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Daniela Pohl
Sascha Karowski
Tanja Kipke
Klaus-Maria Mehr
Die Münchner haben über Olympia entschieden: Zahlreiche Bürger stimmten ab, ob sich die Stadt um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. So geht‘s jetzt weiter.
Update 11.30 Uhr: Die Sicherheit Olympischer Spiele in München würde die bayerischen Polizeikräfte vor massive Herausforderungen stellen. „Das wird ein Ausnahmezustand“, warnt Jürgen Köhnlein, bayerischer Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG, mit Blick auf eine mögliche Bewerbung der Landeshauptstadt. Der Schutz von Athleten und Besuchern in ganz Bayern erfordere umfangreiche Vorkehrungen, besonders angesichts der angespannten weltpolitischen Lage.
Enormer Sicherheitsaufwand für Olympia in München nötig: „Wird Ausnahmezustand“
Bereits kleinere Veranstaltungen zeigen laut Köhnlein den enormen Sicherheitsaufwand, der für Großereignisse nötig ist. Moderne Bedrohungen wie Drohnenangriffe verdeutlichen die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen. „Sonst können solche Spiele auch schnell gelähmt werden“, erklärt der Gewerkschaftsvertreter. Besonders problematisch: Die Sicherheitstechnik entwickelt sich rasant weiter. Niemand könne heute vorhersagen, welche Bedrohungen in einem Jahrzehnt relevant sein werden.
Die Erinnerung an das Olympia-Attentat von 1972 schwebt wie ein dunkler Schatten über jeder neuen Münchner Olympia-Ambition. „Denn Begeisterung allein schützt niemanden, das haben wir in der olympischen Geschichte schmerzhaft erfahren“, betont Köhnlein mit Verweis auf die damaligen Ereignisse. Die Umkehr von Spielen der Freude in eine Tragödie dürfe sich unter keinen Umständen wiederholen.
Der Polizeigewerkschafter fordert deshalb, Sicherheitskonzepte von Anfang an in die Bewerbungsunterlagen zu integrieren. Dies betreffe sowohl Personalaufstockungen als auch technische Ausstattung. Beides verursache erhebliche Kosten, die von Beginn an einkalkuliert werden müssten. Trotz aller Herausforderungen bleibt Köhnlein grundsätzlich positiv gestimmt: „Olympia kann ein Gewinn für Bayern werden. Aber nur, wenn von Beginn an in Sicherheit investiert wird.“
Update 9.15 Uhr: Nach dem deutlichen Votum der Münchner Bürger für eine Olympia-Bewerbung zeigt sich Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand optimistisch für die Hauptstadt-Kandidatur. „Wir haben ein gutes Konzept, wir sind die deutsche Hauptstadt, wir sind die internationale Metropole“, erklärte Niroomand dem RBB24-„Inforadio“. Das Münchner Ergebnis betrachtet er keineswegs als Rückschlag für die Berliner Ambitionen, sondern vielmehr als Antrieb: „Das nehmen wir als Rückenwind.“
Berlin sieht Münchner Olympia-Ergebnis als Antrieb: „Nehmen wir als Rückenwind“
Bei dem Bürgerentscheid in der bayerischen Landeshauptstadt hatten sich rund zwei Drittel (66,4 Prozent) der Teilnehmer für eine Olympia-Bewerbung Münchens für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 ausgesprochen. Berlin setzt im Gegensatz zu den Konkurrenten auf ein anderes Beteiligungsmodell. Während Hamburg, die Region Rhein-Ruhr sowie Kiel als potenzieller Austragungsort für Segelwettbewerbe ebenfalls Bürgerentscheide planen – voraussichtlich im Frühjahr 2026 –, verzichtet die Hauptstadt auf ein Referendum.
Stattdessen verfolgt Berlin einen zweistufigen Ansatz. „Wir werden eine Volksinitiative durchführen, wo wir im Prinzip die Volksvertreter im Parlament auffordern werden, sich mit diesem Thema zu befassen und auch sich dazu zu äußern und möglicherweise einen Beschluss zu fassen“, erläuterte Niroomand. Parallel dazu startet Anfang kommenden Jahres ein umfassendes Bürgerbeteiligungsverfahren. Der Olympia-Beauftragte betont: „Zum anderen werden wir ein ausgiebiges Bürgerbeteiligungsverfahren ab dem Beginn des nächsten Jahres in Berlin durchführen, wo wir nicht nur die Berliner bitten, zur Urne zu gehen, sondern in einen Dialog mit uns einzutreten.“ Die gesammelten Meinungen sollen dann in das Bewerbungskonzept einfließen.
Als besondere Stärken Berlins führt Niroomand das leistungsfähige Verkehrsnetz, die vorhandene städtische Infrastruktur sowie die umfangreiche Erfahrung mit internationalen Großveranstaltungen an. Auf den Einwand, dass finanzielle Mittel möglicherweise besser in Sozialprojekte, Klimaumbau oder Verkehrsinfrastruktur investiert werden sollten, entgegnet er mit einem Argument, das auch in München verfangen habe: „Was die Münchner überzeugt hat, war der Punkt, dass wenn wir Olympia machen, überhaupt diese Gelder und diese Möglichkeiten in unsere Stadt reinkommen. Also Olympia ist eine Chance für Berlin und nicht eine Alternative zur Lösung bestehender Probleme.“
Update 27. Oktober, 7.45 Uhr: Nach dem deutlichen Votum der Münchner Bürger für eine Olympia-Bewerbung erhöht die bayerische Landeshauptstadt den Druck auf den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). „Ich glaube, das wird auch Eindruck hinterlassen beim DOSB“, erklärte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit Blick auf die 66,4 Prozent Zustimmung für einen Anlauf auf die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die bayerische Staatsregierung und die Stadt München wollen nun eine schnellere Entscheidung bei der Auswahl des deutschen Kandidaten erreichen.
Nach klarem Bürgerentscheid: München erhöht Druck auf Deutschen Olympischen Sportbund
Oberbürgermeister Dieter Reiter stellt den vom DOSB vorgesehenen Zeitplan offen infrage. Mit dem Sportbund müsse geklärt werden, „wie wir jetzt weiter damit umgehen, mit der Challenge innerhalb von Deutschland, ob man das wirklich ein Jahr macht oder nicht macht, das werden wir sehen“. Die Rekord-Beteiligung und klare Mehrheit beim Bürgerentscheid werde nach Reiters Einschätzung „anderen Städten, unseren Mitbewerbern, durchaus zu denken geben“.
Der DOSB zeigt sich jedoch unbeeindruckt vom Münchner Drängen. Vorstandschef Otto Fricke machte deutlich, dass der Verband am bisherigen Fahrplan festhalten will: „Der DOSB wird an dem mit allen Beteiligten abgestimmten Weg der Entscheidungsfindung festhalten.“ Dieser sieht vor, dass der deutsche Bewerber erst im Herbst 2026 gekürt wird. Ende November will der DOSB zunächst in den sogenannten „Continuous Dialogue“ mit dem Internationalen Olympischen Komitee eintreten.
DOSB zeigt sich unbeeindruckt, Söder hält dagegen: „Sind das stärkste wirtschaftliche Land“
Die bayerische Staatsregierung setzt dagegen auf Offensive. „Jetzt fluten wir den DOSB mit unseren Argumenten“, kündigte CSU-Chef Söder an. München verfüge über entscheidende Vorteile: „Wir liegen bei den Sportstätten mit weitem Abstand vorne unter allen anderen deutschen Bewerbern. Wir können es. Wir wollen es. Wir sind auch das stärkste wirtschaftliche Land und das sicherste Land.“ Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: „Man stelle sich nur vor: Olympische Spiele, Paralympics und Oktoberfest - da kann man zwei Monate in Bayern komplett verbringen.“
Neben München sind Hamburg, Berlin und die Rhein-Ruhr-Region im Rennen um die deutsche Olympia-Kandidatur. In Berlin soll es keinen Bürgerentscheid geben, während Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region sowie Kiel als möglicher Austragungsort für Segelwettbewerbe Volksbefragungen im Frühjahr 2026 planen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst gratulierte München zwar zum „klaren Bekenntnis“, verwies aber auf ebenso hohe Zustimmungswerte in NRW und betonte: „Im nächsten Jahr kann entschieden werden.“
Reaktionen zum Olympia-Ja in München: „Starkes Signal“ – Doch auch starke Konkurrenz
Auch die Bundesregierung reagierte positiv auf das Münchner Votum. Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein bezeichnete es als „starkes Signal“ und versicherte: „Wir nehmen den Schwung jetzt mit in die anderen Bewerberregionen.“ Der Präsident des Bayerischen Landessport-Verbands, Jörg Ammon, mahnte zur Eile: „Der deutsche Sport ist gut beraten, dieses heiße Eisen jetzt weiter zu schmieden.“
Handball-Verbandschef Andreas Michelmann, Sprecher der Spitzenverbände im DOSB, dämpfte jedoch die Münchner Erwartungen: „Das mehrheitliche Ja in München war ein wichtiger erster Schritt, ist aber noch keine Entscheidung in Bezug auf den letztlichen deutschen Bewerber für Olympische Spiele.“ Das deutsche IOC-Mitglied Michael Mronz verteidigte den langen Auswahlprozess: „Wie im Sport gilt auch hier: Wettbewerb beflügelt und Wettbewerb führt zu den besten Ergebnissen.“
International steht eine deutsche Bewerbung vor großen Herausforderungen. Indien und Katar haben sich bereits für die Spiele 2036 positioniert, auch Saudi-Arabien gilt nach dem Zuschlag für die Fußball-WM 2034 als potenzieller Olympia-Bewerber. In Europa könnte Madrid der stärkste Konkurrent werden. BLSV-Chef Ammon kündigte deshalb verstärkte internationale Werbung für München an: „Wir dürfen nicht vergessen: Der Köder, der schmecken muss, ist für die Delegierten beim IOC. Es sind nicht die deutschen Verbandsvertreter.“
26. Oktober, 21 Uhr: Die Stimmen sind fertig ausgezählt, die Wahlbeteiligung lag bei 42,0 Prozent. 66,4 Prozent haben beim Bürgerentscheid für eine Olympia-Bewerbung gestimmt, 33,6 Prozent waren dagegen. In drei Stadtbezirken lag das Ja-Lager sogar mit über 70 Prozent vorn. In Allach-Untermenzing (71,7 Prozent), der Maxvorstadt (70,9 Prozent) und Altstadt-Lehel (70,5 Prozent). In Laim, Bogenhausen und Sendling stimmten hingegen „nur“ um die 61 Prozent für Ja beim Bürgerentscheid. Eine Übersicht der Stadtberzirks-Ergebnisse:
20.07 Uhr: Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid zu Wort gemeldet. Es sei „ein ganz starkes Signal“ für Olympische Spiele in München. „Jetzt starten wir durch. Jetzt ziehen wir an. In den internationalen Rankings ist München die erfolgreichste deutsche Sportstadt. Wir sind unter den ersten Zehn. Alle anderen sind weiter weg“, sagte Söder auf der Wahlparty der Olympia-Befürworter.
19.40 Uhr: Nach der Verkündung des deutlichen Ergebnisses ist die Stimmung bei den Olympia-Kritikern gedrückt. „Die Propaganda hat funktioniert“, tönte es laut unserer Reporterin bitter aus den hinteren Reihen. „In der Deutlichkeit hatten wir das nicht erwartet“, gibt Stefan Jagel kurz danach zu. Ludwig Hartmann (Die Grünen) verkündete: „Das ist eine demokratische Entscheidung, die wir respektieren. Gleichzeitig bleibt die Kritik an den Kosten, der Nachhaltigkeit und der Transparenz weiterhin relevant. Wir werden genau beobachten, ob die Versprechen aus der Bewerbung ernst genommen werden.“
19.17 Uhr: OB Dieter Reiter (SPD) tritt ans Mikrofon und verkündet im KVR das Ergebnis: „München hat gewählt. München hat mit Ja gestimmt!“. Es sei ein guter Tag für München, Reiter freue sich sehr über den Ausgang des Bürgerentscheids. Über 60 Prozent der Münchner haben mit „Ja“ gestimmt.
„Wenn wir uns noch weiter steigern, dann wird das ein großer Denkanstoß für die anderen Bewerber sein. Da müssen wir keine Konkurrenz fürchten. Ich bin froh, dass die zum Teil an den Haaren herbeigezogenen Argumente der Gegner nicht durchgedrungen sind.“ Reiter und Ministerpräsident Markus Söder hatten zuvor gewettet, beide hatten mit einem knapperen Ergebnis für „Ja“ gerechnet. „Eine 6 hatte niemand von uns vor dem Ergebnis.“ Mit frischem Elan könne man jetzt an die Bewerbung rangehen. Der Chef des bayerischen Landessportverbandes, Jörg Ammon, sprach von einem „Traumergebnis“.
19.05 Uhr: Gespannt wird auf das Ergebnis des Bürgerentscheids gewartet. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich im BR zuversichtlich: „Werd scho“, sagte er dem Reporter. Als Herrmann auf eine Frage zur Nachhaltigkeit erklärt, das Konzept sei noch nicht im Detail ausgearbeitet, gibt es feixendes Gelächter bei der Gegner-Versammlung im Westend, wie unsere Reporterin vor Ort berichtet.
18:35 Uhr: Die hohe Wahlbeteiligung zeigt laut OB Dieter Reiter (SPD), dass es eine gute Idee war, die Bürger zu befragen. Und die Wahlbeteiligung sei auch wichtig für das Ergebnis, „wir haben ein stabiles Mandat, egal, wie es am Ende ausgeht“.
Die hohe Wahlbeteiligung sei auch dem Umstand geschuldet, dass die Stadt erstmals Wahlunterlagen mit der Benachrichtigung versendet hatte. Zuvor mussten Briefwahlunterlagen eigens beantragt werden. Reiter hofft, das System auch bei den Kommunalwahlen einsetzen zu können. Es liefen gerade Gespräche mit den zuständigen Ministerien dazu. „Wir wollen ja eine hohe Wahlbeteiligung, und da muss ich es den Menschen so einfach machen wie möglich.“ Zudem spare das neue System auch Geld und Manpower. „Wir würden vermutlich nur noch die Hälfte an Wahllokalen brauchen“, sagte Reiter.
Rund 2.700 Wahlhelfende bei Bürgerentscheid im Einsatz
18.30 Uhr: Rund 2.700 Wahlhelfende zählen derzeit die Stimmen des Bürgerentscheids zur Olympia-Bewerbung aus. Spätestens gegen 19 Uhr dürften die ersten Ergebnisse aus den Bezirken vorliegen. Das vorläufige Ergebnis für die ganze Stadt kommt erst, sobald die letzte Ergebnismeldung eingegangen ist.
18:10 Uhr: „Wir haben in den letzten Wochen nochmal 20.000 Flyer verteilt“, sagt Stefan Jagel (Die Linke) unserer Reporterin bei der Versammlung der Gegner des Bürgerentscheids im Westend. „Obwohl es die ganze Zeit David gegen Goliath war, weil die Stadt eine brutale PR-Kampagne aufgefahren hat“. Tobias Ruff, Fraktionschef der ÖDP im Stadtrat, erscheint bei den Olympia-Kritikern als Münchner Kindl verkleidet.
„Ich bin optimistisch, die hohe Wahlbeteiligung spricht eher dafür, dass sich eine Mehrheit der Münchner für die Bewerbung ausgesprochen hat“, sagt Grünen Stadtrat Florian Roth, bei der Wahlparty der Befürworter. SPD-Stadtrat und Liedermacher Roland Hefter arbeitet bereits an einer Olympia-Hymne. Fast fertig sei sie, sagt er unserer Zeitung. „Wir brauchen die Spiele für positive Energie, ich hab das Gefühl, das ganze Land leidet gerade an einer Depression.“
Wahllokale jetzt geschlossen: Rekord bei Wahlbeteiligung
18 Uhr: Die Wahllokale sind ab sofort geschlossen, die Abstimmung für den Bürgerentscheid ist vorbei. Gespannt werden jetzt die ersten Ergebnisse gewartet. Eine erste Zahl gibt es bereits. Die Wahlbeteiligung liegt derzeit bei 39,1 Prozent. Damit ist das nötige Quorum für einen Bürgerentscheid erreicht. Zur Erklärung: Beim Bürgerentscheid zählt am Ende, ob Befürworter oder Gegner eine Mehrheit erringen konnten – aber nur, wenn mindestens zehn Prozent (mehr als 110.000 Stimmen) der stimmberechtigten Münchner abgestimmt haben.
17:30 Uhr: Noch eine halbe Stunde können die Münchner und Münchnerinnen im Bürgerentscheid zu einer möglichen Olympia-Bewerbung in den Wahllokalen abstimmen. Ab 18 Uhr beginnen die Wahlvorstände dann mit der Auszählung. Erste Ergebnisse können Sie hier im Ticker live mitverfolgen. Die Wahlbeteiligung liegt mittlerweile bei 38,5 Prozent – neuer Rekord bei der Wahlbeteiligung für einen Bürgerentscheid in München.
Die meisten Münchner haben ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Erstmals sind die Unterlagen unaufgefordert zugesandt worden. „Es ist dann sehr einfach, wenn man die Unterlagen schon zu Hause hat“, begründete eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats die hohe Zahl der Briefwähler, die erwartet worden war. Bis zum Nachmittag seien ihr keine größeren Probleme bei der Abstimmung gemeldet worden. „Es läuft alles gut.“
16:13 Uhr: In weniger als zwei Stunden schließen die Wahlräume für den Bürgerentscheid in München. Die Wahlbeteiligung dort liegt inzwischen bei 4,1 Prozent. Zusammen mit den Briefwählern steht die Wahlbeteiligung damit bei etwa 37,8 Prozent.
Bürgerentscheid zu Olympia-Bewerbung: Söder wirbt bei Münchnern für Zustimmung
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat parallel zum Bürgerentscheid am Sonntag nochmals für die Pläne geworben „Das ist eine große Chance – für München, für Bayern, für ganz Deutschland“, schrieb Söder auf seinen Accounts in den sozialen Netzwerken. „Darum: Ja zu Olympia!“ Auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte sich für eine Bewerbung ausgesprochen. „Olympia muss nach München“, sagt er. „Die Stadt hat damals unglaublich davon profitiert, dass 1972 die Olympiade hier war“
14:33 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt inzwischen in den Wahlräumen bei 3,4 Prozent. Zusammen mit den Briefwählern steht die Wahlbeteiligung damit bei etwa 37,1 Prozent.
12:04 Uhr: Rein an der Wahlbeteiligung in den Wahllokalen seit 8 Uhr gemessen, sähe es schlecht aus für die Gültigkeit des Bürgerentscheids. Offenbar haben die Wähler und Wählerinnen, denen die Entscheidung wichtig ist, vorab per Briefwahl abgestimmt. Stand 12 Uhr haben bisher 1,2 Prozent der Wahlberechtigten im Wahllokal ihr Kreuzchen gemacht. Wie im Update eins weiter unten berichtet, ist aber allein durch die Briefwähler die nötige Gesamtstimmenanzahl bereits erreicht.
10:08 Uhr: Eine erste Zahl aus den Münchner Wahllokalen lässt aufhorchen. Laut dem Wahlamt der Stadt München haben 33,7 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme via Briefwahl bereits abgegeben. Vorausgesetzt die Stimmen sind mehrheitlich gültig, sollte damit das nötige Quorum bereits jetzt mehr als erreicht sein. Auch hier kann die Zahl noch nach oben gehen, denn die Briefwahl-Kuverts können bis 18 Uhr eingeschmissen werden.
09:27 Uhr: Die Wahllokale haben seit eineinhalb Stunden geöffnet. Mit einem ersten Stand der Wahlbeteiligung wird gegen 10 Uhr gerechnet. Zur Erinnerung: mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen für eine Seite abstimmen, damit der Entscheid gültig ist. Das sind bei rund 1,1 Millionen potenziellen Wählerinnen und Wählern mehr als 110.000 Stimmen für entweder „Ja“ oder „Nein“.
08:00 Uhr: Die Wahllokale öffnen. Wir erwarten mit Spannung die ersten Ergebnisse, die Sie hier live lesen, sobald sie da sind. Bis dahin alle Hintergrund-Infos in aller Kürze hier zusammengefasst:
Am heutigen Sonntag, 26. Oktober 2025, stimmen die Münchner über die Zukunft der Stadt ab: Beim Bürgerentscheid entscheiden sie, ob sich die Landeshauptstadt um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Rund 1,1 Millionen Bürger sind aufgerufen, die Frage mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten. Für ein positives Ergebnis muss die Mehrheit zustimmen – und diese Mehrheit muss mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten ausmachen. Die 106 Wahlräume in der Stadt sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Rodler dominieren – die deutschen Olympia-Ikonen mit den meisten Medaillen




Olympia-Bürgerentscheid am 26. Oktober in München: Die Argumente im Überblick
Die Befürworter versprechen eine Aufbruchstimmung für München. Olympische Spiele sollen wichtige Stadtentwicklungsprojekte beschleunigen: mehr Wohnraum, besserer ÖPNV, erweiterte Grünflächen und sanierte Sportstätten. Zudem erhoffen sie sich einen Wirtschaftsschub und eine Stärkung des Breitensports. Die Gegner warnen dagegen vor Milliardenkosten und einem nur kurzfristigen wirtschaftlichen Effekt. Viele Wettkampfstätten würden nur für die Spiele gebaut und danach wieder abgebaut. Wohnungen und ÖPNV-Ausbau brauche die Stadt jetzt – nicht erst in Jahren. Zudem sei das IOC kein fairer Partner.
Sollten die Münchner heute mit „Ja“ stimmen, wartet auf die Stadt ein hartes internationales Rennen. Für 2036 gilt Katar als Favorit, auch Ägypten und Indien haben Interesse signalisiert. Bei späteren Vergaben 2040 oder 2044 könnte wieder Europa an der Reihe sein – dann müsste sich München gegen Konkurrenten wie Madrid, Istanbul oder London durchsetzen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) muss zunächst entscheiden, welche deutsche Stadt ins Rennen geht: Neben München bewerben sich auch Berlin, Hamburg und die Rhein-Ruhr-Region. Die finale Entscheidung des DOSB fällt voraussichtlich im September 2026.
Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/Screenshot: München.de








