VonHelmut Hobmaierschließen
Aus einem lustigen Betriebsausflug in Kanus wurde am Samstag am späten Nachmittag plötzlich eine lebensgefährliche Situation auf der Isar.
Moosburg – „Es war wohl der Tag der Kajakfahrer“, sagte am Samstag eine Sprecherin der Moosburger Polizei: So viele Boote wie selten waren auf der Isar unterwegs – trotz kühlem Wetter. Darunter auch eine kleine Flotte von Kanus – Kollegen, die miteinander einen Betriebsausflug der besonderen Art unternahmen.
Bei Flusskilometer 100, kurz vor Moosburg, passierte es dann: Eines der Kanus – laut Feuerwehr Thonstetten besetzt mit drei Kanuten – kenterten, nachdem es gegen angetriebene Baumstämme gefahren war. Die Insassen fielen ins Wasser. Laut Polizei handelte es sich dabei um zwei Männer (47 und 44 Jahre alt) und eine 51-jährige Frau.
Duo harrt auf Treibholz-Insel aus
Die Frau und einer der Männer retteten sich auf einige größere Stücke Treibholz, die sich in der Mitte der Isar aufgestaut hatten. Weil die Strömung der Isar an der Stelle sehr stark war, wäre es nach Einschätzung der Polizei lebensgefährlich gewesen, die Isar von dort aus zu durchschwimmen. Die Beiden machten also das einzig Richtige: Sie harrten auf ihrer kleinen Treibholz-Insel aus.
Der dritte Kanufahrer allerdings schwamm auf die andere Seite der Isar, lieh sich von einem Radfahrer dessen Bike aus und fuhr bis zur Moosburger Kippe (Flugplatz), von wo aus er den Rettungsdienst alarmierte. Und das gekenterte Boot? Das war gegen Baumstämme und herabhängende Äste gedrückt worden und blieb dort eingeklemmt.
Nach dem Notruf lief das volle Programm ab: Die Wasserwachten aus Moosburg und Freising eilten herbei, der Rettungsdienst, die Thonstettener und Moosburger Feuerwehr rückten ebenfalls an. Und auch der Polizeihubschrauber Edelweiß kam herangeschwebt, der die beiden Gestrandeten rettete. Eine Seilwinde wurde herabgelassen und die Beiden im flachen Flug ans Ufer gebracht. Dort stellte man schnell fest, dass niemand in akuter Gefahr war.
„Rettungsaktion lief wie am Schnürchen“
Alle drei aber waren laut Martin Hörhammer, 2. Kommandant der Thonstettener Feuerwehr, unterkühlt, standen unter Schock und hatten Wasser geschluckt. Erfreulich: Alle Kanufahrer waren mit Schwimmwesten ausgestattet und nüchtern. Eine weitergehende ärztliche Behandlung sei nicht nötig gewesen, ergänzte Stefan Aigner von der Moosburger Wasserwacht.
Man habe das Boot dann geborgen, das später von der Leihfirma abgeholt wurde. Sämtliche Wertsachen seien noch vorhanden gewesen und an die Besitzer zurückgegeben worden. Aigner: „Die Rettungsaktion lief wie am Schnürchen, die Zusammenarbeit aller Beteiligten funktionierte super.“
Einer der Gekenterten ist Spanier – er stammt laut Polizei aus Barcelona und war auf Besuch. Die Frau und der andere Mann wohnen im Landkreis Freising.
Es war 20 Uhr, als der Einsatz an der Isar schließlich beendet war – und somit auch der Betriebsausflug.
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