Burschenverein plant „Abschlussball“

Altbau wird abgerissen: Mittelschule richtet sich für drei Jahre in Ausweichquartier ein

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Das Ausweichquartier ist fast fertig: Die Mittelschule Holzkirchen zieht Anfang September vom abbruchreifen Altbau (vorne) in den wenige hundert Meter entfernten Containerbau (hinten r.) um. Drei Jahre wird in der Interimsschule (Bild links) unterrichtet, bis der Neubau am Altstandort bezugsfertig ist.
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Der Umzugstermin rückt näher: Die Mittelschule Holzkirchen bezieht zum Start des neuen Schuljahrs einen Interimsbau, eine „Container“-Schule. Drei Jahre wird dort unterrichtet, bis der Neubau am alten Standort fertig ist. Ab 1. September bleiben nur zwölf Tage, um das gesamte Innenleben einer Schule zu verfrachten. „Ein sportlicher Zeitplan“, weiß auch der Bürgermeister.

Holzkirchen – Nach jahrelanger Planung und trotz zuletzt stark gestiegener Kostenschätzung startet die Marktgemeinde die Umsetzung ihres größten Investitions-Projekts seit der Geothermie. Abriss und Neubau der Mittelschule in der Baumgartenstraße werden nach jüngster Prognose (Juni 2022) insgesamt rund 41,2 Millionen Euro verschlingen.

Rund sieben Millionen Euro der Gesamtkosten entfallen auf das Ausweichquartier: Nur wenige hundert Meter weiter südlich, auf einer Wiese westlich der Baumgartenstraße, ist eine „Container“-Schule in die Höhe gewachsen. „Ende August muss der Interimsbau bezugsfertig sein“, sagt Bürgermeister Christoph Schmid.

Dann gilt es, die Räume bis zum ersten Schultag am 13. September unterrichtsreif einzurichten. Die Entfernung zum Altbau ist zwar nicht groß, „aber ein ganzes Schulhaus umzusiedeln, das dürfte spannend werden“, glaubt der Rathauschef. Teilweise wird neues Mobiliar gekauft, das dann auch im Neubau Verwendung findet. Drei Jahre, so sieht es der Zeitplan vor, werden die 300 Schüler im Ausweichquartier beschult. Dann ist wieder ein Umzug fällig: Im September 2025 soll der Neubau in Betrieb gehen.

Aktuell ist nicht einmal der Containerbau auf der Wiese ganz fertig. Etwa 300 Module bilden ein dreistöckiges, H-förmiges Ensemble, in dem unter anderem 16 Klassenzimmer untergebracht sind. „Auf einem Flügel fehlen aktuell noch drei Module für ein Treppenhaus“, berichtet der Bürgermeister auf Anfrage. Beauftragt wurde die Firma Fagsi aus Morsbach (Nordrhein-Westfalen), ein Unternehmen der Alho-Gruppe, das europaweit zu einem der führenden Anbieter für Gebäude in Containerbauweise zählt. Schmid geht davon aus, dass die Firma die Termine einhält.

Abriss des Altbaus beginnt im Herbst

Nur im Außenbereich, wo unter anderem ein Pausenhof, Parkplätze und Sitzbänke anzulegen sind, könne es sein, dass zum ersten Schultag nicht alles fertig wird. Sobald der eigentliche Neubau bezogen ist, verschwinden die Container, wie Schmid betont. „Da bleibt nichts übrig. Wir renaturieren und stellen den Zustand einer landwirtschaftlich nutzbaren Wiese wieder her.“

Am Altstandort in der Baumgartenstraße beginnt im Oktober der Abriss. Schon jetzt sind die Gemeindewerke dabei, die Versorgungsleitungen zwischen der bereits renovierten Grundschule und der unmittelbar benachbarten Mittelschule zu trennen. Grundsätzlich solle die Baumgartenstraße befahrbar bleiben, sagt Schmid, „aber manchmal werden Sperrungen wohl nicht zu vermeiden sein“.

Der Neubau, bei dessen räumlicher Konzeption die Lehrerschaft eingebunden war, umfasst 18 Klassenzimmer. Bei den Kosten erlebte die Gemeinde zuletzt unangenehme Überraschungen: Seit Oktober 2021 stieg die Kalkulation von 23 erst auf 37 Millionen und zuletzt auf 41,2 Millionen Euro. Für den jüngsten Sprung um 12,5 Prozent ist laut Schmid hauptsächlich die derzeit überall spürbare Steigerung der Baupreise verantwortlich. Projektbezogen dazu kamen Mehrkosten für eine dickere Fundament-Betonplatte, eine breitere Treppe, ein zusätzliches WC im Parterre sowie eine zusätzlich flexibel gestaltete Trennwand.

Nicht nur Holzkirchner Jugendliche dürfen sich auf den Neubau freuen. Auch Mittelschüler aus Otterfing, Warngau, Waakirchen, Weyarn und Valley sind dem Sprengel zugeordnet.

Burschen-Party steigt am 10. September

Ehe im Oktober der Altbau zu Abriss freigegeben wird, werden die alten Gemäuer noch einmal zwei rauschende Feste erleben. Das Angebot der Standortförderung im Rathaus, die abbruchreifen Räume bespielen zu dürfen, ließen sich der Burschenverein Holzkirchen-Erlkam und der Verein „Hilfe für die Straßenkinder in Mbour (Senegal)“ nicht entgehen. Die Vereine haben sich zwei voneinander unabhängige Abschlusspartys vorgenommen.

Zuerst sind kurz vor Beginn des neuen Schuljahres die Burschen am Zug: Am Samstag, 10. September, laden sie unter dem frechen Motto „Ein letztes Mal blau machen“ zum Abschlussball in die Mittelschule. Ab 21 Uhr wird gefeiert, der aus dem Radio bekannte DJ Etact (Bayern 3) legt auf. Drei Bars, darunter eine Motto-Bar, sind geplant. Angekündigt sind zudem „viele weitere Specials“. Der Eintritt zum Abschlussball kostet acht Euro (inklusive Welcome-Drink) und ist laut Veranstalter erst ab 18 Jahren möglich.

Noch einmal werden die ehemaligen Mittelschul-Räume dann gebraucht, wenn am darauffolgenden Wochenende das 1. Afrikafest Holzkirchen ansteht. Von Freitag, 16. September, bis Sonntag, 18. September, will der Verein „Hilfe für die Straßenkinder in Mbour (Senegal)“ ein buntes und fröhliches Afrikafest in der Mittelschule auf die Beine stellen. Das genaue Programm steht noch nicht fest.

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