Kritik an steigenden Kosten

Trotz Debatte: Moosburgs neues Hallenbad darf Zehn-Millionen-Marke knacken

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Der Plan für das neue Hallenbad in Moosburg ist im Stadtrat nicht unumstritten.

Im Moosburger Stadtrat wurden jetzt die Pläne für das neue Hallenbad vorgestellt. Trotz eines Kostenplus fand das Vorhaben eine deutliche Mehrheit im Gremium.

Moosburg – Das künftige Moosburger Hallenbad hat die nächste große Hürde übersprungen. Mehrheitlich hat der Stadtrat am Montag der neuen Kostenberechnung zugestimmt und damit bekräftigt, die Einrichtung neben dem Freibad auch bei Nettokosten von mehr als zehn Millionen Euro weiter umsetzen zu wollen.

Das Büro Eckert aus Langenzenn ist bayernweit spezialisiert auf Hallenbäder und plant derzeit gleich vier Projekte in München. Dem Moosburger Stadtrat wurde die Planung detailliert vorgestellt – inklusive der Maßnahmen, mit denen das Bad umweltfreundlicher werden soll. Vorgesehen sind unter anderem ein Blockheizkraftwerk sowie eine Wärmepumpe, was den Kohlendioxid-Verbrauch des Bads um rund 25 Prozent reduziert und damit den ökologischen Fußabdruck verkleinert.

Das Hallenbad bekommt nach dem Grundsatzbeschluss des Rats neben einem Kinderbecken ein großes Schwimmbecken mit 7 mal 25 Metern und damit fünf Bahnen. An der Planung monierte Alfred Wagner (Grüne), dass neben den Sammelumkleiden neun Einzelkabinen zu wenig seien. Schon bei der gleichzeitigen Ankunft von zwei Familien könne es seiner Ansicht nach eng werden. Die Planer betonten, dass das Bad auch beim Umkleidebereich auf 40.000 Besucher jährlich ausgelegt sei.

Wo aktuell noch das Umkleidegebäude des Freibads steht, soll bald das neue Hallenbad entstehen.

Der wichtigste Teil der Präsentation war aber die letzte Seite mit den steigenden Kosten. Gegenüber der Kalkulation vom Mai 2018 mit 9,23 Millionen Euro netto (10,98 Millionen brutto) wurde nun mit 13,1 Prozent Steigerung eine Grenze überschritten. Netto sieht die aktuelle Berechnung vor der Ausschreibung nämlich 10,63 Millionen Euro netto (brutto: 12,65 Millionen Euro) vor.

Alfred Wagner (Grüne) erinnerte Bürgermeisterin Anita Meinelt an die einstige Aussage, dass sich die Stadt Moosburg ein Bad für mehr als zehn Millionen Euro nicht leisten könne: „Der Punkt ist jetzt erreicht.“ Auch Gerhard Beubl (SPD) stellte die Frage, ob für die Stadt ein Hallenbad mit den Folgekosten nicht zu teuer sei. Er fragte die Planer außerdem, „was das Bad dann kostet, wenn es fertig ist?“. Sein Fraktionskollege Martin Pschorr betrachtete das Projekt anders und verwies darauf, dass es für die Ausgaben auch gute Argumente gebe, etwa den Schwimmunterricht für Schüler.

Mit 15:4 Stimmen wurde die aktualisierte Planung samt Kostenberechnung beschlossen und das Bauprojekt weiterverfolgt. Gerhard Beubl musste nicht gegen seine SPD-Fraktion stimmen, weil er sich in der Minute der Abstimmung nicht im Raum aufhielt. Mit einem Gang zur Toilette entzog er sich elegant der Abstimmung. Gefühlt wurde das Hallenbad also mit viereinhalb Gegenstimmen weitergebracht.

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