VonKatharina Mira Hinscheschließen
Sascha Karowskischließen
Das Kaut-Bullinger-Haus in München soll nach dem Willen von Investor René Benko abgerissen werden. Im Bezirksausschuss Altstadt-Lehel regt sich Widerstand.
München – Investor René Benko schreibt das alte Kaut-Bullinger-Haus in der Rosenstraße offenbar ab. Jedenfalls in seiner bisherigen Form. Seine Firma Signa Real Estate plant den Abriss des bekannten Gebäudes in der Innenstadt. Das wurde jetzt im Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel bekannt. Die Viertelpolitiker sind nur mäßig begeistert.
Kaut-Bullinger musste Haus an Signa verkaufen
Kaut-Bullinger hat Geschichte geschrieben: Das Haus, in dem bis vor Kurzem noch Schreibwaren verkauft wurden, existiert seit dem Zweiten Weltkrieg, die Firma ist sogar noch älter, gegründet wurde sie 1794. Doch zuletzt brach der Umsatz im Einzelhandel ein. Kugelschreiber und Radiergummis shoppen die Kunden lieber im Internet. Die Folge: Der Büro-Riese mit Sitz in Taufkirchen (Kreis München) verkaufte das Haus in Bestlage an die Signa.
Statt Bürobedarf gibt es dort jetzt Klamotten – Tally Weijl zog im April ein. Als Zwischenlösung. Das Gebäude soll schon nächstes Jahr abgerissen werden. Geplant ist der Neubau eines Büro- und Geschäftsgebäudes. Es soll geringfügig höher werden als das bisherige Haus. Die Rede ist von fünf Vollgeschossen plus zwei Dachgeschossen. Wie genau die neue Fassade einmal aussehen könnte, ist noch offen.
Der jetzt vorgestellte Entwurf stieß im BA allerdings auf wenig Gegenliebe. Diese Pläne wurden den Politikern aber lediglich kurz gezeigt und dann gleich wieder eingepackt.
Benko: Milliardär kauft sich bei Krone und Kurier ein – Porträt aus dem Jahr 2018
(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)
Geplante Neugestaltung des Kaut-Bullinger-Hauses stößt im Bezirksausschuss auf wenig Gegenliebe
Die Optik ist aber offenbar nicht das Hauptproblem, an dem sich die Lokalpolitiker stören, sondern die geplante Geschossflächenzahl. BA-Mitglied Wolfgang Püschel (SPD) vermutet, dass die Pläne die im Bebauungsplan festgelegte Geschossflächenzahl um circa 36 Prozent überschreiten würde. Der Plan müsste also geändert werden – und käme das so, befürchtet Peter Hörauf (Grüne) einen „Präzendenzfall“. Signa wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern.
Der Bezirksausschuss stimmte den Plänen aber grundsätzlich zu. Die Lokalbaukommission befasst sich nun in ihrer nächsten Sitzung mit dem Bauantrag. Das letzte Wort hat allerdings der Stadtrat. Wenn auch der zustimmt, gehen die Planer davon aus, dass 2023 der Abriss beginnt. Der Neubau soll dann bis 2025 fertiggestellt sein. (mih/ska)
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus München und der Region finden Sie auf tz.de/muenchen.

