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Jede Menge los war beim Nachtflohmarkt in Bad Tölz. Händler und Gäste gerieten ins Schwärmen - auch wenn die Besucherzahl vom Vorjahr offenbar nicht ganz erreicht wurde.
Bad Tölz – Meist ist spätabends auf den Straßen von Bad Tölz nicht allzu viel los. Es gibt aber ein paar Tage im Jahr, da wird es richtig eng: wenn die Leonhardifahrt ansteht zum Beispiel oder wenn die „Nacht der blauen Wunder“ Konzertbesucher anlockt. Und wenn zugleich das Sommerfest des SC Rot-Weiß Bad Tölz und der Nachtflohmarkt stattfinden. Flohmarkt-Veranstalter Christian Gutmair geht zwar davon aus, dass am Samstagabend etwas weniger Besucher als im Vorjahr ans Isarufer und in die Marktstraße strömten (damals waren es rund 10.000). Doch diejenigen, die da waren, seien fast alle im selben Moment angekommen: „Und so hat in der Stadt wieder ganz schön der Bär gesteppt.“
Hörte man sich am Samstagabend bei den Flohmarkt-Händlern um, so gerieten die meisten geradezu ins Schwärmen. Die Münchnerin Patricia Guß hatte ihren Stand am Isarufer zwischen dem Steg und der Brücke aufgebaut. Mit ihren Armen zeichnete sie einen Bogen vom Kalvarienberg über die Isarpromenade zur Innenstadt: „Die beleuchtete Kirche, die Lüftlmalerei – Tölz ist so eine schöne Stadt. Das ist gigantisch, da geht einem das Herz auf. Man spürt, dass man hier mitten in Bayern ist.“
Hinzu komme die „tolle Organisation“ des Flohmarkts: „Als wir uns in Februar angemeldet haben, haben wir schnell eine Antwort bekommen. Und als wir eine Änderung an unserem Stand wollten, wurde uns wieder sofort geantwortet.“ Nicht zuletzt freute sie sich über die „nicht teure“ Standmiete. Etwas bedauerlich fand Patricia Guß nur, dass mittlerweile für ihren Geschmack etwas zu viele gewerbliche Händler vertreten seien: „Dadurch geht etwas Flair verloren.“
Nachflohmarkt in Bad Tölz: „Super Flair, und die Leute sind supergut drauf“
„Einmal Nachtflohmarkt ist für uns wie zwei Wochen Urlaub“, sagte die Münchnerin Ursula Diehl. Die Kundschaft – gleich welcher Nationalität – sei beim Nachtflohmarkt „ausnehmend nett“. Was für sie besonders wichtig ist: „Beim Nachtflohmarkt muss man nicht wie bei anderen Flohmärkten schon um 5 Uhr morgens aufstehen.“
Ein paar Meter isaraufwärts hatte Irene Steele ihren Stand aufgebaut. Ein Vermögen könne man bei Flohmärkten nicht verdienen, sagt die Höhenkirchnerin: „Aber hier ist es immer lustig, man trifft viele nette Leute, alles ist ordentlich, und die Musik vom Sommerfest ist auch wunderbar. Alles ist perfekt, inklusive der Organisation.“
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Ebenso euphorisch war Sabine Sedlbauer, die in der Marktstraße auf Kundschaft wartete: „Hier ist es traumhaft schön, weil die Stadt ein super Flair hat und die Leute supergut drauf sind.“ Die Tölzer Nachtflohmarkt sei der einzige, bei dem sie mitmacht: „Mir geht es da nur um den Spaß.“
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Organisator Gutmair hatte seinen Platz am Parkplatz bei den Much-Garagen, wirkte ebenso zufrieden wie entspannt und erinnerte sich an die Anfänge vor zwölf Jahren: „Dass das Sommerfest und der Flohmarkt an einem Tag stattfinden, war eine Notlösung, weil wir Termin-Schwierigkeiten hatten.“ Schnell aber habe sich die Zusammenlegung, auch wegen der gemeinsamen Infrastruktur, bewährt: „Wir haben was davon, der Verein hat schöne Einnahmen – so soll es sein.“
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Beim Flohmarkt kämen „chillige junge Leute“ mit „alten Flohmarkt-Hasen“ ins Gespräch, „und das nicht nur über Whatsapp“. Zwischenfälle habe es keine gegeben. Er könne sich 100-prozentig auf sein Organisationsteam verlassen und erhalte ausschließlich positive Rückmeldungen.

