Fürstenfeldbruck - Nach seinem Herzinfarkt kämpft sich Brucks OB Klaus Pleil ins Leben zurück. Inzwischen ist er nach Not-Operation und künstlichem Koma wieder ansprechbar. Doch der Weg zur Normalität ist noch lang.
Klaus Pleil verbrachte mit Ehefrau Claudia, Tochter Franziska und Freunden seinen Sommerurlaub in Podersdorf am Neusiedler See. Am Sonntagvormittag war er noch beim Surfen. Danach brach er auf dem Campingplatz leblos zusammen. Glücklicherweise waren zwei Krankenschwestern vor Ort. Eine arbeitet in einer Herzklinik. Eine Frau, die bei der Bergwacht ist, unterstützte die Schwestern bei der Ersten Hilfe. Es gelang ihnen, den 51-Jährigen wiederzubeleben.
Sein Bruder eilte sofort ins Krankenhaus
„Die Erstversorgung war sehr gut“, berichtet Dieter Pleil, der ältere Bruder des OB. Als er die schreckliche Nachricht erhielt, fuhr er mit dessen Sohn sofort ins Burgenland. Dieter Pleil berichtet, dass am Unglückstag der Notarzt in zehn Minuten vor Ort war. Klaus Pleil wurde ins Krankenhaus nach Eisenstadt gebracht, der knapp 14 000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt des Burgenlandes. In einer Not-Operation wurden dem Rathauschef drei Stents gesetzt – medizinische Implantate, die die Blutgefäße offen halten. Danach versetzten die Mediziner den OB ins künstliche Koma.
Am Montagnachmittag leiteten die Ärzte die Aufwachphase ein. „Mein Bruder macht super Fortschritte“, erzählt Dieter Pleil. Immer wieder sitzt der Stadtrat am Krankenbett in der Intensivstation. Vorgestern erhielt er endlich den ersehnten Beweis, dass Klaus bei Bewusstsein ist „Ich hab ihm gesagt, ,schau mir in die Augen, kannst du mich verstehen? Da hat er die Augen aufgemacht und genickt.‘“ Alleine diese kleine Geste habe den Kranken enorm angestrengt. „Der Arzt sagte, das ist wie wenn wir einen Zehn-Kilometer-Lauf machen.“ In Lebensgefahr schwebt Klaus Pleil nicht mehr. Er reagiert auf die Besucher, kann aber noch nicht sprechen.
"Er hat einen Schutzengel gehabt"
„Er hat einen Schutzengel gehabt“, sagt Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne). Sie führt derzeit die Geschäfte im Rathaus. Am späten Sonntagabend erhielt sie einen Anruf der Familie. Auf Wunsch der Angehörigen wurden zunächst nur die Fraktionssprecher und die Spitze der Brucker Bürgervereinigung (BBV) informiert. Gestern Vormittag sprach Geißler zu den Rathausangestellten und informierte die übrigen Stadträte. „Die Betroffenheit ist groß, einige haben geweint.“ Man merke, dass sie voll hinter ihrem OB stünden.
Stadträte, Bürgermeisterkollegen und viele Bürger sind geschockt. Vorzeichen für den Herzinfarkt gab es keine. Erst im Frühjahr habe Pleil ein Belastungs-EKG gemacht. Der Befund sei unauffällig gewesen, berichtet sein Bruder. Zudem ist der OB sportlich, auch wenn der passionierte Radler und Skifahrer in der letzten Zeit durch sein Amt nicht mehr so viel trainieren konnte wie früher. Ob der Stress des Bürgermeisteramtes eine Ursache für die Herzattacke ist, sei fraglich, sagt Dieter Pleil. „Ich habe ihm oft gesagt, er muss sich schonen.“ Doch er habe alles gegeben.
Wie lange die Reha dauert ist unklar
Klaus Pleil muss vermutlich noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben. Danach folgt eine Reha. Wie lange die dauert, ist ungewiss. „Wir werden mit drei bis vier
Wochen rechnen müssen, vielleicht auch länger“, sagt Karin Geißler.
Bei Pleils politischer Gruppierung, der Brucker Bürgervereinigung, ist der Schrecken groß. Am 9. Oktober wollte die BBV ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Darüber werde man bei Zeiten mit Pleil sprechen, sagt Fraktionschef Klaus Quinten. „Wenn es so gut weiter geht, werden wir es wohl machen, wenn nicht, blasen wir es ab.“ Nun hoffen alle, dass die Genesung weiterhin so positiv verläuft. Pleils Ehefrau Claudia und Tochter Franziska bleiben in Österreich. Auch Freund Karl Danke ist dorthin gereist. Bruder Dieter Pleil fuhr gestern das Wohnmobil zurück nach Bruck. (imu)
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