VonKlaus Wiendlschließen
Die Sanierungsarbeiten am Forsthaus laufen. Die Bauherren Manuel Neuer und Johannes Rabl streben eine Eröffnung im Jahr 2025 an.
Spitzingsee – Manuel Neuer und sein Kompagnon Johannes Rabl betreiben ein ehrgeiziges Projekt. Sie wollen aus einem fast 200 Jahre alten Kulturgut, das zu verfallen drohte, wieder ein Vorzeigeprojekt machen (wir berichteten). Die Baustelle am Forsthaus Valepp gibt nun erste Hinweise auf das Vorhaben.
Baugenehmigung inzwischen da
Nähert man sich dem Forsthaus, so stechen neben dem Baukran und Maschinen zwei Merkmale ins Auge: Das sanierungsbedürftige Gebäude ist eingerüstet, darüber thront ein neues Dach. Es war die Voraussetzung dafür, dass für Gastronom Johannes Rabl und Nationaltorhüter Manuel Neuer die Arbeiten von Grund auf überhaupt beginnen konnten und keine weiteren Schäden entstehen. Intensiv sei auch über den Winter an der Erteilung der Baugenehmigung gearbeitet worden, sagt Rabl auf Anfrage. „Diese haben wir mittlerweile erhalten.“ Alle Genehmigungsbehörden und Fachbereiche seien „zufrieden“.
Neuers „Herzensprojekt“ - der Denkmalschutz redet mit
Aus dem Baudenkmal soll in zwei Jahren wieder ein ortstypisches Wirtshaus werden, Neuers „Herzensprojekt“. Bis das in alter/neuer Pracht dasteht, ist es noch ein weiter Weg, wie Rabl weiß. Zunächst mussten Gutachten erstellt werden, damit Türen, Fenster, das historische Treppenhaus und der Balkon fachgerecht saniert werden können. „All das hat in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde sehr gut funktioniert.“
Doch der Teufel steckt im Detail, da man nicht vorher in ein Baudenkmal hineinschauen könne, so Rabl. „Je mehr wir uns mit der Bausubstanz beschäftigen, desto mehr Herausforderungen finden wir.“ Ob es die Statik tragender Gebäudeteile sei oder die Fäulnis im Holz, „das gesamte Gebäude musste erst einmal gesichert werden“. Nun gehe es darum, „den Bestand für künftige Generationen zu erhalten.“
Neubau des Wirtschaftsgebäudes muss noch zurückstehen
Da das Erhalten der historischen Substanz im Vordergrund stehe, müssten zunächst die Arbeiten am neuen Wirtschaftsgebäude mit Küche und Biergartentheke unten und einem Multifunktionsraum im Obergeschoß zurückstehen. Denn neben dem Denkmal- gibt es laut Rabl auch noch den Naturschutz zu berücksichtigen. „Hier haben wir uns hauptsächlich mit dem Schutz der Fledermäuse, Alpensalamander und Gartenschläfer beschäftigt.“ Auch das Thema Energiewende kommt zum Tragen. „Wir stecken mitten in den Planungen zu Wasser, Abwasser und nachhaltiger Energiegewinnung. Es ist nach wie vor unser Ziel, später möglichst autark zu wirtschaften, um einen klimaneutralen Gastronomiebetrieb zu ermöglichen.“
Baukosten: vier Millionen Euro plus x
Beim Thema Baukosten und den einmal geschätzten vier Millionen Euro hält sich Rabl bedeckt und verweist auf die gestiegenen Energiepreise und die Folgen der Inflation. Zudem seien die Vorgaben des Landesamts für Denkmalpflege sehr detailliert. „So können wir davon ausgehen, dass die Kosten sicher nicht nach unten gehen. Die bekannten Summen bleiben jedoch nach wie vor unser Ziel.“ Auf die Frage nach dem Richtfest meint Rabl: „Wenn die Dachsanierung abgeschlossen ist, werden wir sicherlich die Gelegenheit haben, mit allen Beteiligten auf das Erreichte anzustoßen.“ 2025, so der Plan, soll dann für die Allgemeinheit das Bier aus dem Zapfhahn fließen.
