Mit voller Kraft ans Werk: Unterammergau hat einen neuen Ersten Bürgermeister

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Eine der ersten Gratulantinnen von Unterammergau neuem Ersten Bürgermeister Michael Buchwieser (r.) ist Vanessa Voit, Rathauschefin in Ettal und seine Partnerin in der Verwaltungsgemeinschaft.
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Unterammergau hat einen neuen Ersten Bürgermeister. Michael Buchwieser, der als einziger Kandidat antrat, erhielt bei der Wahl 91 Prozent der Stimmen. 45 Prozent der Wahlberechtigten in Unterammergau traten am Sonntag an die Urne. Der neue Rathauschef will nun Vollgas geben für seine Gemeinde.

Die erste Gratulantin war seine Frau. Es war kurz nach 19 Uhr, da waren noch nicht alle Stimmen, aber schon ein Großteil ausgezählt. Da wurde klar: Über 90 Prozent der Unterammergauer votierten für Michael Buchwieser. Da entlud sich die ganze Freude. Christine Buchwieser küsste und herzte ihren Mann. Dann nahm der frisch gewählte Erste Bürgermeister von Unterammergau auch die anderen Glückwünsche entgegen. Ettals Bürgermeisterin Vanessa Voit ließ es sich nicht nehmen, ihrem Partner in der Verwaltungsgemeinschaft Unterammergau bereits zu gratulieren. Sie war genauso wie Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der gesamte Gemeinderat und die komplette Familie des Kandidaten zur Wahlparty ins Eisstockheim gekommen.

Der Ausgang der Abstimmung war ja klar: Daran, dass Buchwieser Rathauschef in Unterammergau wird, bestand ja im Vorfeld kein Zweifel. Er war der einzige Kandidat, der sich hatte aufstellen lassen. Doch als am Sonntag ein klares Votum für ihn feststand, gab ihm das einen Schub. „Jetzt können wir Gas geben.“ Und der 38-Jährige geht, mit voller Kraft, als offiziell gewählter Rathauschef ans Werk.

Schlussendlich hatten 91 Prozent der Unterammergauer dem Mann der Freien Wählerschaft Unterammergau (FWU) seine Stimme gegeben. Das erleichtert ihn. „Ich bin froh, dass ich so einen Rückhalt aus der Bevölkerung habe.“ Nur die Wahlbeteiligung hätte aus seiner Sicht vielleicht höher ausfallen können. Die lag bei rund 45 Prozent. Es gab Abstimmungen, da war der Wert noch niedriger, 50 Prozent hätte sich der neue Bürgermeister jedoch schon gewünscht. „Aber man muss das schöne Wetter bedenken, noch dazu war es Einzelwahl. Also kann ich da eigentlich auch zufrieden sein.“

91 Prozent der Unterammergauer stimmen für Buchwieser

Dass er vielleicht einmal Erster Bürgermeister wird, diese Idee geisterte Buchwieser schon länger im Kopf herum. Doch er hätte es sich nie vorstellen können, dass er es unter solch tragischen Umständen wird. Denn die Unterammergauer mussten einen neuen Bürgermeister wählen, weil Robert Stumpfecker, der beliebte Mann, der seit 2020 auf dem Chefsessel im Rathaus saß, im Juni plötzlich und unerwartet im Rahmen einer kommunalpolitischen Infofahrt an den Folgen eines Hirnschlags starb. Buchwieser, sein Vize, musste die Amtsgeschäfte übernehmen.

Zum Vorteil gereichte ihm dabei, dass er in den meisten Themen schon involviert war. Dennoch brauchte er Bedenkzeit, ob er zur Wahl antritt. Der 38-Jährige, der mit seinem Bruder Anton den Betrieb Landtechnik Buchwieser führt, wusste: Die Aufgabe als Erster Bürgermeister nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch als der Job des Zweiten. Doch seine Familie war einverstanden, dass er kandidiert. Sie steht immer an seiner Seite. „Ich kann mich hundertprozentig auf sie verlassen.“

Jetzt macht Buchwieser erstmal so weiter wie in den letzten Monaten. Einige Projekte stehen an, die Sanierung des Hochbehälters, die Wasserleitung in den Ortsteil Au, der Dorfladen, der Einbau der Hackschnitzelheizung im Rathaus. Offensiv geht er seinen neuen Posten an, schreibt sich Offenheit auf die Fahnen. „Ich bin immer direkt und ich glaube, die Leute wissen, was sie von mir erwarten können.“

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