Am Dienstag entscheidet Stadtrat über Petition

Flugzeuge im Flamingo-Reservat: Flughafen München in der Kritik

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Flamingos vor der Silhouette des Flughafens Vlora (Aufnahme vom Februar).
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Der Münchner OB Dieter Reiter soll ein Engagement des Flughafens München in Albanien stoppen. Dass er es tut, ist indes unwahrscheinlich.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit entsteht in Albanien derzeit das größte Flughafenprojekt Europas: Nahe der Mündung des Flusses Vjosa wird der Flughafen Vlora aus dem Boden gestampft. Und zwar mit tätiger Mithilfe der Flughafen München GmbH, kurz FMG. Ihre Tochterfirma Munich Airport International (MAI) ist am Flughafen Vlora „beratend“ tätig. Bisher sind alle Versuche gescheitert, den Flughafen von seinem Engagement abzubringen.

Nun unternimmt der Bund Naturschutz einen letzten Versuch: Er fordert den Münchner Stadtrat auf, sich in seiner Sitzung am Dienstag gegen die Beteiligung der MAI auszusprechen. Hintergrund: Über seine Beteiligung am Flughafen München (23 Prozent) hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Aufsichtsrat bei solchen Engagements ein Wort mitzureden.

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Flughafen München in der Kritik

Schon seit 2021 wird am Flughafen gebaut – nach einem Trick, so der Bund Naturschutz: Die Regierung habe das Baugebiet einfach aus dem Naturschutzgebiet „ausgezoont“, um ungestört von Naturschutz-Einwänden bauen zu können. Am 8. Mai soll es nach Informationen des BN erste Testflüge geben. Premierminister Rama wolle kurz vor den Parlamentswahlen offenbar ein Zeichen setzen. Albanien erhofft sich einen Aufschwung beim Tourismus. Der Eröffnungstermin selbst liegt aber noch in weiter Ferne. BN-Landesbeauftragter Martin Geilhufe war 2023 selbst vor Ort. „Wir haben in der Narta-Lagune Flamingo-Schwärme gesehen“, sagt er. Damit wäre es wohl vorbei, wenn der Flughafen seinen Betrieb aufnimmt.

Verschachtelte Firmenkonstruktion

Auf welche Weise der Flughafen München sich in Albanien engagiert, darüber kursieren verschiedene Theorien. Der Bund Naturschutz hält es für möglich, dass die MAI schon einen Zuschlag für den künftigen Betrieb des albanischen Airports erhalten hat. Das dementiert ein Sprecher der FMG: Die MAI erbringe „lediglich reine Beratungsleistungen im Themenbereich Flughafenbetrieb für den Konzessionär MABCO“, betont er. Die MABCO Constructions S.A. wiederum ist eine Tochter der MABETEX Group mit Sitz in Lugano (Schweiz), die die langfristige Konzession zum Bau, Betrieb und Management des neuen Flughafens Vlora erhalten habe. „Ein Betrieb des Flughafens Vlora durch die MAI oder die Flughafen München GmbH ist nicht geplant.“

Nicht nur in Japan: Kirschblüte begeistert Münchner

Kirschblüte im Olympiapark, wunderbarer Frühlingstag, München, 2. April 2025
Die Kirschblüte ist nicht nur in Japan ein Highlight: Auch in München begeistert sie zahlreiche Einheimische und Touristen. Dieses Foto entstand am 2. April 2025. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Kirschbluete in Muenchen - April 2025
Auch einen Tag später zog die Kirschblüte im Olympiapark zahlreiche Besucher an. © IMAGO / Fotostand
Kirschbluete in Muenchen - April 2025
Viele Besucher waren passend in Rosa gekleidet. © IMAGO / Fotostand
Kirschblüte in München
Ausflügler schauen sich im Olympiapark die blühenden Zierkirschen an.  © Sven Hoppe/dpa
Kirschbluete in Muenchen - April 2025
„Ein Hauch von Japan weht durch den Ostteil des Olympiaparks: Während der Kirschblüte erstrahlen dort die Kirschbäume in rosa Farben“, schreibt muenchen.de auf seiner Website. Zahlreiche Münchner würden durch das Schauspiel zum Picknicken, Staunen und Fotografieren angelockt. © IMAGO / Fotostand
Kirschblüte im Olympiapark, gefragter Fotospot, München, 2. April 2025
„Die Exemplare sind ein Geschenk der japanischen Partnerstadt Sapporo und wurden 1972 im Jahr der Olympischen Spiele gepflanzt“, heißt es auf der Website weiter. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Prächtige Kirschblüte im Frühling, Ostasien-Ensemble mit Japangarten, Thailändischer Sala mit Buddha-Statue und Nepalesi
Beeindruckend ist das Schauspiel auch im Westpark. © IMAGO / Hanna Wagner
Prächtige Kirschblüte im Frühling, Ostasien-Ensemble mit Japangarten und Thailändischer Sala mit Buddha-Statue, Westpark
Im dortigen Japan-Garten ist die Kirschblüte besonders eindrucksvoll. © IMAGO / Hanna Wagner

Die Aussichten, dass der Stadtrat der Empfehlung des Bund Naturschutz folgt, eher gering sein. Bereits der Wirtschaftsausschuss hatte die Ablehnung der deswegen eingereichten Petition empfohlen. Für den Münchner BN-Chef Christian Hierneis eine Enttäuschung: „Albanien ist weit weg.“ Aber man dürfe in München nicht „die Augen vor der Naturzerstörung verschließen“.

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