VonMagnus Reitingerschließen
Weilheim – Neun Reihenhäuser will – und darf – ein Herrschinger Bauunternehmen anstelle der im August abgerissenen Villa an der Ecke Geistbühelstraße/Blütenstraße in Weilheim errichten. Doch um die Bäume, die dafür fallen sollen, herrscht weiter Streit zwischen der Stadt und dem Investor.
Verärgert zeigte sich der Bauausschuss des Stadtrats vergangenen Dienstag vor allem darüber, dass auf dem Grundstück bereits eine stattliche Robinie, die im Bebauungsplan als „zu erhalten“ festgesetzt ist, ohne Genehmigung beseitigt worden sei. Dafür, so der einstimmige Beschluss, soll beim Landratsamt ein Bußgeldverfahren beantragt und eine Ersatzpflanzung angeordnet werden.
Bezüglich fünf weiterer großer Bäume, die den Bauwerber stören – die jedoch laut Bebauungsplan stadtbildprägend sind und erhalten werden müssen – will die Stadt hart bleiben. „Der Bauträger hat genau gewusst, dass da Bäume sind“, warf sich unter anderem Rupert Pentenrieder (BfW), der Grün-Referent des Stadtrats, ins Zeug: Die Stadt dürfe sich nun „nicht in die Knie zwingen lassen“.
Laut Stadtbauamt schrieb der Investor, dass er die Verantwortung und Haftung für Schäden durch die „schadhaften Bäume“ ablehne und diese alleine bei der Stadt liege – weil sie „trotz gutachtlich nachgewiesener fehlender Standfestigkeit einer erforderlichen Fällung“ nicht zugestimmt habe. Im Rathaus freilich wies man diese Forderung klar zurück. Die Stadt sei „keinesfalls in Haftung“, sagte SPD-Vertreter Gerhard Trautinger, „das Grundstück ist mit den Bäumen verkauft“.
Zudem beauftragte die Bauverwaltung den Baumpfleger der Stadtwerke, „die fraglichen Bäume unvoreingenommen zu begutachten“. Dieser kam nach seiner Begutachtung Mitte Dezember zu folgendem Ergebnis: Die genannte Robinie ist nicht mehr vorhanden, zwei große Schwarzkiefern seien standsicher, zwei Birken seien ebenfalls standsicher, aber aufgrund ihres Erscheinungsbildes nicht unbedingt erhaltenswert, und ein Ahorn wurde als nicht standsicher eingeschätzt.
Einig waren sich die Ausschuss-Mitglieder daraufhin, dass die Schwarzkiefern unbedingt stehen bleiben sollen. Und auch für den Erhalt der anderen Bäume fanden sich in der Sitzung – wenn auch teils knappe – Mehrheiten. Bei dem Ahorn und den Birken sei das Problem, dass sie jetzt plötzlich Einzelbäume seien („im Ensemble sah das ganz anders aus“, so FW-Stadträtin Romana Asam); „aber die richten sich wieder“, zeigte sich Pentenrieder zuversichtlich.
