- VonSophia Oberhuberschließen
München gilt als eines der teuersten Pflaster in Deutschland. Gilt das aber auch beim Döner, der anderswo mittlerweile sogar schön 10 Euro kostet. Ein Preisvergleich.
Es war ein Schock für alle Dönerliebhaber in Frankfurt – zehn Euro kostet das türkische Gericht dort von nun an in einem beliebten Imbiss. Grund für die massive Preiserhöhung: die veränderten Bedingungen auf dem Fleisch- und Rohstoffmarkt. Auch die Münchner sind Fans des Grillfleisches im Fladenbrot, das in den 1970er-Jahren erstmals in Deutschland angeboten wurde. Zeit, sich in München einmal umzusehen: Wie viel kostet das Kebab aktuell in den Vierteln? Und auf welche Preise müssen sich Kunden bald einstellen?
München: „Ich konnte den alten Preis gar nicht mehr stemmen“
Beginn unserer Tour durch die Stadt ist der Hauptbahnhof. Hier reiht sich ein Imbiss an den nächsten. An der Schützenstraße eröffnete Hayri Onbasi, Gründer von Türkitch, 2019 seine stadtweit dritte Filiale. Jetzt musste Onbasi die Preise erhöhen. Ein Döner kostet in seinen Läden fortan einen Euro mehr, nämlich 7,50 Euro. „Ich konnte den alten Preis gar nicht mehr stemmen. Das hätte keinen Sinn mehr gemacht“, sagt Onbasi.
Trotz Erhöhung rentiere es sich immer noch kaum. „Der Döner war einfach schon immer zu günstig, weil er in der Gesellschaft keinen so hohen Stellenwert hat. Die Menschen geben viel mehr für einen Burger aus, obwohl dort weniger Zutaten drin sind.“ Gegen diese Muster müssten die Gastronomen ankämpfen. „Der Preis wird weiter steigen. Ich glaube, dass in der Stadt der Döner an den zehn Euro kratzen wird“, prognostiziert der Unternehmer.
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Am Marienplatz bildet sich eine Schlange vor Ali’s Superfood. Für den Döner zahlt man dort, direkt gegenüber vom Alten Rathaus, 6,80 Euro. Auf Nachfrage bei einem Mitarbeiter sagt dieser, man habe die Preise jüngst nicht erhöht – plane das aber für das neue Jahr.
München: „Die Leute können sich nicht mehr leisten“
Weiter geht es an die Münchner Freiheit. Im U-Bahn-Zwischengeschoss befindet sich die Kette Oliva. 6,30 Euro kostet der Döner mit Hähnchen, für Kalbfleisch zahlt man 6,80 Euro. Kurzer Stopp im Münchner Norden: Im Chilli Kebaphaus an der Knorrstraße gibt es das Kebab für 6 Euro. Den Preis habe man noch nicht erhöht, so ein Mitarbeiter. „Die Leute können sich nicht mehr leisten“, ergänzt er. Auch im Alpenbistro am Sendlinger Tor, bei Ayla Döner an der Lindwurmstraße und bei Alanya Kebab am Goetheplatz liegt der Preis bei 6 Euro. Bei Sofra an der Implerstraße zahlt man 6,50 Euro. „Wir haben den Preis vor sechs Monaten erhöht, werden jetzt aber nicht weiter raufgehen“, so der Ladenchef.
In Giesing betreibt Erdogan Altay seit mehr als 15 Jahren seinen Dönerimbiss an der Humboldtstraße. Auf der Speisekarte klebt ein Zettel: „ungültig“. Darunter steht: „Ich bin leider gezwungen, meine Preise bis auf weiteres leicht anzuheben.“ Statt 5 kostet der Döner jetzt 6 Euro. „Damit verdiene ich immer noch fast nichts, aber ich wollte nicht so sehr erhöhen“, sagt Altay. Seine Stammkundschaft sei ihm das Wichtigste – die wolle er halten. Das gehe aber nur, weil seine Miete so günstig sei. S. Oberhuber

