Großes Projekt

„Endlich mal vernünftige Büros“: Finanz-Rathaus soll saniert werden – für fast 100 Millionen Euro

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Das Kassen- und Steueramt soll saniert werden. Das Gebäude ist 70 alt.
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Das Kassen- und Steueramt muss dringend saniert werden. Allerdings soll das Projekt statt 50 Millionen Euro nun fast 100 Millionen Euro kosten.

München - Das oberste Stockwerk ist einsturzgefährdet, die Temperaturen klettern im Winter nicht über 15 Grad, im Sommer dagegen auch gern mal über 35. „Das ist für die Mitarbeiter nicht mehr zumutbar“, sagt Stadtkämmerer Christoph Frey (SPD). „Das Kassen- und Steueramt ist seit Langem dringend sanierungsbedürftig.“

Finanz-Rathaus in München: 2018 waren die Baukosten noch auf 50 Millionen beziffert worden, nun auf 97

Tatsächlich existiert die Absicht bereits seit 2018, damals hätte die Sanierung des Hauses an der Herzog-Wilhelm-Straße 11 mit knapp 50 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Nun haben sich die Baukosten fast verdoppelt, auf 97 Millionen Euro.

Das Finanz-Rathaus war von den Architekten Max Panitz und Carl Delisle entworfen und 1953/54 errichtet worden. In den folgenden Jahrzehnten sind drei Gebäudeteile hinzugekommen. Darüber hinaus ist nicht viel passiert, abgesehen von punktuellen Modernisierungen oder Instandsetzungen. 2018 entschied sich der Stadtrat dazu, das Gebäude umfassend zu sanieren. Berücksichtigt werden sollte im Zuge der Planungen auch ein neues Büroraumkonzept, das auch die Anforderungen geteilter Arbeitsplätze (Sharing) und die zunehmende Home Office-Quote einbezieht. Nach dem Umbau könnte so Raum für 1038 Arbeitsplätze entstehen, derzeit hat die Kämmerei knapp über 700 Mitarbeiter. Somit hätte auch noch ein anderes Referat an der Herzog-Wilhelm-Straße Platz.

Sanierung des Kassen- und Steueramtes: Mitarbeiter dürfen künftig im Klostergarten zu Mittag essen

Um die Sicherheit im Haus zu erhöhen, soll im Erdgeschoss eine Kundenzone geschaffen werden. Ferner hat sich im Norden die Möglichkeit ergeben, Freiflächen für die Mitarbeiter zu schaffen. Das benachbarte Kloster, das über Jahrzehnte eine städtische Fläche dort als Klostergarten nutzen durfte, hat die Bewirtschaftung mittlerweile auf eigenen Wunsch aufgegeben.

Apropos Freiräume: Die Innenhöfe in allgemein zugänglichen öffentlichen Gebäudeteilen sollen während der Dienstzeit allen Münchnern zugänglich sein. Geplant ist ferner, die Fassaden zu begrünen und die Solaranlage auf dem Dach zu vergrößern. Entstehen könnten darüber hinaus Ladestationen für Elektrokraftfahrzeuge und -fahrräder.

Kassen- und Steueramt in München: Die Sanierung gilt als alternativlos, ein Neubau hätte 145 Millionen gekostet

Die Sanierung gilt im Rathaus mehrheitlich als alternativlos, ein Neubau an gleicher Stelle würde bis zu 145 Millionen Euro kosten. Für Frey hat der Umbau zudem den Vorteil, dass die Kämmerei an einem Standort zusammengezogen werden würde. Dadurch entstünden zum Beispiel im Rathaus am Marienplatz Freiräume für andere Abteilungen, Mietverträge mit weiteren Niederlassungen an der Herzog-Wilhelm-Straße 22 sowie der Pilgersheimer Straße 20 könnten aufgelöst werden.

Stimmt der Stadtrat zu, soll der Baubeginn um den Jahreswechsel 2024/25 erfolgen und etwa drei bis vier Jahre dauern. Frey ist zuversichtlich. „Gebäude ist 70 Jahre alt, die Sanierung ist längst überfällig“, sagt Frey. „Die Menschen, die dort arbeiten, brauchen endlich mal vernünftige Büros.“

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