VonChristoph Petersschließen
Wie soll es weitergehen in Sachen Eishallen-Sanierung in Peiting? Das war die Frage, mit der sich am Mittwochabend der Gemeinderat hinter verschlossenen Türen beschäftigte, nachdem quasi über Nacht Mehrkosten von einer Million Euro aufgetaucht waren.
Peiting – Viele Glückwünsche bekam der EC Peiting am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite, wo der Verein die gute Nachricht natürlich sogleich verbreitet hatte. „Die Generalsanierung unserer Eishalle Peiting geht einstimmig in die Realisierungsphase“, stand dort freudig zu lesen, nachdem am Abend zuvor der Marktgemeinderat endgültig grünes Licht für das Millionen-Projekt gegeben hatte. Zwischenzeitlich dürfte sich die Vorfreude allerdings etwas abgekühlt haben, denn ob die Generalsanierung in der beschlossenen Form kommt, ist nach den jüngsten Entwicklungen längst nicht mehr sicher.
Wie berichtet, hatte in der Aufstellung, die die Fachplaner am Dienstagabend den Gemeinderäten präsentierten, Kosten in Höhe von rund einer Million Euro gefehlt. Statt 7,7 Millionen Euro werden für die Generalsanierung damit nun 8,7 Millionen Euro netto veranschlagt. In ersten Schätzungen war man 2020 noch von gut sechs Millionen Euro ausgegangen. Noch am Mittwochabend musste Planer Michael Riedle den Gemeinderäten hinter verschlossenen Türen erklären, wie es zu dem Malheur der vergessenen Zahlen hatte kommen können. „Der Schock war natürlich groß“, schildert Bürgermeister Peter Ostenrieder die Reaktion im Gremium auf die unerfreuliche Entwicklung.
Sanierung beginnt wie geplant im Mai mit dem Dach
Anschließend ging es um die wichtige Frage, wie man mit der neuen Situation umgehen sollte. Der Rathauschef spricht auf Nachfrage der Heimatzeitung von einer „sachlichen Diskussion“, die geführt worden sei. Er sei selbst überrascht gewesen, wie professionell das Gremium reagiert habe. Einig war man sich am Ende, den tags zuvor gefassten Beschluss erst einmal nicht aufzuheben. Das heißt, die Sanierung des Dachs kann wie geplant im Mai beginnen. Die Arbeiten seien bereits ausgeschrieben, das Dach zudem undicht, weshalb hier ein Handeln dringend erforderlich sei, erklärt Ostenrieder.
Ob die weiteren Maßnahmen, die im Zuge der Generalsanierung in den nächsten Jahren bis 2025 anstehen, wie geplant über die Bühne gehen werden, dahinter steht zu diesem Zeitpunkt erst einmal ein Fragezeichen. Man werde sich im Zuge der anstehenden Haushaltsberatungen über das weitere Vorgehen unterhalten, kündigt der Bürgermeister an. Es dürfte keine einfache Debatte werden. Verzichtet die Gemeinde auf Teile der beschlossenen Maßnahmen, stehen die vom Bund zugesagten Fördergelder von zwei Millionen Euro auf dem Spiel. Gleichzeitig gibt es nur wenige Stellschrauben, an denen überhaupt angesetzt werden kann. Viele Maßnahmen müssen wegen Brandschutz, Rettungswegen und gesetzlichen Vorschriften ohnehin umgesetzt werden, um die in die Jahre gekommene Halle weiter sicher betreiben zu können.
„Es darf nicht sein, dass wegen eines Projekts alles im Ort zum Erliegen kommt“
Klar ist freilich auch: Mit den jetzt kalkulierten 8,7 Millionen Euro wird angesichts rapide steigender Baukosten das Ende der Fahnenstange nicht erreicht sein. Viele Gewerke werden erst in den nächsten Jahren ausgeschrieben. „Am Ende muss es wirtschaftlich darstellbar sein“, sagt Ostenrieder, auch mit Blick auf andere teure Vorhaben wie den Neubau des Jugendzentrums und den Hochwasserschutz, die die Marktgemeinde in den kommenden Jahren vor der Brust hat. „Es darf nicht sein, dass wegen eines Projekts alles im Ort zum Erliegen kommt.“
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