VonCarl-Christian Eickschließen
Wolfratshausen – Nach dem Aus von Möbel Mahler: Der Media-Saturn-Holding ist „sehr viel daran gelegen“, eine Media-Markt-Filiale zu eröffnen. Der Bürgermeister hat große Hoffnungen.
Möbel Mahler im Wolfratshauser Gewerbegebiet ist seit Rosenmontag um 19 Uhr Geschichte. Das Einrichtungshaus ist nach 34 Jahren geschlossen worden, der Blick des Bürgermeisters richtet sich nach vorne.
Das Möbel-Mahler-Gebäude gehört XXXLutz
Gekauft hat die prominente Immobilie am Autobahnzubringer wie berichtet der Branchenprimus XXX Lutz aus Wels in Österreich. Zu seinen Plänen sagt der Möbelriese, der deutschlandweit 37 Filialen betreibt, noch nichts. Frühestens im März oder April wolle man ein Nutzungskonzept vorstellen, kündigt Unternehmenssprecher Julian Viering an. Das könnte nicht zuletzt „tarifrechtliche Gründe haben“, sagt der Wolfratshauser Rathauschef. Die Gewerkschaft Verdi hatte bereits im November vergangenen Jahres gemutmaßt, dass alle Mahler-Mitarbeiter zunächst von XXX Lutz „freigesetzt“ werden, um sie anschließend zu deutlich schlechteren Konditionen wieder anzuwerben.
Im Zuge der Möbelhaus-Schließung hatte Heilinglechner eine Kooperation von XXX Lutz und der Media-Saturn-Holding angeregt. Er vermittelte Gespräche zwischen Wels in Oberösterreich und der Media-Markt-Zentrale in Ingolstadt – und legte anschließend nicht die Hände in den Schoß. Auf Nachfrage unserer Zeitung zeigte sich Heilinglechner am Donnerstag vorsichtig optimistisch. Wenige Minuten zuvor hatte er nach eigenen Worten ein Telefongespräch mit einem Media-Markt-Verantwortlichen geführt.
Bürgermeister Heilinglechner: Media-Markt auf Eröffnung "sehr erpicht"
Das Fazit: Man sei „sehr darauf erpicht“, eine Filiale in der Flößerstadt zu öffnen. Der Elektronik-Fachmarktkette sei offenbar „sehr viel daran gelegen“, berichtet der Bürgermeister. Er stehe „voll und ganz“ hinter dem ehrgeizigen Projekt: „Ich werde alles dafür unternehmen, was in meiner Macht steht.“ Sollte eine Symbiose von XXX Lutz und der Saturn-Media-Holding am ehemaligen Mahler-Standort am Hans-Urmiller-Ring scheitern, will Heilinglechner die Flinte nicht ins Korn werfen. Das „klare Interesse“ von Media Markt am Standort Wolfratshausen bedeute für ihn, dass den Ingolstädtern eventuell alternative Liegenschaften angeboten werden müssten. Den Fisch von der Angel lassen will der Bürgermeister nicht so schnell.
Unkenrufern, die nach Bekanntwerden der Idee, den Elektronikfachmarkt an die Loisach zu locken, Zweifel angemeldet hatten, widerspricht der Bürgermeister. Dass Media Markt Städte unter 70 000 Einwohnern Größe meiden würde – wie von Wettbewerbern behauptet – stimme nicht. Wolfratshausen sei laut Saturn-Media-Holding „ein weißer Fleck“, auf dem der Konzern künftig gerne seine Flagge hissen wolle.
Könnte auch Wolfratshausen von der Ansiedlung profitieren?
Die nächstgelegenen Media-Markt-Filialen stehen in Weilheim beziehungsweise München-Solln. Von einer Neuansiedlung in Wolfratshausen könnten nicht nur potentielle Kunden profitieren, sondern auch die Kommune, betont Heilinglechner. Media Markt würde an den jeweiligen Standorten GmbHs gründen – und demnach im Falle des Falles die Gewerbesteuer „nicht in Buxtehude, sondern bei uns entrichten“. Bei der Saturn-Media-Holding in Ingolstadt hüllt man sich in Schweigen. Eine Unternehmenssprecherin stellt höflich, aber mit Nachdruck fest: „Zu Standortgerüchten äußern wir uns grundsätzlich nicht."
cce
