Protestwoche der Bauern

„Bauern sind keine Klimakleber“: Demo am Odeonsplatz beendet – Grünen-Abgeordneter ausgebuht

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  • Elisa Buhrke
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  • Isabel Winklbauer

Am Montag rief der Bayerische Bauernverband zur großen Kundgebung. Tausende Bauern kamen mit ihren Traktoren nach München.

Update, 8. Januar, 13.48 Uhr: Die Versammlung am Odeonsplatz wurde beendet, teilt die Polizei München über Twitter mit. Sie wünscht allen Teilnehmenden eine gute Heimfahrt.

Unser München-Reporter hat während der Demonstration Interviews mit teilnehmenden Bauern geführt. Der 18-jährige Nevio ist um 5 Uhr morgens aufgestanden, um am Auftakt in München teilzunehmen. Hier lässt sich nachlesen, warum er die lange Anreise auf sich genommen hat.

Update, 8. Januar, 11.52 Uhr: Laut Polizei München ist auf der Theresienwiese noch genügend Platz für Bauern, die mit ihren Traktoren die Münchner Innenstadt anfahren. Das hat sie über X (vormals Twitter) mitgeteilt.

Update, 8. Januar, 11.39 Uhr: Als der Bundestagsabgeordnete Karl Bär (Grüne) die Bühne betritt, wird er von den Teilnehmenden massiv ausgebuht. Er ist vor Ort erschienen, um den Vorwürfen der Landwirte Rede und Antwort zu stehen.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Günther Felßner, hat sich zuvor in seiner Rede klar von Extremismus distanziert: „Bauern sind keine Chaoten, keine Klimakleber“. Sein Dank gelte der Polizei, die bayernweit friedliche und geordnete Versammlungen möglich mache. Auch die Blockade einer Fähre in der vergangenen Woche, auf der sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) befand, verurteile er aufs Schärfste: „Dafür stehen wir nicht. Wir stehen für friedlichen Protest“.

Bauern-Demo in München: Versammlung am Odeonsplatz hat begonnen

Update, 8. Januar, 11.14 Uhr: Die Versammlung am Odeonsplatz hat gegen 11 Uhr begonnen. Laut Polizei München haben sich zu Beginn der Versammlung etwa 8000 Demonstranten auf der Fläche eingefunden. Versammlungsleiter Martin Wunderlich bittet die Teilnehmenden in seiner Ansprache darum, sich bei der Demonstration vorsichtig und gemäßigt zu verhalten: „Bitte keine Waffen, auch keine Mistgabeln“ – im Publikum wird dieser Spruch mit Gelächter quittiert. „Heute wird‘s heiß hergehen, aber bitte bleibt friedlich.“ Seiner Einschätzung nach befinden sich derzeit etwa 7000 Traktoren für den Auftakt in München.

Update, 8. Januar, 10.56 Uhr: Wie unser Reporter mitteilt, füllt sich der Platz vor der Bühne an der Feldherrnhalle eher langsam. Erste Teilnehmer sagen, sie hätten auf noch mehr Zuspruch gehofft.

Der Odeonsplatz, an dem der zentrale Auftakt der Bauernproteste in Bayern stattfindet, füllt sich langsam mit Demonstrierenden.

Update. 8. Januar, 10.40 Uhr: Der Odeonsplatz beginnt sich langsam zu füllen, berichtet unser Reporter vor Ort. Die Demonstrierenden sind vornehmlich männlich, über der Ludwigsstraße kreist derzeit ein Hubschrauber. Vom Siegestor bis hin zum Odeonsplatz parken an der Seite Traktoren. Die Polizei sperrt die Fläche derzeit ab.

Wie die Polizei München über X meldet, wird die Aufstellfläche vom Odeonsplatz bis zur Münchner Freiheit demnächst vollständig gefüllt sein. Fahrzeuge, die dort keinen Platz mehr finden, werden auf die Theresienwiese geleitet.

Update, 8. Januar, 10.04 Uhr: Die Ausmaße des Protestauftakts in München sind noch größer, als angekündigt: Wie die Polizei München über X (vormals Twitter) mitteilt, fahren aktuell etwa 5500 Traktoren aus verschiedenen Teilen Münchens Richtung Innenstadt.

Zentraler Auftakt in München: Tausende Bauern am Odeonsplatz erwartet

Erstmeldung, 7. Januar, 20.12 Uhr: München – Wer am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit einen Traktor vor sich hat, kommt gern ins Fluchen. Und wer Hundert Traktoren vor sich hat, wünscht sich nur noch, er wäre mit der Bahn gefahren. So dürfte es heute vielen Pendlern gehen: Im Zuge der angekündigten Bauernproteste erwartet die Polizei an diesem Morgen mehrere Hundert Bulldogs, die alle aus ihren Dörfern in die Innenstadt zur Großkundgebung des Bauernverbands auf dem Odeonsplatz antuckern. „Teilweise war sogar die Rede von 2000 Traktoren, die kommen“, sagt Polizeisprecher Andreas Franken. „Mit hohen Teilnehmerzahlen und langen Demonstrationsrouten hat die Münchner Polizei Erfahrung. Aber so eine hohe Zahl von Traktoren zu lotsen, wird schon ein interessanter Einsatz.“

Etwa 5500 Traktoren sind derzeit zum zentralen Auftakt in München unterwegs.

Tausende Bauern mit ihren Traktoren kommen zum Odeonsplatz nach München

Mehrere Tausend Bauern wollen mit ihren Gefährten von außerhalb sternförmig auf den Odeonsplatz zufahren. Geht es nach der Polizei, werden sie alle auf den Mittleren Ring Nord gelotst, von wo aus sie dann über die Leopoldstraße rauf zur Ludwigstraße rollen. „Wir füllen die Hauptmeile vom Odeonsplatz bis zur Münchner Freiheit mit so vielen Traktoren auf, wie hin passen“, sagt Franken. Dabei würden die Ludwigstraße und wohl auch die Leopoldstraße in beide Richtungen gesperrt. Wege für Krankenwagen werden freigehalten, Anwohner und Beschäftigte vor Ort von der Polizei durchgelotst. Güllewagen sind rund um die Demonstrationsmeile untersagt. Passen in den Bereich Ludwigstraße und Leopoldstraße keine Traktoren mehr, werden die Landwirte auf die Theresienwiese umgeleitet, wo sie parken können. Von dort müssen sie mit der U-Bahn zum Odeonsplatz.

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Bauernprotest im Landkreis Starnberg.

Zu welcher Uhrzeit die Staus ihren Höhepunkt erreichen, hängt vom Zustrom der Bauern ab. Als Kernzeit der Verkehrsbehinderungen könne man 9.30 bis 11 Uhr ins Auge fassen, meint Franken.

Bauernprotest in München: Ausweichen auf ÖPNV empfohlen

Treffpunkt für die Bauern auf dem Land ist an den meisten Orten allerdings schon um 6 Uhr. Die Zufahrtsrouten der Landwirte sind also vermutlich zwischen 7 und 11 Uhr von Traktoren verstopft: die Prinzregenten- und Von-der-Tann-Straße, der gesamte Mittlere Ring, die Putzbrunner und Ottobrunner Straße, die Wasserburger Landstraße und Berg-am-Laim-Straße, die Bodensee- und Landsberger Straße (siehe Karte). „Wer auf öffentliche Verkehrsmittel ausweicht, ist gut beraten“, sagt Franken. Zudem empfiehlt er Demonstrationsteilnehmern wie Pendlern, die das Auto brauchen, heute die Sozialen Medien zu verfolgen. Die Polizei werde auf ihren Kanälen Auskunft geben, wo es aktuell zu Behinderungen komme.

Ab heute protestieren die Bauern in ganz Bayern. Die Polizei rechnet mit Verkehrsbehinderungen aufgrund von Traktor-Demos (Symbolbild von Protesten in NRW).

Interessant wird es dann nochmal ab 13.30 Uhr. Denn die Polizei koordiniert zwar die Anfahrt, aber nicht die Heimfahrt der Bauern. Rund 2000 Traktoren sind dann wild in alle Himmelsrichtungen unterwegs nach Hause.

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Rubriklistenbild: © Lukas Schierlinger

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