VonDieter Dorbyschließen
Monatelang zeichnete sich kaum ab, wer in Miesbach 2020 die Nachfolge von Ingrid Pongratz als Bürgermeisterin abtreten könnte. Doch jetzt wird nominiert. Nach der FDP will die CSU heute Abend ihren Kandidaten aufstellen. Sein Name bleibt bis dahin aber geheim.
Auf einmal geht es doch recht zügig. Der CSU-Ortsverband Miesbach trifft sich heute Abend, um das Mitglied zu benennen, das sich 2020 für die Nachfolge von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) zur Wahl stellen wird. Wer dies sein soll, hält die Partei derzeit gut unter Verschluss. Erst am Mittwoch soll das Geheimnis offiziell gelüftet werden.
Da es sich um eine Aufstellungsversammlung handelt, sei die Nichtöffentlichkeit naheliegend, erklärt CSU-Ortsvorsitzender Gerhard Braunmiller. Wen der Ortsverband aufstellen will, bleibt geheim. „Man weiß ja nie, was passiert“, sagt Braunmiller. „Fakt ist ist, dass es einen Kandidaten
gibt. Wir werden sehen, was passiert.“
Dabei darf man davon ausgehen, dass die CSU nicht unreflektiert auf die Jugend setzen wird. Für die gerade erst in einer Kampfabstimmung als JU-Kreisvorsitzende abgewählte Verena Assum (wir berichteten) wäre eine Nominierung vielleicht ein versöhnlicher Ausgleich, jedoch dürfte dieser Schritt für die 32-Jährige aktuell zu früh kommen.
Ebenso dürfte es für die CSU keine Option sein, sich auf Walter Fraunhofer als parteilosen Kandidaten zu verständigen. Der Ex-Kommandant der Miesbacher Feuerwehr gehört bekanntlich der Stadtratsfraktion der SPD an, ist aber kein Mitglied bei den Sozialdemokraten. Damit wäre es zumindest theoretisch denkbar, dass er im Fall einer Kandidatur von der CSU unterstützt werden könnte, falls diese keinen eigenen Bewerber findet. Als stärkste Fraktion im Stadtrat sind die Schwarzen aber geradezu verpflichtet, mit einem eigenen Kandidaten den Chefsessel im Rathaus zu verteidigen. Zumal in der nächsten Amtsperiode einige Themen mit Tragweite anstehen wie die etwaige Bebauung des Habererplatzes.
Wie Braunmiller bereits gegenüber unserer Zeitung festgestellt hat, gebe es einige interessante Namen allein in der CSU-Stadtratsfraktion – auch sich selbst hat er bislang nicht ausgeschlossen. Gut möglich also, dass der 52-Jährige selbst antritt.
Ob der Zeitpunkt jetzt im Sommer besonders gut geeignet ist, um einen Bürgermeisterkandidaten zu präsentieren, lässt Braunmiller dahin gestellt: „Wir haben jemanden. Warum sollen wir dann warten?“ Besser sei es, das Rätselraten zu beenden und die Zeit bis zum Wahltermin am 15. März 2020 zu nutzen. Wie SPD, Freie Wähler und Grüne darauf reagieren, bleibt abzuwarten.
ddy
+++ Update 26. Juni 2019 +++
