Fürstenfeldbruck

OB-Wahl: CSU-Kandidat will Brucks Identität stärken

+
Die Amper mit der Amperbrücke ist für Andreas Lohde ein Qualitätsort. Solche möchte er als Oberbürgermeister in der Stadt schaffen, damit sich die Menschen hier wohl fühlen.
  • schließen

Andreas Lohde identifiziert sich mit seiner Heimatstadt. Er bringt sich ein als Lehrer, Feuerwehrmann, in Vereinen und im Stadtrat. Sein Credo: Fürstenfeldbruck lebenswert machen und die Identität der Stadt formen. Am liebsten als Oberbürgermeister für die CSU.

Fürstenfeldbruck – Der Fliegerhorst hat über Jahrzehnte hin die Identität der Stadt geprägt, sagt Andreas Lohde. Doch mit dem Abzug der Bundeswehr ist es vorbei. „Fürstenfeldbruck wird keine Garnisonsstadt mehr sein“, sagt der 49-Jährige. „Man muss den Mut haben und es zulassen, eine neue Identität zu entwickeln.“ Das möchte er als Oberbürgermeister tun.

Lohde ist in seiner Jugend auf dem Fliegerhorst groß geworden. Er engagierte sich in der katholischen Jugendarbeit, leitete eine Pfarrjugendgruppe. Als er in die Feuerwehr Fürstenfeldbruck eintrat, vermisste er dies. Also gründete er die Jugendfeuerwehr und war später lange im Vorstand der Brandhelfer.

Um die Interessen der Feuerwehr auf politischer Ebene einzubringen, ging er zur CSU. „Mir ist wichtig, in einer Gruppierung aktiv zu sein, die auf verschiedenen Ebenen etwas für meine Belange tun kann.“ Beziehungsweise für die Belange der Stadt. Kontakte zur Ministerialebene und anderen Gremien seien wichtig. Diese nutzt Lohde gerne, wenn es darum geht, für Fürstenfeldbruck etwas zu erreichen. Als Kreisrat und auch Vize-Kreisvorsitzender der CSU. „Vor Ort das Maximale herausholen, dafür brauche ich die Verbindung zu den anderen politischen Entscheidungsträgern.“

Qualitätsorte schaffen

Die braucht er, wenn es um die neue Identität mit dem neuen Stadtviertel Fliegerhorst geht. „Es ist eine große Chance.“ Fursty soll ein Qualitätsort werden – wie sie ein lebenswertes Bruck braucht. Von Menschen geliebte Orte wie die Amper und Fürstenfeld. „Die nächste Chance haben wir auf der Lände.“ An die B 2 denkt Lohde mit Wehmut. „Die Hauptstraße könnte so ein toller Qualitätsort sein.“ Seine Vision: ein Samstagsmarkt. Doch das geht nur mit einer Verlegung.

Ein Qualitätsort in Spé wäre die Eishalle. „Der Eissport ist wichtig für die Identität von Fürstenfeldbruck“, sagt Lohde. „Wir müssen schauen, dass wir es energetisch optimiert hinbekommen.“ Überhaupt sieht er die Klimakrise als eine Herausforderung. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, müsse man ernstnehmen. Das städtische Ökokonto aufforsten. Lohde könnte sich vorstellen, dass Bürger in Energieprojekte vor Ort investieren. Etwa in Quartierskraftwerke.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)

Auch beim Wohnungsbau gebe es Potenzial durch Fassadenbegrünung und eine moderne Stadtplanung. „Gute Beispiele gibt es genug, wir müssen nur schauen, was passt zu Fürstenfeldbruck und wie muss man es verändern.“ Er bleibt bei seiner Forderung nach einem Einheimischenmodell. „Es kann auch eine Geschosswohnung sein.“ Auch die Sicherstellung der Kinderbetreuung verknüpft er mit diesem Thema. Denn es sei eine Herausforderung, mit einem attraktiven Paket Erzieher anzulocken. „Dazu gehören auf alle Fälle Dienstwohnungen.“

Vor finanziellen Nöten ist Lohde nicht bange. „Wir hatten schon einen ganz anderen Schuldenstand“, sagt er. „Für zukunftsträchtige Projekte ist es wert, zu investieren.“ Das müsse man eben mit der Kommunalaufsicht besprechen. „Dass Fürstenfeldbruck finanziell nicht handlungsfähig wird, das glaube ich nicht.“

Menschen einbinden

Neben Geld braucht der OB-Kandidat die Unterstützung aus Bevölkerung und Stadtrat. Als Vereinsmensch weiß Lohde, dass Vereine und Organisationen eingebunden werden müssen, um sich mit ihrer Heimat zu identifizieren. „Sie sind das Fundament einer Gesellschaft.“ Als Teil dieser fühlt sich Lohde, der mit seiner Frau und den drei Buben (13,11 und 5) in Puch lebt. „Der Oberbürgermeister ist ein Bürger, der mit seiner Verwaltung den anderen Bürgern zu Diensten steht.“ Er müsse seine Ideen und Ziele einbringen und Angebote machen. „Und er muss alle beteiligen, dies nach Kräften umzusetzen.“ Alleine gehe es nicht. „Man kann alleine nicht viel reißen, wenn man zum einsamen Wolf wird.“

Deshalb liegt Lohde die Bürgerbeteiligung am Herzen – aber richtig. „Das erfordert vom Bürger eine annähernd so intensive Auseinandersetzung mit der Materie wie vom Stadtrat.“ Dass dieser konstruktiv zusammenarbeiten könne, hätten das Aktionsbündnis für den Rothschwaiger Forst und der Ukraine-Krieg gezeigt. „Jede Fraktion hat ihr Leib- und Magenthema.“ Hier gelte es, die Spezialisten zusammenzubringen. „Der Kurs muss klar sein“, sagt der begeisterte Segler, der den Optimisten seines Vaters am Ammersee – getauft auf den Namen „Little Gorch“ – für seine Buben hergerichtet hat. „Wir müssen zur richtigen Zeit auf der richtigen Seite sitzen, sonst kentern wir.“

Die Serie:

Am 5. März wird der neue Oberbürgermeister von Fürstenfeldbruck gewählt. Das Tagblatt stellt die Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.

Kommentare