- VonEva Laglerschließen
Die Zukunftsvision der Therme Bad Aibling fußt auf fünf Bausteinen. Welche das sind, warum für die Stadtwerke kein Weg daran vorbei führt und wie die Investition in das neue Luxussegment aussehen soll, erläutert Stadtwerkechef Stefan Barber.
Bad Aibling - Alleinstellungsmerkmale hat die Therme Bad Aibling bereits einige. Angefangen von der preisgekrönten Architektur (Behnisch Architekten) über die Triftbachsauna bis zur Sauna in einem Hausboot, betrieben mit einem Mühlenofen. Alles sehr gut angenommen von den Besuchern. Und doch müsse man am Ball bleiben, um die Therme auch für die Zukunft attraktiv aufzustellen, erläuterte der Leiter der Stadtwerke Bad Aibling, Stefan Barber, in der jüngsten Sitzung des Werkausschusses.
Er betonte zugleich, dass es sich bei den dafür anvisierten Projekten zunächst um Zukunftsvisionen handle. Das Büro Behnisch Architekten habe zunächst gemäß Ausschussbeschluss aus dem Jahr 2021 die gesamte Anlage überplant. Dazu nannte Barber nun die fünf Punkte, auf die man sich in den kommenden Jahren konzentrieren will.
Freier Blick in die Bergwelt
Prioritätsstufe 1 liege dabei auf der Wendelsteinsauna: Durch eine Vollverglasung soll der Besucher freien Blick auf die heimische Bergkulisse haben. Um dies zu erreichen, soll die Sauna aufgeständert über dem Gradierwerk errichtet werden. Da man nicht einfach ein halbes Jahr zusperren könne, wolle man das Vorhaben in Modulbauweise in so kurzer Zeit wie möglich umsetzen.
„Das alles ist aber nicht ganz billig“, räumte Barber ein. Man habe von vornherein gewusst, dass es teuer werde. Dennoch sei man von den Kosten überrascht gewesen: „1,5 Millionen Euro werden wir in die Hand nehmen müssen. Aber wir müssen sie trotzdem bauen, um die Attraktivität der Saunalandschaft zu erhalten. Die Wendelsteinsauna wird ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Therme Bad Aibling sein.“
Vorgesehen ist hier eine Zweiteilung: Ein Bereich für die reinen Saunagäste sowie ein Bereich, den auch die Thermenbesucher als Textilsauna nutzen können. Zunächst wollen die Stadtwerke in diesem Jahr alles bis zur Genehmigungsplanung vorbereiten. Hierfür seien rund 50.000 Euro veranschlagt. „Bauen wollen wir dann 2024.“
Priorität 2 liegt auf einem weiteren Prestigeobjekt, das unter dem Projektnamen „My Spa“ läuft – eine „Luxuskuppel unter den Kuppeln“, so Barber. Sie werde als separate Einheit errichtet – „innen ein festes Gebäude aus übereinander gestellten Einheiten, umspannt von einer Holzkonstruktion, die die Kuppel bildet“. Letztere biete den Vorteil eines gewissen Sichtschutzes sowie einer Verschattung.
„Billiger wird‘s nicht“, fügte der Stadtwerkeleiter gleich hinzu. Drei Millionen Euro stünden hierfür im Raum. Nichtsdestotrotz sei dieser Bau ein wichtiger Punkt für eine zukunftsfähige Therme, um auch jene Besucher zu bedienen, die sich allein, als Paar, Gruppe oder Familie Luxus gönnen wollen: „Hier verspüren wir die größte Nachfragen.“ Die insgesamt sechs Einheiten bieten zum Tagespreis von rund 200 Euro Platz für jeweils vier Personen.
Angesichts der hohen Kosten stehe aber noch nicht fest, wann das Vorhaben realisiert werden kann, meinte Barber. Bürgermeister Stephan Schlier fügte hinzu, man werde wohl im Laufe des Jahres 2023 absehen können, ob gebaut werden kann.
„Thermenkunde braucht warmes Wasser, kein lauwarmes“
Die Stadtwerke bleiben dabei: Vorerst werde es keine Reduzierung des Angebotes in Therme und Sauna geben. Trotz der allgemeinen Preissteigerungen herrschten weiterhin die exakt gleichen Bedingungen wie schon vor Beginn der Krise, betonte Stefan Barber, Leiter der Stadtwerke Bad Aibling. „Eine Thermenkunde braucht warmes Wasser, kein lauwarmes. Und wir spüren, dass die Gäste dafür dankbar sind, dass wir hier nichts ändern.“ Zu bedenken gab er allerdings, dass man auf dem Gassektor „ungeschützter Kunde“ sei: „Im Falle einer Gasmangellage müssten wir reduzieren. Zwar können wir auf Flüssiggas umsteigen, aber wenn es sehr kalte Zeiten gäbe, können wir wohl nicht mehr unser gesamtes Angebot unterbreiten.“
Die drei weiteren Bausteine: Der Thermengarten soll noch zentrierter werden, Kneippanlage und Barfußerlebnispfad will man besser parzellieren, sie sollen kleinteiliger und erlebbarer werden. Als Therapiebereich ist ein Thermal-Außenbecken – rein mit Thermalwasser – vorgesehen. Zudem müssten weitere Ruhe- beziehungsweise Liegebereiche geschaffen werden: südlich der Kelosauna sowie mit einem Ruhedeck aus Holz direkt auf dem Triftbach.
Der Werkausschuss nahm diese Ausführungen zur Kenntnis. Florian Weber (Bayernpartei) merkte an, es sei „grundsätzlich ganz richtig, die Therme und ihr Angebot attraktiv zu halten, damit es kein Fiasko wird“. Auf Nachfrage von Martina Thalmayr (Grüne) nach dem Wegfall der Kurzzeitkarte bestätigte Barber, dass es diese nicht mehr gebe. Aber man werde die Lage beobachten. „Wenn deswegen Kunden wegbleiben, müssen wir darüber reden.“

