und Natur aufmerksam zu machen. Die Stadt Wolfratshausen will die Aktion in ihren sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram bewerben – zudem appelliert Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) an die Gewerbetreibenden in der Flößerstadt, „beispielsweise Werbeschilder- und Fassadenbeleuchtung für eine Nacht abzuschalten“.
Licht aus in Wolfratshausen: Für Grünen-Stadtrat „kein wirklicher Hit“
In Wolfratshausen, das berichtete Heilinglechner in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, gelte allein die Fassade der Sankt-Andreas-Stadtpfarrkirche in der Altstadt als „bauliche Anlage der öffentlichen Hand“. Das katholische Gotteshaus wird abends bis 22 Uhr angestrahlt. „Alle übrigen städtischen Gebäude werden nicht beleuchtet“, so der Rathauschef.
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Der von der Initiative empfohlenen Reduzierung der Straßenbeleuchtung komme die Kommune bereits seit geraumer Zeit nach: Die inzwischen 1264 auf LED-Technik umgerüsteten Beleuchtungskörper werden laut Bürgermeister „automatisch und ganznächtig gedimmt“. Die Werkseinstellung sorge dafür, dass die Straßenbeleuchtung grundsätzlich von 22 Uhr abends bis 5 Uhr um 50 Prozent reduziert werde.
Grünen-Rat meldet sich mit Mail an die Presse zu Wort
Nach der Bekanntgabe der Infos im Bauausschuss meldete sich tags darauf Ausschussmitglied Rudi Seibt (Grüne) per Mail an die Presse zu Wort. Er weist unter anderem darauf hin, dass die Reduzierung der Leuchtleistung der Straßenbeleuchtung ein „Sowieso-Effekt“ sei – „es ist ja keine Änderung zu anderen Tagen“. Zudem sei die Anstrahlung des Kirchturms in der Altstadt („mit 70 Prozent Lichtverlust wegen fehlender Anpassung der Strahler“) kein „wirklicher Hit“, so Seibt, denn die Strahler müssten gemäß Bayerischem Naturschutzgesetz „sowieso“ um 23 Uhr ausgeschaltet werden. „Trotzdem freue ich mich natürlich, dass zumindest verbal auch die Stadtverwaltung Wolfratshausen dieses Event wahrnimmt.“ (cce)
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