VonAndreas Thiemeschließen
Für fast 75 Millionen war das Grundstück in der Sendlinger Alramstraße verkauft worden - doch bis heute stehen dort keine Eigentumswohnungen, sondern es klafft ein großes Loch. Vom Käufer fordert eine Maklerin nun eine Millionen-Provision, doch vor Gericht scheiterte sie mit ihrer Klage.
München - Der Streit um das Sendlinger Loch zieht immer weitere Kreise. Vor Ort in der Alramstraße war ein Supermarkt abgerissen worden, doch der Neubau steht bis heute nicht - dafür zoffen sich die Beteiligten längst auch vor Gericht. Das jüngste Kapitel: Der Chef von M-Concept, Stefan Mayr, soll einer Maklerin angeblich Provisionen in Millionenhöhe schulden - sie hatte Mayr am Landgericht München I verklagt.
Doch nun entschieden die Richter: Die Klage wird abgewiesen. Insgesamt war es um 1 898 050 Euro gegangen, die die Maklerin als Provision forderte. Doch das Geld wird sie nicht erhalten - ihr juristischer Kampf scheiterte.
München: Millionenschwerer Prozess um Sendlinger Loch - Maklerin scheitert mit Klage
Der Hintergrund: 2017 stiegen die Kaufpreise für neu gebaute Wohnungen stark an. Stefan Mayr hatte sich als Chef seiner Firma M-Concept auf Luxus- Eigentumswohnungen spezialisiert und in Bestlagen wie Bogenhausen sowie am Gärtnerplatz investiert. Das Grundstück in Sendling: eigentlich untypisch für Mayrs Portfolio. Doch für 75 Millionen Euro kaufte er es, wie Ende Oktober vor Gericht bekannt wurde.
Erst durch die Maklerin habe Mayr aber von der Vakanz erfahren - deshalb stehe ihr eine Provision zu, argumentierte sie. Das Gericht entschied anders: Unstrittig hätten zwar Gespräche zwischen Mayr und der Maklerin über das Sendlinger Grundstück stattgefunden - das Wirken der Maklerin allein hätte aber nicht zu dem millionenschweren Immobiliendeal geführt.
Und vor Ort in Sendling? Sollten eigentlich längst Luxuswohnungen stehen. Stattdessen klafft weiter ein hässliches Loch. th
