Ursache des Unglücks ist noch unklar

Nach Brand: „Schlössl“-Wirt gibt nicht auf

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Wirt Reinhard Sieberer (69) war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht im Haus, da das Restaurant am Donnerstag Ruhetag hat.
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Im Tölzer Hotel und Restaurant „Schlössl“ war am Donnerstagnachmittag ein Brand in einem Kellerraum ausgebrochen. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren keine Touristen im Haus. Wirt Reinhard Sieberer will nun die Schäden beseitigen und bald wieder eröffnen.

Bad Tölz „Na klar mache ich weiter. So weit fehlt es ja nicht“, sagt Reinhard Sieberer. Der Wirt des Tölzer „Schlössls“ im Badeteil ist nach dem Brand am Donnerstagnachmittag schon dabei, die Aufräumarbeiten zu organisieren. Seit seinem 24. Lebensjahr ist der heute 69-Jährige selbstständiger Wirt. „Ich habe mein ganzes Leben lang gearbeitet und ich kann mir auch gar nichts anderes vorstellen. Die Hände in den Schoß zu legen, das liegt mir einfach nicht.“

Am Donnerstag hatte Sieberer Glück im Unglück. Ein Mitarbeiter, der in der dritten Etage des Gebäudes wohnt, wollte gegen halb drei in die Stadt gehen und bemerkte deshalb den Qualm, der aufgrund des Schwelbrands im Keller nach draußen drang. Sofort wurde die Feuerwehr verständigt. Außerdem hatten die Rauchmelder in der ersten Etage bereits angeschlagen.

Bei dem Brand kamen keine Personen zu Schaden. Nur eines der 14 Hotelzimmer war zu diesem Zeitpunkt belegt. „Aber das Ehepaar, das dort wohnte, war gerade beim spazieren“, berichtet der Wirt. Andere Gäste waren schon tags zuvor abgereist.

Weil donnerstags im „Schlössl“ Ruhetag ist, befand sich Sieberer selbst zum Zeitpunkt des Unglücks in seinem Tiroler Heimatort Schwaz. „Da hat mich dann gegen 14.30 Uhr der Anruf meines Mitarbeiters erreicht“, erzählt der 69-Jährige.

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Die Tölzer Feuerwehr war dann mit sechs Einsatzfahrzeugen und 35 Mann schnell vor Ort und ging wegen der starken Rauchentwicklung mit Atemschutzgerät gegen das Feuer vor. Die Flammen, die sich in einem Kellerraum schon auf mehreren Quadratmetern ausgebreitet hatten, wurden zügig gelöscht. „Die Feuerwehr hat wirklich schnell und gut gearbeitet, so dass sich der Schaden noch in Grenzen hält“, lobt Sieberer die gute Arbeit der Einsatzkräfte.

Die Tölzer Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 15 000 Euro. Da der Kellerraum, in dem das Feuer ausbrach, lediglich als Lagerraum „für allerlei Krimskrams“ genutzt worden war, wurde lediglich eine Schankanlage durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. „Da sind etliche Schläuche regelrecht aufgeplatzt“, sagt Sieberer. Wesentlich schlimmer sei der Rauchgeruch, der sich im ganzen Haus ausgebreitet habe. „Da werden wir alle Wände abwaschen und dann bestimmt neu weißeln müssen“, schildert er die anstehenden Arbeiten.

Die Kriminalpolizei Weilheim untersucht derzeit, wie es zu dem Brand kommen konnte. Die Ermittlungen der Brandfahnder des zuständigen Fachkommissariats K 1 sind bislang noch zu keinem Ergebnis gekommen. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung.

Sieberer, der von 2004 bis 2009 die Gaststätte im Tölzer Eisstadion führte, ist jedenfalls guter Dinge, dass er gegen Ende des Monats Restaurant und Hotelbetrieb seines „Schlössls“ wieder aufnehmen kann.

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