Flaschen wurden tagelang nicht geräumt

Mehr Leerungen, mehr Strafen: OB Reiter nimmt Glas-Chaos ins Visier

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OB Dieter Reiter will das Altglas-Chaos in den Griff bekommen.
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Nach überfüllten Glascontainern an Silvester hat OB Dieter Reiter genug. Er fordert strengere Regeln und mehr Strafen. Wird die Stadtverwaltung seine Forderungen umsetzen?

Glasklare Ansage von OB Dieter Reiter (SPD)! Er will die Flaschen-Massen vor den Glascontainern nicht mehr tolerieren. Sein Plan: mehr Leerungen – und mehr Strafen!

Nach Silvester waren Glascontainer in München überfüllt. Rundherum lagen Teppich aus hunderten Sekt-, Wein- und Schnapsflaschen. Tagelang wurde das Altglas nicht abgeholt (tz berichtete).

Nicht das erste Jahr mit so einem Glas-Verhau! Diese Bilder will der OB nicht mehr sehen. „Das Chaos um die Glascontainer muss ein Ende haben“, sagt er der tz. Nun soll die Verwaltung strengere Regeln durchsetzen.

Überfüllter Altglascontainer in der Palmstraße.

Altglas-Chaos in München: Der OB will härtere Strafen

Hintergrund: Für die Glasleerungen sind private Firmen zuständig– aktuell Remondis. 2026 werden neue Verträge geschlossen. 2025 wird also neu verhandelt – und da fordert der OB bessere Bedingungen für die Stadt: So sollen die Wertstoffinseln „auch an Tagen mit hohem Einwurfaufkommen, etwa nach Silvester, zuverlässig sauber“ gehalten werden, steht in einem Antrag der SPD-Fraktion (liegt unserer Redaktion vor).

Glasflaschen sollen schneller von der Straße kommen – zur Not mit Fremdfirmen

Für den OB denkbar sind zum Beispiel Maßnahmen wie „die Erhöhung des Leerungsrhythmus, das Aufstellen zusätzlicher temporärer Container oder die Einrichtung von Sammelstellen, wie es beispielsweise bei der Entsorgung von Christbäumen bereits funktioniert.“

Überfüllter Altglascontainer an der Zenettistraße.

Bei „Schlechterfüllung“ soll es im neuen Vertrag „deutliche Vertragsstrafen“ geben. „Ebenso muss die Möglichkeit einer Ersatzvornahme, das heißt die Reinigung oder Leerung der Container durch Dritte, auf Kosten des Vertragspartners vorgesehen werden.“

Der OB baut vor allem auf solche Druckmittel: „Ich will, dass das, was im Vertrag steht, auch umgesetzt wird, und dass das Altglas rechtzeitig abgeholt wird. Wenn das nicht funktioniert, muss ein anderes Unternehmen einspringen – und die Kosten dafür trägt der ursprüngliche Auftragnehmer. Vertragsstrafen bei schlechter Leistung sind richtig und notwendig, aber sie allein machen unsere Stadt nicht sauberer. Deshalb braucht es eine sogenannte Ersatzvornahme durch Dritte, um schnell und effektiv Abhilfe zu schaffen.“

Die CSU fordert auch einen Glas-Ansprechpartner

Auch die CSU/Freie Wähler-Fraktion im Stadtrat hatte eine Verschärfung gefordert. Fraktionschef Manuel Pretzl: „Besser spät als nie: Dass der Oberbürgermeister jetzt auf das Müllproblem reagiert, ist überfällig. Nun müssen seine Ankündigungen auch in die Tat umgesetzt werden. Uns erreichen wöchentlich Beschwerden über Müll und Dreck im öffentlichen Raum. Damit sich die Situation an den Wertstoffinseln grundlegend verbessert, fordern wir: strengere Regeln für die zuständigen Firmen, mehr Container und ein fester Ansprechpartner für die Bevölkerung. Dieser muss dafür sorgen, dass bei Problemen schnell und zuverlässig reagiert wird.“

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