VonDieter Dorbyschließen
Die Stadt Miesbach übernimmt im Stadtmarketing nun vollständig die Verantwortung und hat dafür eine neue Stelle geschaffen. Ab sofort werden dort zentral Marketing, Stadtentwicklung, Kommunikation und Veranstaltungsmanagement gebündelt. Verantwortlich ist Max Kalup, bislang stellvertretender Leiter des Kulturamts im Waitzinger Keller.
Miesbach – Es ist ein Schritt, der sich zwar abgezeichnet hat, in dieser Konsequenz jedoch nicht unbedingt zu erwarten war: Die Stadt Miesbach übernimmt die komplette Verantwortung im Stadtmarketing und schafft dafür eine eigene Stelle im Rathaus. Dort wird nicht nur das Veranstaltungsmanagement angesiedelt, sondern auch die Förderung des Einzelhandels, die Kommunikation mit anderen Stellen, die neuen Bereiche Digitalisierung und Bürgerbeteiligung sowie nicht zuletzt die Städtepartnerschaft.
Dass die Stadt handeln musste, war klar, nachdem die Geschäftsleute der Innenstadt – vertreten durch den Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) – zuletzt den Kulinarischen Abend im August und den 1000-Lichterglanz im Advent gestrichen hatten. Die Gründe: zu viel Aufwand, zu hohe Kosten. Stattdessen will man sich wieder mehr auf die eigenen Kernaufgaben konzentrieren. Damit lag die für die Stadt so wichtige Belebung brach. Zudem kündigte die GWM im Mai den Kooperationsvertrag mit der Stadt. Darin war die Durchführung von vier Veranstaltungen pro Jahr vorgesehen.
Kuli und 1000 Lichterglanz wieder beleben
„Es ist uns wichtig, dass der Kulinarische Abend und der 1000 Lichterglanz als Frequenzbringer für Miesbach künftig wieder stattfinden“, stellte Bürgermeister Gerhard Braunmiller gestern beim Pressegespräch im Rathaus fest. Mit der neuen Stelle wolle die Stadt ein Zeichen setzen für Entwicklung, Belebung und Stabilität des Einzelhandels. Denn neben den beiden Großevents und den Gasserl-Veranstaltungen soll auch das Marktwesen mit dem Wochenmarkt sowie den Jahresmärkten gestützt und entwickelt werden.
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Die Stelle, die zum Hauptamt des Rathauses gehört, übernimmt Max Kalup, bislang stellvertretender Leiter des Kulturamts im Waitzinger Keller. Der 30-Jährige, der parallel noch seinen Master im digitalen Management macht, bringt nicht nur umfassende Erfahrung in Sachen Veranstaltungen mit, sondern hat zuletzt als Schriftführer bei der GWM auch viel Einblick in den örtlichen Einzelhandel gewonnen.
Zukunftsrelevante Bereiche gezielt entwickeln
Ziel ist es laut Braunmiller, diese Stelle schrittweise zu entwickeln. Die Bereiche Digitalisierung, gezielte Kommunikation und Vernetzung sowie Bürgerbeteiligung, deren Bedeutung laut Braunmiller zunehmen wird, bekommen nun eine neue Priorität im Rathaus – der direkte Draht zum Bürgermeister ist inklusive.
Für Kalup, der sich bereits seit Oktober um die neuen Aufgaben kümmert, ist es ein reizvolles Ressort: „Ich freue mich total. Miesbach kann alles bieten.“ Es brauche lediglich eine gute Vermarktung. Dabei sei aber Frequenz wichtig, um für die Aufenthaltsqualität zu werben.
Corona-Lockdown hilft beim Start
Der Zeitpunkt für den Start des neuen Stadtmanagements ist laut Braunmiller bewusst gewählt. Der 1000 Lichterglanz fällt heuer bekanntlich aus – das bietet die Chance zum kontrollierten Einstieg. Zudem herrscht coronabedingt beim Waitzinger Keller Kurzarbeit, sodass Kalups Stelle bis auf Weiteres unbesetzt bleiben kann – bis die Kultur wieder Fahrt aufnimmt. Neue Stellvertreterin von Kulturamtsleiterin Isabella Krobisch ist künftig Mitarbeiterin Veronika Leo.
Bei der GWM setzt man große Hoffnungen in die neue Stelle und den neuen Ansprechpartner. „Wir sind sehr begeistert“, sagt Vorsitzender Florian Brunner. „Das entspricht genau unseren Vorstellungen. Wir sind auch sehr dankbar, dass die Professionalisierung so schnell angegangen wurde. So kann Miesbach sein Marketing auf einem ganz anderen Niveau betreiben.“
ddy
