So genannte „Open House-Veranstaltungen“ plant der Verein Lichtkunst bis zum Festival in lockerer Folge, um über alles rund um das 3. Lichtkunst- Festival in Weilheim zu informieren. Unlängst fand die erste derartige Zusammenkunft statt.
Weilheim – Im Rahmen der Veranstaltung konnte die Vorsitzende des Vereins, Ragnhild Thieler, zusammen mit einigen ihrer Mitstreiter den ersten Künstler des diesjährigen Festivals, das am 14. und 15. Oktober stattfinden wird, präsentieren.
Philip Schambelan von der „Rüstungsschmiede“ war in Weilheim zur Vorbesichtigung und gab bei dieser Gelegenheit Einblick in die Arbeitsweise des Künstlerkollektivs, das mit seinem Namen auf die finanzielle Diskrepanz zwischen Rüstungsindustrie und Kultur hinweisen will.
Lichtkunst-Festival Weilheim: „Rüstungsschmiede“ aus Dresden
„Rüstungsschmiede“, das sind Philip Schambelan und Michal Banisch aus Dresden. Sie sind beide Architekten und lernten sich während des Studiums kennen. Die Faszination für Architektur brachte sie zur Lichtkunst.
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„Der Inhalt unserer Installationen basiert auf 3D- und Geo-Daten“, erzählt Schambelan. Aus dieser Sammlung, zu der auch die eigenen Eindrücke bei Besichtigung des Gebäudes zählen, entsteht die erste Idee. Dann wächst alles zwischen Lichtkunst und Sound im Wechsel wie beim Ping-Pong. „Wir bekommen die erste Soundskizze, dann arbeiten wir weiter, der Ton wird anhand dessen weiterentwickelt und so geht es bis zum Finale“, beschreibt er die gegenseitige Inspiration.
„Handverlesene Künstler“ kommen nach Weilheim
Mit einigen Videos bei der Open House-Veranstaltung, die man in Zeitraffer-Tempo vorgeführt bekam, konnten die interessierten Besucher Installationen der Rüstungsschmiede kennenlernen. Dabei wurde auch deutlich, wie eng Licht und Ton bei diesen Mappings verbunden sind. „Wenn wir bei Probeabläufen noch keinen Ton anschalten dürfen, sind wir erst mal enttäuscht“, erzählt der Lichtkünstler. „Aber wenn wir es dann auf der Veranstaltung mit Sound sehen, ist alles wieder gut, so wie vorher am Computer!“
Wie bei den Plänen eines Gebäudes setzen die Lichtkünstler der „Rüstungsschmiede“ auf die Ästhetik und gehen sehr sparsam mit Farbe um, das meiste ist klassisch schwarz-weiß.
Festival will nicht wachsen, sondern „authentisch bleiben“
Philipp Geist, künstlerischer Leiter des Festivals, schwärmt von der Authentizität der „Rüstungsschmiede“: „Wir haben auf unserem Festival handverlesene Künstler. Wir wollen nicht größer werden, sondern authentisch bleiben.“ Schambelans und Banischs Arbeiten – inzwischen europa- und weltweit gefragt – liefern in seinen Augen genau diese authentischen Ergebnisse, wie ihre Arbeiten am Ceausescu-Palast in Bukarest, an der Kathedrale im ungarischen Pécs oder an eine Boule-Halle in Lille in Frankreich zeigen.
Lichtkunst-Festival Weilheim: Philipp Geist kooperiert mit Chorkreis
Dabei fordern sie den Zuschauer getreu ihrem Motto: „Auf die Fresse – wir wollen die Leute mit Licht erschießen!“ Beim diesjährigen dritten Lichtkunst-Festival sind neben den verschiedenen Installationen in der Innenstadt auch Vorträge und Künstlergespräche im Festzentrum im Stadttheater geplant. Kurator Philipp Geist hält sich mit seinen eigenen Ideen für das Festival noch zurück. Nur so viel verrät er: „Ich habe ein Projekt am Marienplatz in Zusammenarbeit mit dem Weilheimer Chorkreis. Aber mehr wird noch nicht verraten!“.
Bianca R. Heigl