VonSascha Karowskischließen
Die Stadt erlaubt das oberkörperfreie Baden für Frauen in städtischen Freibädern. Die Badeordnung wird angepasst. Dezidiert verboten war das Oben-ohne-Baden dabei eigentlich nie.
München - Es war nie verboten, jetzt ist es aber erlaubt: Das Oben-ohne-Baden in Münchens Freibädern soll ab sofort via Badeverordnung der Stadt explizit gestattet werden. Das geht aus einer Antwort des Referates für Arbeit und Wirtschaft auf einen Antrag von Grünen und SPD aus August 2022 hervor.
München erlaubt nun offiziell das Ohne-ohne-Baden in den Freibädern - dabei war es nie explizit verboten
Das oberkörperfreie Baden in den städtischen Bädern war für Frauen nie dezidiert verboten. Es kam aber in der Vergangenheit immer mal wieder zu Vorfällen. So war beispielsweise im Sommer 2019 eine Frau barbusig in einem Münchner Freibad unterwegs, als ein Bademeister sie aufforderte, sich zu bekleiden. Damals hatte der Stadtrat erst kurz zuvor entschieden, dass an der Isar schwimmen und sonnen auch ohne Bikinioberteil erlaubt ist. Die Regelung für die Freibäder hatte die Politik zunächst nicht anpassen wollen, da der Begriff „angemessene Badekleidung“ als ausreichend angesehen wurde. Zudem läge es im Ermessen der Bademeister. Die Stadtwerke München (SWM) hatten stets betont, das Personal entsprechend darauf hinzuweisen, das Oben-ohne-Baden zu gestatten.
Clara Nitsche (Grüne) und Lena Odell (SPD) reicht das aber nicht. Beide sind daher erfreut darüber, dass die Badeordnung nun um den Passus erweitert wird, dass Badebekleidung lediglich die primären Geschlechtsorgane zu bedecken hat. „Es ist schön, dass unserem Antrag entsprochen wurde“, sagt Nitsche. „Es freut mich auch, dass die Piktogramme in den Freibädern nun angepasst werden. Es ist wichtig, dass die Badegäste mit einfach verständlichen Hinweisen darüber informiert werden, was erlaubt ist und was nicht.“ Schließlich würden sich wohl die wenigsten die Badeverordnung durchlesen. Zudem sei wichtig, dass das Personal geschult werde.
Oben-ohne-Baden: Künftig darf jede Frau selbst entscheiden, ob sie ihren Oberkörper bedecken will
Künftig dürfe jeder frei entscheiden, ob er seinen Oberkörper bedecken will oder nicht, sagt Odell. „Es reicht also auch eine Badehose - für alle Geschlechter. Das ist Gleichberechtigung. Und das ist zeitgemäß.“
Auch die CSU kann sich mit der Neuregelung anfreunden: „München war schon immer sehr liberal“, sagt Fraktions-Chef Manuel Pretzl. „Aus unserer Sicht hätte es zwar keine bürokratische Neuregelung gebraucht. Es schadet aber auch nicht, dieses gleiche Recht für alle nochmal deutlicher zu betonen.“
