VonUlrike Osmanschließen
Seit einigen Monaten hat es sich bereits abgezeichnet, jetzt steht es fest. Moorenweis bekommt einen neuen Bürgermeister. Der bisherige Stellvertreter will antreten.
Moorenweis - Nachdem die Dienstunfähigkeit des Amtsinhabers Joseph Schäffler (CSU) nun offiziell festgestellt ist, finden Anfang 2025 Neuwahlen statt. Einen Bewerber gibt es bereits: Der jetzige Dritte Bürgermeister Christoph Gasteiger möchte, vorbehaltlich der Nominierung durch die CSU-Ortsgruppe, seinen Hut in den Ring werfen.
9. Februar 2025 als Termin festgesetzt
Schäffler befindet sich seit Ende November letzten Jahres im Krankenstand. Im Juni kündigte er seinen Rücktritt an (wir berichteten). Im Juli bestätigte ihm eine amtsärztliche Untersuchung, dass seine Gesundheit den Belastungen des Amtes nicht mehr gewachsen ist. Damit habe sich „dramatisch bestätigt“, was ihm die Ärzte seit seiner Krankschreibung immer wieder nahegelegt hätten, sagte Schäffler bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit seinem Stellvertreter Rudi Keckeis (Bürgervereinigung) und Christoph Gasteiger.
Im August entschied der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung, Schäffler zum 1. Dezember in den Ruhestand zu versetzen. Dies könne frühestens drei Monate nach Feststellung der Dienstunfähigkeit geschehen, so der 59-Jährige. Innerhalb von weiteren drei Monaten müssen dann Neuwahlen stattfinden.
Wie Rudi Keckeis mitteilt, hat die Kommunalaufsicht im Landratsamt den 9. Februar 2025 als Wahltermin festgesetzt. Der Gemeinderat werde in seiner Sitzung am Dienstag, 17. September, den Termin beschließen.
Gasteiger will dann die Gelegenheit ergreifen, dem Gremium und seiner CSU-Fraktion mitzuteilen, dass er sich gut vorstellen kann, Schäfflers Nachfolger zu werden. Nominiert werden müsste er dann in einer Aufstellungsversammlung der CSU-Ortsgruppe.
„Ein Praktikum habe ich ja nun lange genug gemacht“, so der 47-Jährige in Anspielung auf die Tatsache, dass er und Keck㈠eis seit über neun Monaten die Amtsgeschäfte im Rathaus führen. In dieser Zeit hat er die Bürgermeistertätigkeit als „interessante, sicherlich auch sehr fordernde Aufgabe“ kennengelernt. Das hohe Arbeitspensum schrecke ihn ebenso wenig ab wie die „unangenehmen Begebenheiten“, die es durchaus auch gebe. „Ich würde sehr gerne weitermachen wollen.“
Kreisbrandrat würde Hauptberuf aufgeben
Führungsaufgaben und Verantwortung für hohe Budgets hat Gasteiger auch im Hauptberuf. Der verheiratete Vater dreier Söhne (8, 12 und 15 Jahre alt) arbeitet im Aktualitätenzentrum des Bayerischen Rundfunks als Fachgruppenleiter im technischen Bereich. Diese Tätigkeit würde er fürs Bürgermeisteramt aufgeben, nicht jedoch seine Funktion als Kreisbrandrat.
Beides werde sich gut unter einen Hut bringen lassen, so Gasteiger. Im Moment sei ja sogar die Dreifach-Belastung durch Hauptberuf („mit einer 40-Stunden-Woche, die selten 40 Stunden hat“), Bürgermeistervertretung und die Tätigkeit als Kreisbrandrat machbar – auch wenn es „an die Substanz und darüber hinaus“ gehe.
Gibt es noch andere Bewerber?
Insofern sind Keckeis und Gasteiger froh, dass die Zeit ihrer Stellvertretung nun absehbar ist. Geholfen habe ihnen die Unterstützung der Mitarbeiter im Rathaus sowie die Tatsache, dass sie sich gut ergänzen und nicht miteinander konkurrieren, wie beide betonen. Tatsächlich hat Keckeis bereits wissen lassen, dass er bei der Neuwahl als Kandidat nicht zur Verfügung steht. Ob es aus den Reihen der Bürgervereinigung und der dritten Gemeinderatsfraktion, der Liste Gemeinschaft, Bewerber gibt, wird sich zeigen.
