Tradition lebt wieder auf

Mit 81 Jahren Fuhrmann bei Leonhardi: Kreuther spannt bei Umfahrt ein

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Seine Rösser hat Georg Floßmann im Griff.
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Die Leidenschaft für seine Pferde hält Georg Floßmann fit. 81 Jahre alt wird der Kreuther im Oktober. Auch heuer will er wieder bei Leonhardi einspannen.

Kreuth – Die Leidenschaft für seine Pferde hält Georg Floßmann fit. 81 Jahre alt wird der Kreuther im Oktober, im Stall stehen noch fünf mächtige Süddeutsche Kaltblüter. Vier von ihnen will er zur Leonhardifahrt in seiner Heimatgemeinde am Sonntag, 6. November, einspannen: „So Gott will.“

Seit 1964 fährt Floßmann mit bei Leonhardi, um sich den Segen für Pferde und Fuhrleute abzuholen. Für Floßmann gehört „Lehards“ zum Jahr wie Weihnachten und Ostern. Dass die traditionsreiche Umfahrt wegen Corona zwei Jahre lang ausfallen musste, war hart. „Da ist man aus dem Gleis geschmissen“, sagt Floßmann, Dass er seine Rösser im Griff hat, darauf vertraut auch der Kreuther Gemeinderat: Floßmann fährt den Truhenwagen, in dem die Mitglieder des Gremiums Platz nehmen.

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Die Kreuther Leonhardifahrt gilt als die älteste ihrer Art in ganz Bayern. Sie findet bereits seit 500 Jahren statt, und das immer am 6. November – heuer also an einem Sonntag. Die Kreuther legen viel Wert darauf, dass der Kern der Wallfahrt erhalten bleibt und aus dem Bittgang kein Touristen-Spektakel wird. Nach dem Gottesdienst in der Leonhardikirche ziehen gut 30 prächtig geschmückte Gespanne und verzierte Truhenwagen dreimal zur Segnung durchs Dorf.

Umritt auch in Festenbach

Eine Woche später, am 13. November, wird des heiligen Leonhard auch in Gmund gedacht. Dort startet der traditionelle Leonhardiritt um 14 Uhr an der Leonhardikapelle im Ortsteil Festenbach.  

jm

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