Ansturm

Hohe Mieten im Münchner Süden und Inflation: Explosion bei Wohngeld-Anträgen

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Wenn das Geld knapp wird, können Mieter Wohngeld beantragen.
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Mehr als doppelt so viele Anträge auf Miet-Zuschüsse bearbeitet das Landratsamt. Das kann inzwischen bis zu fünf Monate dauern - die Gründe sind vielschichtig.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Inflation, enorme Energiekosten – und das in der Hochpreisregion München: Das Geld für die Miete jeden Monat aufs Neue zu berappen, stellt viele Familien und Ein-Personen-Haushalte vor große Hürden. Eine Unterstützung für Familien am Rande der finanziellen Belastbarkeit bieten Bund und Länder: Wer sich die Miete oder Kredite für eine Immobilie nicht leisten kann, kann – unter gewissen Umständen – Wohngeld beantragen. Im Landkreis steigen die Anfragen massiv an, und die Empfänger warten monatelang auf eine Rückmeldung.

Mieten im Münchner Süden und Inflation: Explosion bei Wohngeld-Anträgen

„Grundsätzlich hat jeder Anspruch, der die gesetzlichen Vorgaben zur Leistungsgewährung in Bezug auf Einkommen, Haushaltsgemeinschaft, et cetera erfüllt“, erklärt Sabine Schmid, Pressesprecherin des Landratsamts. „Dabei gestaltet sich jeder Fall unterschiedlich“. Eine einfache Regelung, wer Anspruch auf diese Finanzmittel hat, gibt es nicht. Vielmehr ist eine komplexe Rechnung nötig, um das herauszufinden: Es werden alle Personen im Haushalt mit deren Einkommen berücksichtigt. Dazu werden die Mietkosten sowie das Preisniveau für Wohnraum in der jeweiligen Gemeinde einbezogen. Je nach Ausgangslage wird auch die Höhe des Zuschusses berechnet. Laut Verbraucherzentrale erhalten Wohngeldempfänger im Schnitt 370 Euro monatlich.

Schon jetzt beziehen 700 Mieter Wohngeld: Die Zahl könnte wachsen - und zwar deutlich

„Derzeit beziehen rund 700 Personen im Landkreis Leistungen nach dem Wohngeldgesetz.“ Diese Zahl könnte wachsen – und zwar deutlich: „Seit der Wohngeldreform zum Jahresbeginn sind die Fallzahlen erheblich gestiegen“, so Schmid. Etwa zweieinhalb Mal so viele Anträge wie im Vergleich zum Vorjahr müssten die Landratsamtsmitarbeiter derzeit bearbeiten. „Die aktuelle Lage ist durch die steigenden Preise für viele Haushalte besonders herausfordernd“, erklärt Schmid. Ein Abflauen sei nicht zu erkennen, ganz im Gegenteil. Die Antragszahlen „steigen weiter“.

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Alle Personengruppen betroffen: Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung bei der Miete

Derzeit würden verschiedene Personengruppen einen Wohngeldantrag stellen. „Dies geht von Alleinerziehenden über junge Familien bis zu Rentnern, jeweils verschiedener Nationalitäten“, sagt Schmid. Weil derzeit so viele Anträge eingehen, dauert es deutlich länger, bis das Landratsamt darüber entscheiden kann. Allein bis der Antrag erstmals bearbeitet wird, können „circa neun bis elf Wochen“ vergehen, wie Schmidt erklärt. „Selbst über umfangreiche Anträge ist in der Regel spätestens binnen vier bis fünf Monaten entschieden“, so die Behördensprecherin. „Leistungsansprüche werden selbstverständlich nachbezahlt.“

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Antragsunterlagen für das Wohngeld können über die Homepage des Landratsamts heruntergeladen werden. Formulare liegen auch in den Gemeinden aus.  dst/eki

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