VonCarmen Ick-Dietlschließen
Bastle dir dein eigenes Giesing! Dazu ruft die Bürgerinitiative Kirchplatz Giesing auf. Die Heilig-Kreuz-Kirche, die Icho-Grundschule und alle wichtigen Häuser rund um die Kreuzung am Giesinger Berg gibt’s jetzt im Bastelbogen.
München - Einfach ausschneiden, zusammenkleben, platzieren – und dann kreativ werden und seinen eigenen Kirchplatz gestalten. Den Bogen gibt’s in vielen Giesinger Geschäften und im Netz (kirchplatz-giesing.de). Wer mitbastelt, soll den Platz dann selber gestalten – zum Beispiel, indem er Grünflächen einzeichnet, Streichholz-Spielplätze baut oder einen Hügel aufschüttet. Das Ergebnis dann fotografieren und per E-Mail an die Organisatoren schicken. Die interessantesten Entwürfe werden noch heuer auf dem Tollwood-Festival gezeigt. Außerdem läuft mittlerweile eine Petition zur Neugestaltung der Kreuzung – vor Ort und online.
München: Initiative möchte den Giesinger Kirchplatz zum Treffpunkt machen
Die Aktion kommt knapp vor der Entscheidung des Stadtrats zur Fuß- und Radbrücke am Giesinger Berg. Morgen will der Bauausschuss das Projekt nach Infos der Initiative beschließen. „Der Bau der Fahrradbrücke wird die Vision, den Platz zu einem echten Zentrum umzugestalten, wesentlich erschweren“, mutmaßt Erwin Glas von der Bürgerinitiative. Die Brücke passe nur schwer zur Idee, einen Deckel auf den Platz zu setzen, den Verkehr unterirdisch zu führen und den Kirchplatz zum Treffpunkt zu machen. Zudem könnte die Brücke die nötigen Ressourcen über Jahre binden.
Die Brücke kam 2012 als Idee eines Bürgers auf. Später setzte sich die „Brückenallianz Giesinger Berg“ dafür ein, eine durchgehende Fuß- und Radwegverbindung entlang des Isar-Hochufers zu ermöglichen. Problem: Speziell am Postament der Heilig-Kreuz-Kirche äußerten Natur- und Denkmalschutz Bedenken, es folgte eine Machbarkeitsstudie. Danach gab es von diversen Architekturbüros Vorschläge. Der nun ausgewählte Entwurf sieht eine 3,50 Meter breite Brücke mit zwei Schwüngen vor. Mit dem Corten-Stahl passt die Konstruktion farblich gut zur Kirche. Die wertvollsten Bäume können erhalten werden, die Stützen behindern den Gehweg nicht. Der Unterhaltsaufwand wäre gering. Stimmt der Stadtrat zu, muss das Baureferat eine Entwurfsplanung erstellen.
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Nicht die einzige Entscheidung, die hier ansteht: Anfang 2023 soll der Stadtrat über die Maßnahmen zur Umsetzung des Radentscheids am Giesinger Berg entscheiden. Dabei soll der komplette Bereich vor der Kirche umgebaut werden. Es wäre das Aus für die Kirchplatz-Idee. (ick)


