Verkehr soll dort durch den Kramertunnel am Garmischer Zentrum vorbeigeleitet werden

Loisachbrücken in Grainau: Zwei Faktoren sorgen für Anspannung

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Die Brücke nimmt Gestalt an: Der Winter hat die Bauarbeiten an der neuen Loisachbrücke nicht behindert.
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Die Schneemassen haben viele Baustellen zu einer langen Zwangspause genötigt. Die Verzögerungen spüren Bauherren und Anlieger. Bei den Loisachbrücken in Grainau, die aktuell im Zuge der Ortsumgehung Garmisch errichtet werden, ist das Gegenteil der Fall gewesen.

GrainauDer enorme Schneefall hatte bei vielen Bauherren während des Jahreswechsels Sorgenfalten verursacht: Viele Arbeiter mussten früher in die Weihnachtsferien starten oder sind erst später aus ihnen zurückgekehrt.

Anders in Grainau. Dort werkelt die Firma Porr längst wieder an den beiden Brücken über die Loisach. Im Jahr 2024 soll dort der Verkehr durch den Kramertunnel am Garmischer Zentrum vorbeigeleitet werden.

„Die Bauarbeiten konnten bis kurz vor Weihnachten weitergehen“, sagt Nadine Heiß, Abteilungsleiterin für Straßenbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Staatlichen Bauamt Weilheim. Der Grund: „Der Schnee hat uns keine Probleme bereitet.“ Die Arbeiten konnten ungehindert fortgeführt werden, nachdem die Baustellen freigeschaufelt worden waren. Das freudige Fazit: Die beiden Brücken werden wohl früher von dem Bauunternehmen fertiggestellt als geplant. Veranschlagt wurde Mitte 2021. „Die Firma meint nun, sie könnte mit den Arbeiten schon Ende 2020 fertig werden“, sagt Heiß. Dann sollen nicht nur die zwei Bauwerke stehen, sondern auch die aktuelle Behelfsbrücke zurückgebaut sein.

Zwei Faktoren entscheiden, ob die Brücken pünktlich fertig werden

Lediglich zwei Faktoren könnten den ehrgeizigen Plänen noch einen Strich durch die Rechnung machen. Zum einen die Temperaturen. „Wenn wir die Abdichtungsarbeiten beim Überbau in Angriff nehmen, darf es nicht zu kalt sein.“ Das bedeutet: Sinkt das Thermometer unter fünf Grad, muss die Baufirma ihre Tätigkeit zeitweise einstellen. Zum anderen wünscht sich Heiß eine moderate Schneeschmelze. Schließlich befindet sich die gesamte Baustelle über der Loisach. „Wir können nur bis zu einem gewissen Wasserstand arbeiten“, sagt sie. Hochwasser wäre fatal und behindere den Baufortschritt. Noch sind beide Faktoren nicht eingetreten. Das Wetter ist gut, der Wasserpegel verhältnismäßig niedrig. „Wir hoffen, dass das so bleibt.“

Dann steht den beiden Brücken nichts mehr im Weg. Die östliche ist 92 Meter, die andere 64 Meter lang. Beide Anlagen sind jeweils 11,60 Meter breit. „Wir verbauen hier insgesamt 7000 Kubikmeter Beton und 1000 Kubikmeter Stahl“, zählt Heiß auf.

Der Verkehrsfluss sei durch die aktuellen Bauplätze nur minimal beeinträchtigt, versichert sie. „30 Stundenkilometer sind momentan zugelassen auf der angrenzenden Straße.“ Das hat Ende 2018 noch anders ausgesehen. Da hatte das Bauamt die Bundesstraße 23 bei Grainau halbseitig zwischen September und Dezember sperren müssen. Grund war die Spritzbetonsicherung und die Verschwenkung der Bundesstraße.

Kosten erhöhen sich um etwa 700 000 Euro

Während der Zeitplan für die beiden Brücken absolut im Soll liegt, haben sich die Kosten des Projekts erhöht. Die veranschlagte Summe von 9,3 Millionen Euro müssen die Bauherren nun auf 10 Millionen aufrunden. „Wir hatten bisher aber keine finanziellen Ausreißer“, sagt Heiß beruhigend. Dass das so bleibt, ist der nächste große Wunsch der Abteilungsleiterin für die kommenden Jahre. Sie setzt dabei volles Vertrauen in die zuständige Baufirma Porr aus Tirol. Das Unternehmen, das momentan so gut wie jedes große Projekt im Landkreis betreut, ist „personell gut aufgestellt“. Das sei bei dem anhaltenden Bau-Boom zur Zeit „keine Selbstverständlichkeit“. Dementsprechend verlaufe die Zusammenarbeit reibungslos.

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