Moosburg scheint sich langsam aus den tiefroten Zahlen zu verabschieden. Jedenfalls gab es jetzt vom Kämmerer positive Signale zur Haushaltslage.
Moosburg – Es war eine Sitzung voller guter Nachrichten. Kämmerer Hans Walther konnte dem Finanzausschuss des Moosburger Stadtrats am Montag sowohl bei der Jahresrechnung 2018 als auch beim Zwischenstand 2019 von millionenschweren Mehreinnahmen berichten. Es gibt Indikatoren, die Hoffnung auf einen dauerhaften Erhalt dieses Finanzniveaus machen.
Bei der Jahresrechnung lagen die Moosburger Einnahmen bei der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuerbeteiligung deutlich über den Ansätzen. Für den Haushalt ergeben sich Mehreinnahmen mit 2,5 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer oder 900.000 Euro bei der Einkommensteuerbeteiligung.
Diese erfreulichen Einnahmen sorgten dafür, dass die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt von geplanten 1,05 auf 7,9 Millionen Euro angestiegen ist. Das Haushaltsvolumen von 62,74 Millionen Euro teilt sich auf in 44,79 Millionen im Verwaltungs- und 17,94 Millionen Euro im Vermögenshaushalt.
„Wir hatten Gewerbesteuereinnahmen von Firmen, die seit Jahren nichts bezahlt haben“, sagte der Kämmerer. Das sei, so Walther sinngemäß, ein Indiz, dass es der Moosburger Wirtschaft besser gehe und 2018 nicht der klassische Ausreißer sei, in dem eine Firma nur ein besonderes Geschäft abgewickelt habe. Die Stadt Moosburg dürfe darauf hoffen, in den kommenden Jahren auf diesem neuen Einnahmeniveau zu bleiben.
Satte Erlöse aus den Amperauen
Dazu passte auch der Zwischenbericht zum Haushalt 2019. Hier wurden die Ansätze der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer nach oben korrigiert – mit jeweils 11,8 Millionen Euro. Es sieht auch hier nach Mehreinnahmen aus. „Die Gewerbesteuer hat sich stabilisiert“, sagte Walther. Sollte nichts Größeres passieren, würde man das Niveau vom Vorjahr wieder erreichen.
Im Verwaltungshaushalt erwartet der Kämmerer 2019 1,8 Millionen Euro Mehreinnahmen, die durch ein Plus bei den Abwassergebühren (800.000 Euro), der Einkommensteuerbeteiligung (500.000 Euro) und der Schlüsselzuweisung (ebenfalls 500.000 Euro) zustande kommen.
Noch besser kommt es aber dieses Jahr im Vermögenshaushalt, wo die Mehreinnahmen voraussichtlich bei 6,5 Millionen Euro liegen. Schon jetzt hat man den Ansatz aller Einnahmen (16,86 Millionen Euro) mit 19,40 Millionen Euro gewaltig überschritten. Hauptgrund sind die Grundstücksverkäufe im Wohngebiet Amperauen. Hans Walther erklärte, dass ein Gutachten der Stadt 18 Millionen Euro Einnahmen in Aussicht gestellt hatte, tatsächlich aber 28 Millionen Euro in die Kasse fließen könnten. Martin Pschorr (SPD) gab aber auch zu bedenken, „dass die hohen Einnahmen der Grundstücksverkäufe die angespannte Lage auf dem Markt zeigen“. Alfred Wagner (Grüne) appellierte unterdessen dafür, dass die Stadt dieses Geld mit Bedacht verwalten solle, weil die Infrastruktur des neuen Baugebietes auch Kosten mit sich bringe.
Aktuell hat die Stadt eine gute Bilanz. Den rund 20 Millionen Euro Schulden steht ein Kassenstand von 31 Millionen Euro gegenüber. Der Kämmerer sagte im Finanzausschuss, dass eine vorzeitige Ablösung von Darlehen bei den aktuellen Zinsen keinen Sinn mache. „Und wir zahlen keine Strafzinsen“, betonte Walther.