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Die AfD hat ihre Gemeinderatsliste für Moosinning aufgestellt. Bei der Kommunalwahl peilt die Partei vier Sitze an.
Eichenried – „Wenn’s normal läuft, bekommen wir zwei Gemeinderäte. Es könnten aber auch vier sein.“ Selbstbewusst gab sich AfD-Kreisvorsitzender Wolfgang Kellermann in der Aufstellungsversammlung seiner Partei für die Gemeinde Moosinning im Gasthaus Stangl in Eichenried. Acht Kandidaten wurden nominiert. Inhaltlich wurde wenig gesagt. Erst die Abschlussworte des Kreisvorsitzenden zeigten, wo die Partei steht.
Zwölf Mitglieder hat die AfD in der Gemeinde, sieben waren anwesend. Da man sich vorab auf die Reihenfolge verständigt hatte, konnte Wahlleiter und Landratskandidat Rainer Forster „kommunistische Ergebnisse von sieben Ja-Stimmen“ verkünden. „Heute geht es nur um die Aufstellung, nicht um unser Programm“, sagte Wolfgang Kellermann. Schwerpunkte der in den kommenden Wochen offiziell bekanntgegebenen Themen im Landkreis seien die Ablehnung der dritten Startbahn, der Bau von bezahlbaren Wohnungen, der Ausbau der FTO sowie die Stärkung der Kinderstation am Krankenhaus Erding, sagte er.
Bekennender Nationalist auf Listenplatz eins
Der Kreisvorsitzende ist Moosinninger, sein Vater Otto war hier über 30 Jahre lang Lehrer und fast ebenso lange REP-Kreisrat. „Unsere AfD-Liste ist etwas wirklich Historisches, denn seit über 40 Jahren gibt es in Moosinning nichts zu wählen für alle außer CSU und SPD. Die Bürger-Gruppierungen waren ja nur in den Ortsteilen zu wählen. Wir sind jetzt eine echte Alternative für alle Moosinninger“, sagte Wolfgang Kellermann.
Auf Listenplatz eins wurde Software-Entwickler Frank Beughold (56) gewählt. Er habe hunderte Reden im Bundes- und Landtag verfolgt, „und da sehe ich schon lange, dass einiges schief läuft in Deutschland. Wir sind die einzigen mit gesundem Menschenverstand und werden dafür verfolgt“, sagte Beughold. Er sei „Patriot, Nationalist und Christ“ und wolle im Moosinninger Gemeinderat mit allen gut zusammenarbeiten – „zum Wohle unserer Gemeinde“.
Realpolitik nur bei der AfD?
Auf dem zweiten Platz folgt Pensionist Otto Kellermann (75). „Mich kennt im Ort jeder, wenn ich es nicht schaffen sollte, hole ich auf alle Fälle viele Stimmen für die AfD“, so seine Kernaussage. Ihm folgt Martin Bauerdick (37). Der Software-Architekt war früher auch schon bei den Jusos, der SPD und der JU, seit 2014 ist er bei der AfD. „Das sind die einzigen, die Realpolitik betreiben. Wenn wir drei Gemeinderäte stellen, wovon ich fest ausgehe, werden wir ein ordentlicher Stachel für die anderen sein.“
Auf Platz vier steht Fliesenleger Sebastian Schäfer (33) aus Eichenried. Er ist der Überzeugung, „dass bisher im Gemeinderat nur Großunternehmer sitzen, die ihre persönlichen Interessen verfolgen. Da muss jetzt ein Arbeiter rein wie ich.“
Parteilose Claudia Bauerdick auch auf AfD-Liste
Tom Kosellek (43) stammt aus Görlitz und ist IT-Entwickler: „Mir geht es um Politik für die kleinen Leute, und dass das Steuergeld nicht weiterhin so sinnlos verplempert wird.“ Claudia Bauerdick (40) ist die einzige Frau auf der Liste, sie ist parteifrei. „Ich will auch weiterhin frei meine Meinung äußern können – das klappt bei der AfD.“ Nicht anwesend waren Tim Dreher (Platz 7) und Benjamin Altmann (8). Ersatzmann ist Fredy Kuhmann (61). „Ich bin Unternehmer und war leider viel zu lange bei der CSU.“
Zum Abschluss ließ Wolfgang Kellermann seinen Gedanken freien Lauf: Björn Höcke sei zwar vom rechten Rand der Partei, aber ganz bestimmt kein Faschist. „Noch haben alle Angst vor uns und unserer Wahrheit – aber es dauert nicht mehr lange, dann sind wir in der Regierung gemeinsam mit der CDU. Wir sind die neue Volkspartei.“
Bert Brosch
