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Einigen Besuchern ist das Münchner Frühlingsfest wohl auf den Magen geschlagen. Das Gesundheitsreferat registrierte bislang 37 Meldungen aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden.
Update um 17.30 Uhr: Inzwischen gibt es 37 gemeldete Verdachtsfälle, wie das Münchner Gesundheitsreferat am Freitag mitteilte. Bei einigen der Erkrankten seien zwischenzeitlich Noroviren als Ursache nachgewiesen worden.
Nach Besuch auf Münchner Frühlingsfest: Noroviren bei Erkrankten nachgewiesen
„Es wurden umgehend vom Gesundheitsreferat in Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachung die notwendigen Ermittlungen durchgeführt und die notwendigen Maßnahmen ergriffen“, sagt eine Sprecherin gegenüber der tz. „Die Erregernachweise liegen noch nicht alle vor, jedoch konnte bei einigen Erkrankten schon das Norovirus nachgewiesen werden.“
Diese Viren verbreiten sich in großen Menschenmassen sehr schnell. Eine Sprecherin des Gesundheitsreferats in München erklärte, dass die Übertragung normalerweise in Schmierinfektionen stattfinde. „Das heißt, eine Person ist infiziert, berührt zum Beispiel eine Türklinke, und gibt so die Erreger weiter.“ Häufiges Händewaschen könne vor solchen Infektionen schützen.
Gesundheitsreferat München: „eher kleineres Ausbruchsgeschehen“
Die Gesundheitsbehörde in München will nun zusammen mit der Lebensmittelüberwachung die Herkunft der Viren ermitteln. Generell handle es sich aber nur um „ein eher kleineres Ausbruchsgeschehen“, ordnete die Sprecherin ein.
Lebensmittel-Kontrolleure haben zwar umgehend die Zustände in den Betrieben in Augenschein genommen. „Die waren jedoch unauffällig“, sagte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferates auf Anfrage unserer Zeitung. „Es wurden Lebensmittelproben genommen und zur Untersuchung an das Landesamt übersandt.“
Erstmeldung vom 10. Mai, 14.05 Uhr: München - Nach dem Frühlingsfest in München haben die Behörden einem Medienbericht zufolge eine Reihe von Magen-Darm-Beschwerden bei Besuchern registriert. Bislang seien 33 entsprechende Meldungen eingegangen, berichtete der Spiegel laut Vorabmeldung vom Freitag (10. Mai). Er berief sich dabei auf eine Mitteilung des Gesundheitsreferats.
Das Gesundheitsreferat registrierte bislang 33 Magen-Darm-Beschwerden bei Besuchern des Frühlingsfestes
Demnach seien in Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachung bereits die notwendigen Ermittlungen vorgenommen „und die notwendigen Maßnahmen ergriffen“ worden. Das Münchner Frühlingsfest hatte vom 19. April bis zum 5. Mai auf der Theresienwiese stattgefunden.
Erst kürzlich gab es bereits Gesundheitsbeschwerden in Verbindung mit einem anderen Volksfest: Beim Frühlingsfest in Stuttgart gab es Ende April einen mutmaßlichen schweren Norovirusausbruch in einem Zelt. Dabei wurden mehr als 700 Betroffene mit Magen-Darm-Beschwerden registriert.
Norovirus in Bayern auf dem Vormarsch – viele Fälle in Oberbayern
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Der Stadt zufolge waren die Erkrankungen allerdings nicht auf die im betroffenen Festzelt servierten Lebensmittel zurückzuführen, die Proben seien negativ getestet worden. Die Stadt Stuttgart geht davon aus, dass die Übertragung wohl von Mensch zu Mensch erfolgt ist. Ob sich auch in München das Norovirus auf dem Frühlingsfest verbreitete, war dem „Spiegel“-Bericht zufolge zunächst noch unklar.
Fest steht, dass das Norovirus derzeit häufiger auftritt. Der Regierungsbezirk Oberbayern hat dabei mit 64 registrierten Fällen in der 18. Kalenderwoche diesen Jahres (Datenstand vom 6. Mai) die meisten Fälle vorzuweisen. Das belegen Daten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Rubriklistenbild: © Imago/Lindenthaler/Yuri Arcurs peopleimages.com/Canva Collage

