VonSebastian Grauvoglschließen
Schupfen- und Volksfest sind abgesagt. Doch Antn- und Hendl-Fans kommen heuer trotzdem auf ihre Kosten. Und in den Pfingstferien gibt ein anderes Schmankerl.
Miesbach – Die Haberer haben ihre „Antn“, Anian Kurz seine Hendl – und die Miesbacher sind versorgt. Serviert werden die beiden Klassiker beim Schupfenfest und beim Volksfest. Doch wegen des Veranstaltungsverbots durch die Corona-Pandemie wären die Grills bei beiden Traditionsterminen heuer kalt geblieben. Wären, denn wie der Volksfestwirt freudig unserer Zeitung mitteilt, wird es Mitte Juli eine Alternative geben: „Antn und Hendl to go.“
Möglich macht’s eine Zusammenarbeit zwischen Kurz, den Haberern und der Stadt Miesbach. Von Freitag bis Montag, 17. bis 20. Juli, zieht der Duft von reschem Geflügel über den Habererplatz – dank einer Kombination aus Schupfen- und Volksfest. Am Freitag bestücken die Haberer die Spieße, am Samstag und Sonntag Kurz. „Es gibt auch Ochs und Rollbraten“, erzählt der Wirt. Sogar den Seniorennachmittag wird es geben: Am Montag, 20. Juli, können die älteren Mitbürger ihre Essensgutscheine in der Habererschupf einlösen – und sich ihre Hendl mit nach Hause nehmen. Auch der Mandelhans wird seinen Stand aufbauen und das Miesbacher Volksfest-Gefühl trotz Corona perfekt machen.
Die Idee für das besondere Format ist Kurz gekommen. Weil er als Party-Caterer durch die Pandemie quasi arbeitslos geworden sei, habe er nach einer (sicheren) Alternative gesucht. Ermutigt habe ihn das „Volksfest to go“ in Gmund, erklärt Kurz. „Da habe ich gesehen, dass so was gut läuft.“ Also klopfte der Wirt bei den Haberern an, mit denen er auch in den vergangenen Jahren beim Schupfenfest schon gut zusammengearbeitet hat. Schnell wurde man sich einig. Kurz stellt die Grills, die Haberer ihre Schupf. „Da sind wir viel näher an der Stadt als an der Waitzinger Wiese“, sagt der Festwirt. Als man die Idee im Rathaus präsentiert habe, seien alle gleich sehr angetan gewesen.
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Bier werde er aber aller Voraussicht nach nicht ausschenken, meint Kurz. „Wenn wir zu viel planen, riskieren wir, dass es uns doch noch untersagt wird.“ Außerdem wolle er keinesfalls zur Ausbreitung des Virus beitragen. Denn obwohl er mit seinem Betrieb voll vom Veranstaltungsverbot betroffen ist, zeigt Kurz Verständnis für die Maßnahmen. Auch, weil er die Jahre vorher solide gewirtschaftet habe, könne er diese schwere Zeit nun gut überbrücken.
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Dennoch juckt es den Wirt, wieder für seine Gäste am Grill zu stehen. Deshalb hat er sich bereits für die Pfingstferien ein innovatives Angebot überlegt: In den Pfingstferien liefert er auf Bestellung ein halbes Spanferkel auf dem Brettl. Diese Menge könne auch eine kleine Gesellschaft gut packen, meint Kurz schmunzelnd. Die übrige freie Zeit genießt der Wirt übrigens mit seiner Familie – und auch das hat seine schönen Seiten, sagt er: „Ich war am Vatertag zehn Jahre lang nicht mehr daheim.“

