Münsinger Eltern sind wegen der fehlender Krippen- und Kitaplätzen sehr besorgt und haben deshalb einen Brief an Bürgermeister Michael Grasl verfasst.
Münsing – 28 Eltern aus der gesamten Gemeinde haben sich mit einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Grasl wegen der fehlenden Kindergarten- und Krippenplätze gewandt. Viele Eltern würden ab September 2023 ohne Betreuungsplatz dastehen, schreiben sie. Gespräche mit der Familienbeauftragten, der Gemeinde und dem Jugendamt in Bad Tölz seien ergebnislos geblieben. „Die Aussicht auf Besserung in einigen Jahren, wenn das Gemeindezentrum fertiggestellt ist, löst den zeitnahen Betreuungsbedarf nicht“, heißt es. Die Mütter und Väter fragen sich, warum für diesen absehbaren Engpass nicht schon früher Lösungen gefunden worden seien.
Eltern wünschen sich kurzfristige Lösungen
Das Problem der aktuell fehlenden Krippenplätze werde sich in den nächsten Jahren massiv auf den schon bestehenden Kindergartenplatzmangel sowie die Mittagsbetreuung im Grundschulalter ausweiten, glauben die Eltern und wollen wissen: „Welche Maßnahmen werden bereits heute getroffen, um den Betreuungsbedarf zu ermitteln und somit rechtzeitig die nötige Platzanzahl zu gewährleisten?“
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Ein unzureichendes Betreuungsangebot gehe „an der Lebensrealität von Familien in der Gemeinde Münsing vorbei“ und stelle sie vor zahlreiche Probleme. Sie appellieren an das Rathaus, kurzfristig geeignete Räume anzumieten oder bei der Suche eines Kita-Platzes außerhalb der Gemeinde behilflich zu sein.
Zusätzliche Gruppe in Degerndorf?
Bürgermeister Grasl lud daraufhin die Sprecher der Unterschriftenaktion zu einem Gespräch ein. Im Vordergrund hätten die Themen Eröffnung einer vierten Kindergartengruppe im Heinrich-Obermaier-Kindergarten in Degerndorf sowie die kurzfristige und langfristige Planung neuer Krippenplätze in der Gemeinde gestanden, berichtet Grasl in einer Pressemitteilung. Mit Hochdruck arbeite die Gemeinde daran, die zusätzliche Gruppe in Degerndorf bis zum September 2022 zu eröffnen. Laut der Kindergartenleiterin Birgit Koschnik könnten dann alle 14 Kinder auf der Warteliste untergebracht werden.
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Die Krippenplätze im kirchlichen Kindergarten in Holzhausen hingegen seien vorerst begrenzt, sagt Grasl. Dies liege zum größten Teil am denkmalgeschützten Gebäude. Dennoch passiere auch hier im Hintergrund vieles. Gespräche mit dem Landratsamt, Baufirmen, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Kirche seien im vollen Gange. Ein Konzept zur Integration einer weiteren Gruppe liege vor, ein Baubeginn könne dennoch nicht konkret benannt werden.
Krippenplätze sind bis auf weiteres rar
Der Rathauschef bedauert: „Leider gibt es aktuell keine ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten für unsere kleinsten Bürger.“ Krippenplätze für Ein- und Zweijährige seien weiterhin rar in Münsing. Weitere Kindergartenplätze seien bis zum Bau des „Hauses der Kinder“ nicht vorgesehen. Es stünden keine geeigneten Gebäude oder Räume für kurzfristige Lösungen zur Verfügung. Grasl: „Hier ist also Elterninitiative gefragt, weshalb nun geprüft wird, ob unkonventionelle Räumlichkeiten in Frage kämen.“
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Das große Projekt „Haus der Kinder“ greife das Thema Krippenplätze mit auf. Voraussichtlicher Baubeginn sei 2024. Das jetzige Rathaus soll dann wie berichtet nach dem Umzug der Verwaltung ins neue Bürgerhaus für Kita- und Schulkinder umgebaut werden. Ein Konzept will der Gemeinderat in einer Klausur im Herbst erarbeiten. Tanja Lühr
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