„Die Einsätze in 2018 reichen für eine ganze Kommandanten-Amtszeit“

Nach dem Brand der Reithalle in Icking: Feuerwehr zieht Bilanz

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Beim Brand der Reithalle in Icking waren 180 Feuerwehrleute im Einsatz.

Der Reithallen-Brand beherrschte die Versammlung der Feuerwehr Icking.  Es gab viel Dank - nur außer von einer entscheidenden Person.

Icking „Die Einsätze in 2018 reichen für eine ganze Kommandanten-Amtszeit“, sagte Bürgermeisterin Margit Menrad anerkennend bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Icking im Landhotel Klostermaier. Auch wenn Kommandant Johannes Hirt meinte, er wolle nicht mehr viele Worte über den Brand der alten Ickinger Reitschule verlieren, war das Großereignis doch das beherrschende Thema auf der Versammlung. Fotos, die der Vereinsvorsitzende Marcel Hetzger auf einer Leinwand zeigte, riefen noch einmal allen rund 50 Anwesenden das Ausmaß des Infernos ins Gedächtnis.

In der Nacht des 23. Juli geriet die alte Reithalle am Isarweg in Brand. Insgesamt 180 Feuerwehrmänner aus Icking und Umgebung kämpften bis in die Morgenstunden gegen das Flammenmeer. Immer wieder kam es zu Explosionen in dem Gebäude, bei denen die Löschkräfte und Atemschutzträger ihr Leben riskierten. Dass trotz aller Bemühungen zwei Bewohner und ein Hund bei dem Feuer ihr Leben verloren, setzte den Freiwilligen schwer zu.

Auch in den folgenden Tagen hielten sie Brandwache, weil Glutreste sich erneut zu entzünden drohten. Der Einsatz habe alle Beteiligten „extremst gefordert“, blickte Hirt zurück. Um das Erlebte zu verarbeiten und den Ablauf im Nachgang zu analysieren, hätten drei ausführliche Nachbesprechungen stattgefunden.

Bürgermeisterin Menrad erklärte, sie habe von allen Seiten nur Lob über die Ickinger Feuerwehr und die gute Zusammenarbeit mit den anderen Wehren gehört. Der Gemeinde habe der Einsatz einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es sei, die Freiwilligen mit den nötigen Gerätschaften auszustatten. „Danke für Ihren Mut und Ihre Besonnenheit. Für 2019 wünsche ich ihnen weniger Einsätze“, sagte die Rathauschefin.

Auch die Feuerwehr Münsing erinnerte in ihrer Jahresversammlung an den Großeinsatz: Der Brand der Ickinger Reithalle war der extremste Einsatz

Allerdings hat das Jahr mit dem Räumen von Dächern aufgrund der hohen Schneelast im Januar schon arbeitsintensiv begonnen. Insgesamt mussten die Ickinger im vergangenen Jahr 44 Mal ausrücken – eine „eindrucksvolle Anzahl mit der ganzen Palette an Möglichkeiten“, wie Kreisbrandinspektor Erich Zengerle im Anschluss an den Bericht des Kommandanten feststellte. Sieben weitere Brände galt es zu löschen, vier Gefahrstoff (ABC)-Einsätze wurden absolviert. 14 Mal war technische Hilfeleistung bei Unfällen, Kleintierrettungen oder dem Entfernen einer Schlange aus einem Garten gefragt.

Das Foto rechts zeigt (v. li.) Günther Barisch und Johannes Hirt, die von Kreisbrandinspektor Erich Zengerle für 25-jähirge Mitgliedschaft geehrt wurden.

Aktuell zählt die Ickinger Wehr 91 Mitglieder, davon zehn Frauen. 54 versehen den aktiven Dienst, davon sieben Frauen. Die Jugend ist mit acht Burschen und drei Mädchen ebenfalls stark vertreten. Wie Hirt erfreut mitteilte, hatte sich ein Mädchen nach dem Reithallenbrand spontan entschlossen, der Truppe beizutreten.

Ernennungen und Ehrungen bei der Ickinger Wehr: Das Foto links zeigt (v. li.) Paul Benke (Ehrenvorstand), Marcel Hetzger (zehn Jahre Mitgliedschaft), Franz Wach (Auszeichnung mit dem Ehrenmesser zum Ausscheiden aus dem aktiven Dienst), Florian Eimer (Feuerwehrmann), Maximilian Feirer (Feuerwehrmann), Florian Lehner (Feuerwehrmann) und Dr. Christoh Preuß (Oberlöschmeister).

Weniger erfreut zeigte sich die Vorstandschaft auf eine Anfrage von Gemeinderätin Claudia Roederstein hin. Sie wollte wissen, ob sich der Besitzer der alten Reitschule, Johann Abfalter, bei der Feuerwehr bedankt habe. Sowohl Hirt als auch Hetzger mussten dies verneinen.

Tanja Lühr

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