Besonders die Kartonagen quellen mit Paketschachteln über

Nach den Weihnachtsfeiertagen sind die Müllcontainer randvoll: Aber keine Ausnahmezustände an den Wertstoffhöfen

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Randvoll sind in der Weihnachtszeit die Container für die Entsorgung von Kartonagen, wie hier auf der Deponie am Vorberg in Greiling. Das liegt daran, dass viele Menschen die Geschenke im Internet bestellen.
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Weihnachten ist das Fest der Geschenke – für die Abfallwirtschaft bedeutet das vor allem mehr Verpackungsmüll nach den Feiertagen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Weil der Onlinehandel zunimmt, müssen die Bürger nach den Feiertagen mehr Kartonagen entsorgen. Reiner Späth, Vorstand und Geschäftsführer der WGV Quarzbichl, beobachtet diese, wie er sagt, „schleichende Entwicklung“ seit fünf Jahren.

Im Gegensatz zum Landkreis Erding, wo nach den Weihnachtsfeiertagen die Container regelrecht überquollen, bewegte sich das Aufkommen im hiesigen Landkreis in den gewohnten Bahnen nach Feiertagen. „Es ist immer eine schwere Zeit“, sagt Späth. Es komme „kurz und geballt“: „Nach Weihnachten haben wir immer ein erhöhtes Aufkommen. Aber es war nicht so schlimm, dass wir es nicht mehr bewältigen konnten“, sagt der Geschäftsführer. Es staue sich zwar in der Anlage, „aber es fließt auch wieder ab“, beschreibt Späth das Arbeitsaufkommen bei der WGV. Dass es zu solchen Stoßmengen komme, sei auch darauf zurückzuführen, dass aufgrund der Feiertage die Wertstoffhöfe weniger Öffnungstage haben.

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Die Einführung der Verpackungstonne hat sich aus Sicht der WGV übrigens rentiert. Im Landkreis werden monatlich zwischen 260 und 280 Tonnen Leichtverpackung gesammelt, das entspricht einer Jahresmenge von rund 3150 Tonnen. Pro Kopf sind das 25 Kilo pro Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2017, als man die Leichtverpackungen noch selbst zum Wertstoffhof bringen musste, waren es pro Kopf und Jahr 12,3 Kilogramm. Im Vergleich zu 2017 ist die Restmüllmenge um sechs Prozent gesunken. „Es zeigt sich nicht nur im Feedback vieler Kunden, sondern auch an den nackten Zahlen, dass die Verpackungstonne gut angenommen wird und Restmüll dadurch vermieden werden kann“, konstatiert die WGV in einer Pressemitteilung.

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Die Verpackungen werden in zwei Sortieranlagen nach München gebracht und dort in hochspezialisierten Anlagen entsprechend verarbeitet. Alles, was kleiner ist als 3,5 Zentimeter, wird abgesiebt und verbrannt. Wer Abfall in die Gelbe Tonne wirft, sollte auch darauf achten, dass man Verpackungen nicht ineinander stopft, sondern einzeln hineinwirft. Außerdem wird darum gebeten, keine Spraydosen in die Tonne zu werfen – laut WGV kommt es immer wieder zu Explosionen: Die Dosen sollte man beim Giftmobil abgeben oder samstags nach Quarzbichl bringen.

Im Landkreis sind es nur wenige Haushalte, die keine Gelbe Tonne haben, so Reiner Späth. Meist seien es Bewohner in engen Altstadtbereichen, die keinen Platz für eine weitere Tonne hätten. Sie können ihre Leichtverpackungen ab 2019 nur noch in den Wertstoffhöfen in Bad Tölz und auf der Deponie in Greiling sowie am Wertstoffhof in Wolfratshausen, in Geretsried am Malvenweg und in Quarzbichl abgeben. Aus den anderen Wertstoffhöfen wurden die Sammelbehälter zum Jahresende abgezogen.

Und noch etwas ist wichtig: Späth nimmt Bezug auf ein Gerücht, demzufolge alle Wertstoffhöfe im Landkreis geschlossen werden sollen. „Das ist totaler Unsinn“, sagt der Geschäftsführer. „Sie bleiben so bestehen, wie sie sind.“

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