VonChristiane Mühlbauerschließen
Das neue Album von Martin Kälberer ist inspiriert von rauer Natur und Stille. Am 17. Januar stellt der Musiker sein Werk „Baltasound“ im Tölzer Kurhaus vor.
Bad Tölz – Was da wohl für Musik drin steckt? „Baltasound“, die neue CD von Martin Kälberer, fasziniert erst einmal mit einem Landschaftsbild, das sich, öffnet man die Papierhülle der CD, über drei Seiten erstreckt. In der Mitte ein Zitat auf Englisch: „Alles, was entsteht, kommt aus der Stille“, lautet die deutsche Übersetzung.
Wo ist das? Und was ist „Baltasound“? „Das ist ein Ort auf den Shetland-Inseln“, verrät Martin Kälberer im Telefongespräch mit unserer Zeitung. „Sound“ bedeute dort auch Bucht, gemeint ist also die „Baltabucht“, erklärt der Musiker. 2017 war Kälberer fünf Wochen lang mit seiner Frau auf den Inseln, fasziniert von der rauen Schönheit der Natur, von Wind und Stille. Sie waren die Inspirationsquellen für sein neues Album.
Klang der Leere
„Ich bin da ziemlich vollgepackt hingefahren, und dann ist es mir gelungen, alles runterzufahren und die Weite und Leere in mir zu finden“, sagt der Künstler. Diese Stille habe in ihm einen ganz neuen Klang etabliert, „einen Klang der Leere“.
Das spürt man auch beim Hören dieser CD: War Kälberer auf vorangegangenen Alben instrumental schon sehr reduziert, so tritt er jetzt noch einen Schritt zurück, um dann wiederum bestimmten Instrumenten – etwa für Cello, Akustik-Gitarre oder das arabische Saiteninstrument Oud – ganz bewusst Platz zu schaffen.
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„Die Shetland-Inseln scheinen auf den ersten Blick öde und leer zu sein, aber wenn man dann genau hinschaut, ist da sehr viel“, sagt Martin Kälberer. „Ich habe versucht, die Musik aus dieser Leere heraus entstehen zu lassen.“
Die zehn Songs auf dem Album tragen Titel wie „Arrival“, „Morning“, „Red Sky“ oder „Dance on the Beach“. Letzteres entstand bei der Beobachtung von Seelöwen, die Kälberer erst schwer und behäbig am Strand liegen sah, die dann jedoch „in totaler Eleganz ins Wasser glitten“, schwärmt er. Die Melodien, die dem Musiker während dieser Naturbeobachtungen in den Sinn kamen, verankerte er im Gedächtnis. „Ich kann so etwas innerlich speichern“, sagt Kälberer. Aus diesen Stimmungsbildern werden dann Notizen, die er zu Hause im Studio weiterbearbeitete.
Im Juli Auftritt in Benediktbeuern
Bei „Dance on the Beach“ ist auch sein Musikerkollege Werner Schmidbauer zu hören, bei anderen Stücken ist Cellistin Fanny Kammerlander mit von der Partie. Sie wird Kälberer auch bei seinem Auftritt in Bad Tölz begleiten. Ansonsten ist es aber ein „Kälberer solo“-Programm. Es wird in Anlehnung an die CD gespielt, aber auf der Bühne viel freier und spontaner sein, sagt Kälberer. „Auf der Bühne improvisieren wir. Ich lasse mich immer inspirieren vom Ort, der Umgebung und von den Zuschauern.“ Manche Stücke würden sich dabei „ganz anders“ entwickeln, sagt Kälberer und gibt lächelnd zu bedenken: „Ich muss natürlich immer aufpassen, dass mir die Fanny am Cello noch folgen kann.“
Mit „Baltasound“ tourt Kälberer jetzt noch ein paar Wochen durchs Oberland, bevor er dann im Sommer mit Werner Schmidbauer und Pippo Pollina die neue „Süden II“- Tournee fortsetzt. Damit kommt das Trio am 27. Juli auch in den Maierhof nach Benediktbeuern.
Weitere Infos
Martin Kälberer spielt am Donnerstag, 17. Januar, im Tölzer Kurhaus. Beginn ist um 20 Uhr. Nummerierte Sitzplätze zum Preis von 23,80 Euro gibt es bei Sabine Pfister vom KKK Lenggries, Telefon 0 80 42/91 24 65 oder per E-Mail an sabine@kkk-lenggries.de, in der Geschäftsstelle des Tölzer Kurier unter Telefon 0 80 41/78 91 11, bei der Tourist-Info sowie über www.muenchenticket.de Karten für das „Süden II“- Konzert am Samstag, 27. Juli, im Maierhof in Benediktbeuern gibt es im Klosterladen Benediktbeuern, beim Tölzer Kurier, bei der Tourist-Info Tölz und online über München Ticket. Die Karten kosten 42, 36 oder 30 Euro plus Vorverkaufsgebühr.
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