VonSilke Schederschließen
Die gute Nachricht zuerst: Pfarrer Ludwig Scheiel geht es nach einem Herzinfarkt Anfang Oktober wieder gut. „Er ist wohlauf“, sagt Diakon Joachim Baumann. Nicht ganz so erfreulich: Bis zur Rückkehr des 66-Jährigen müssen im Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern, zu dem auch Greiling gehört, werktags die Eucharistie-Feiern ausfallen.
Gaißach/Reichersbeuern/Greiling – Gerade an den Wochenenden sei aber sichergestellt, dass die Gemeinde zum Gottesdienst zusammenkommen könne: Das erzbischöfliche Ordinariat München schickt laut Baumann Priester zur Aushilfe. Ansonsten versucht der Diakon zusammen mit den Wortgottesdienst-Leitern, die Zeit bis zur Rückkehr von Pfarrer Scheiel so gut wie möglich zu überbrücken.
Wann der 66-Jährige seine Arbeit im Pfarrverband wieder aufnehmen kann, steht noch nicht fest. Derzeit befindet sich Pfarrer Scheiel in einer Reha-Einrichtung. Der Aufenthalt in so einer Klinik dauert in der Regel drei Wochen, kann aber bei Bedarf verlängert werden. „Wenn er zurück ist, werden wir gemeinsam entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Baumann. Nach einem so einschneidenden Erlebnis wie einem Herzinfarkt könne es kein „weiter so“ geben.
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Die Zeit in der Reha-Klinik will Pfarrer Scheiel nicht nur dazu nutzen, um körperlich wieder fit zu werden. Er sieht den Aufenthalt als „Auszeit“ an. Das teilte er den Gläubigen am vergangenen Wochenende in einem Brief mit, der in allen Pfarrgottesdiensten verlesen worden war. Er wolle nachspüren, wie es für ihn weitergehen kann, heißt es in dem Schreiben. „Außerdem hat er darum gebeten, dass ihn die Gemeinde in ihre Gebete miteinschließt“, sagt Baumann.
Von Besuchen oder telefonischen Genesungswünschen bittet Pfarrer Scheiel dagegen abzusehen. Er wolle sich ganz auf sich selbst konzentrieren, sagt Diakon Baumann. „Das hat nichts damit zu tun, dass er seine Gemeinde nicht mag.“
Im Mai dieses Jahres hatte Pfarrer Scheiel in der Gesprächsreihe des Kreisbildungswerks „Reden über Gott und die Welt“ angekündigt, am 31. August 2020 in den Ruhestand gehen zu wollen. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich an diesen Plänen etwas geändert hat.
Für die Gläubigen wichtig zu wissen: Statt bisher alle zwei bis drei Wochen erscheint die Gottesdienstordnung nun wöchentlich. Sie liegt in den Kirchen aus und wird in den Schaukästen ausgehängt. Zu Beginn des Wochenendes veröffentlicht sie der Pfarrverband auch auf seiner Homepage. Wegen technischer Probleme war das am Freitag nicht möglich.
