Jahrelang “Permanent hingehalten worden“

„Ein Affront“: Ex-Bürgermeisterin kritisiert Deutsche Bahn scharf und ruft Pendler zum Protest auf

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Die Verhältnisse am Moosburger Bahnhof sorgen für Ärger im Rathaus.

In ungewöhnlich scharfen Worten hat Moosburgs Ex-Bürgermeister Anita Meinelt die Deutsche Bahn kritisiert und Pendler um Rückendeckung gebeten. Auslöser war ein „Affront“.

Moosburg – Es ist ein Thema, das Anita Meinelt jahrelang beschäftigt hat und das Moosburgs Ex-Bürgermeisterin gerne vor ihrem Amtsende in trockenen Tüchern gesehen hätte. Doch die mühsamen Verhandlungen zwischen Stadt und Deutscher Bahn zur Verbesserung der Fahrradstellplätze am Bahnhof führten nun überraschend aufs Abstellgleis. Meinelt sieht die Stadt derart brüskiert, dass sie sich mit einer für sie ungewöhnlich scharfen Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt hat. Ihre Überschrift lautet: „Bahn KEIN verlässlicher Partner der Kommunen“.

„Seit vielen Jahren bemühen wir uns intensiv darum, die Situation am Bahnhof, vor allem für Radfahrer zu verbessern“, erläutert Meinelt die Hintergründe. Man habe nachgewiesen, dass mindestens 300 Stellplätze fehlen und auch die vorhandenen nicht mehr dem technischen Stand entsprechen würden. „Die Stadt Moosburg hat dazu Gelder bereitgestellt und immer wieder die Bahn gebeten, ihre Zusagen und Versprechen, die sie gegenüber den Kommunen gegeben haben, einzuhalten.“

Ex-Bürgermeisterin kritisiert Bahn: Drei Jahre „permanent hingehalten worden“

Unter anderem habe der Konzern erklärt, dass er beim Klimaschutz eine wichtige Rolle mit der Bike+Ride-Offensive an Bahnhöfen einnehmen und Flächen kostenfrei zur Verfügung stellen werde. In der Bahn-Mitteilung habe es außerdem geheißen: „Die DB unterstützt die Kommunen dabei, den Bahnhof für Bike+Ride attraktiver zu gestalten“, zitiert Anita Meinelt und erklärt: „Diese Zusagen haben wir zum Anlass genommen, mit der Bahn in umfassende Gespräche einzutreten, um den Zustand am Bahnhof, der für seine große Pendlerzahl bekannt ist, wesentlich zu verbessen.“

Derzeit wegen Corona nur eingeschränkt genutzt, platzt der Fahrradunterstand am Moosburger Bahnhof sonst aus allen Nähten. Die Stadt hatte deshalb auf eine Verbesserung gemeinsam mit der Deutschen Bahn gesetzt – und wurde nun herbe enttäuscht.

Seit drei Jahren habe man dies umsetzen wollen und sei man „permanent hingehalten“ beziehungsweise seien keinerlei Fortschritte erzielt worden. „Deshalb waren wir letztendlich auch bereit, die Fläche des noch verbleibenden Parkplatzes zu erwerben, um hier selbst die Fahrradanlagen zu errichten“, so Meinelt. Derzeit seien hier noch hohe Zuschüsse zu erwarten, die die Stadt für ihre Bürger beanspruchen würde.

Bahn-Management vollzieht überraschenden Rückzieher und brüskiert Stadt

Die Ortschefin a. D. betont: „Mit den Mitarbeitern der Bahn war stets eine gute und konstruktive Zusammenarbeit möglich.“ Daher habe es die Verantwortlichen im Rathaus sehr gefreut, dass die vielen Verhandlungen Anfang April zu einem Kaufangebot seitens der Bahn geführt hätten. Der Notarvertrag sei gemeinsam erarbeitet und der Verwaltung dann als Grundlage zur Verbriefung zugesandt worden. „Der Stadtrat hat diesen Vertrag einstimmig genehmigt.“ So weit, so zuversichtlich.

Doch dann folgte laut Meinelt die Kehrtwende: „Vor zwei Wochen kam vollkommen überraschend die lapidare Aussage, dass das zuständige Management alle Verkäufe auf Eis legt.“ Dies sei aus ihrer Sicht „ein Affront gegenüber der Kommune und allen betroffenen Bahnkunden“. Man habe „extrem viel Zeit“ in die Vorbereitungen gesteckt und werde „nun erneut von der Bahn vorgeführt und auf die Warteschleife geschickt“, ärgert sie sich. 

Anita Meinelt hofft auf Rückendeckung und Protest von Pendlern

Und zwar derart, dass sie die Pendler zum Protest aufruft: „Wir hoffen, dass alle Bahnkunden auch gegenüber dem DB-Management ihren Unmut kundtun und die Stadt damit in ihren Bemühungen unterstützen, doch noch zu einer Verbriefung zu kommen“, da auf beiden Seiten alle Voraussetzungen geschaffen worden seien.

Zum Ende ihrer Botschaft streckt Anita Meinelt noch einmal die Hand aus: „Die Stadt Moosburg stand und steht sicher nach wie vor bereit, die Umsetzung der Fahrradanlagen umgehend in Angriff zu nehmen.“ Es sei zu hoffen, „dass die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn zu den Kommunen und zu ihren Zusagen stehen“.

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