Isarspitz in Wolfratshausen

Illegale Einfamilienhäuser: Behörde in Bad Tölz macht Nägel mit Köpfen – Abriss jetzt schwarz auf weiß

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Die drei Schwarzbauten am Isarspitz in Wolfratshausen müssen abgerissen werden. Diese Entscheidung hat der Bauherr nun schwarz auf weiß.

Wolfratshausen – Die Untere Bauaufsichtsbehörde am Landratsamt in Bad Tölz hat ihren Worten jetzt Taten folgen lassen: Mit Blick auf die drei Schwarzbauten am Isarspitz im Wolfratshauser Stadtteil Weidach sind dem Bauherrn Abrissanordnungen zugestellt worden. Das berichtet die Pressesprecherin der Kreisbehörde, Marlis Peischer, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Illegale Einfamilienhäuser: Kreisbauamt in Bad Tölz hat Nägel mit Köpfen gemacht

Dem Eigentümer der Schwarzbauten am Isarspitz in Wolfratshausen hat die Untere Bauaufsichtsbehörde am Landratsamt Abrissanordnungen geschickt.

Die drei Abrissanordnungen für die Einfamilienhäuser am Isarspitz 24, 24a und 25 hat das Landratsamt nach Peischers Worten am 30. Januar an den Bauherrn versendet. Der Anordnung, die drei noch vermieteten Immobilen abzureißen, muss spätestens „zwölf Monate nach der Bestandskraft“ der Entscheidung Folge geleistet werden, erklärt Peischer. Das heißt: Die Uhr beginnt in dem Moment zu ticken, in dem „der Verwaltungsakt, um den es sich hier handelt“, nicht mehr juristisch angefochten werden kann. Derzeit hat der Bauherr die Möglichkeit, gegen die Abrissanordnungen des Kreisbauamts Rechtsmittel einzulegen. Auf die Anfrage unserer Zeitung per E-Mail, ob er dies tun wird, reagierte der Geretsrieder nicht.

Bayerischer Verwaltungsgerichtshof lehnte Klage in letzter Instanz ab

Wie berichtet hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in letzter Instanz eine Klage des Bauherrn abgewiesen, im Nachhinein eine Baugenehmigung für die am Isarspitz errichteten Häuser zu bekommen. Die Stadt Wolfratshausen lehnte es zudem ab, von ihrer Planungshoheit Gebrauch zu machen und die Gebäude mittels Aufstellung eines Bebauungsplans zu legalisieren.

Nicht von Erfolg gekrönt war darüber hinaus die Petition des Bauherrn, der bereits 50 000 Euro Geldbuße zahlen musste, an den bayerischen Landtag. Das zuständige Fachgremium – das zuvor eine Stellungnahme der Staatsregierung zu dem Fall eingeholt hatte – schlug sich auf die Seite der drei Mietparteien. Die Landespolitiker formulierten die „dringende Empfehlung“, den Mietern ein Jahr Zeit zu geben, um eine neue Bleibe zu finden, bevor der Abrissbagger anrollt. Ein Vorschlag, dem das Kreisbauamt entsprach.

Stadt Wolfratshausen kann nicht gezwungen werden, Baurecht zu schaffen

Der Berichterstatter im Ausschuss, der CSU-Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch aus dem Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost, ließ den Petenten wissen, dass der Abbruch der Immobilien wohl „unvermeidlich“ sei. Miskowitsch gab in einem Gespräch mit unserer Zeitung zu bedenken, das die Causa Isarspitz „juristisch durchdekliniert“ sei und die Kommune die Änderung des Bebauungsplans ablehne. Der Landtag, so der CSU-Politiker, könne die Stadt Wolfratshausen nicht zwingen, Baurecht zu schaffen. (cce)

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Rubriklistenbild: © Hermsdorf-Hiss/Archiv

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