VonManuel Eserschließen
213 Schweine sind auf einem Bauernhof bei Nandlstadt Mitte Juni qualvoll verendet. Jetzt hat die Tierschutzorganisation PETA Anzeige erstattet - und Forderungen gestellt.
Nandlstadt – Auf dem Hof im Gemeindegebiet Nandlstadt war es am 14. Juni am frühen Nachmittag zu einem Großeinsatz gekommen. Mit 30 Kräften rückten die Feuerwehren Baumgarten und Nandlstadt an. Mit Einweganzügen und Atemmasken ausgestattet, schafften sie die verendeten Tiere aus dem Stall in einen Spezialcontainer, mit dem diese abtransportiert wurden.
Auch das Veterinäramt war vor Ort und untersuchte die Tiere. „Deren Zustände weisen darauf hin, dass die Todesursache mit hoher Wahrscheinlichkeit Ersticken war“, teilte Robert Stangl, Sprecher des Landratsamts, mit. Die Lüftungsanlage in einem Teil des Stalls war in der Nacht vor dem Einsatz ausgefallen. Die Alarmanlage hatte nicht angeschlagen.
213 verendete Schweine: Defekte Lüftung als „Todesurteil“
„Schweine sind sehr hitzeempfindlich. Genau wie Hunde können sie nicht schwitzen“, erklärt Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETA-Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Fällt in den geschlossenen Stallsystemen die Lüftungsanlage über einen längeren Zeitraum aus, ist das meist das Todesurteil für die Tiere – verbunden mit einem langandauernden, qualvollen Erstickungskampf.“
Die Tierschützer wundern sich, warum die Alarmanlage nicht angeschlagen hatte. „Ob es ein Notstromaggregat gab, und warum dieses nicht angesprungen ist, muss ebenfalls geklärt werden“, betont die Organisation in einer Pressemitteilung. Sie fordert strengere Kontrollen der technischen Anlagen und eine Strafverfolgung bei bei Ausfällen, die zum Tod von Tieren führen.
PETA erstattet Anzeige wegen grober Fahrlässigkeit
Die Tierschützer haben den Verdacht, dass der Landwirt sich bei der Instandhaltung und Prüfung der Stalltechnik grober Fahrlässigkeit schuldig gemacht hat. Die Organisation hat deshalb Anzeige erstattet – allerdings gegen unbekannt, „da wir den Namen des Landwirts nicht kennen“, wie Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechtsabteilung von PETA, berichtet. „Zudem handelt es ich um Offizialdelikte, wo die Behörden selbst ermitteln müssen.“
Ein Ursachenermittler der Versicherung klärt derzeit, ob es einen technischen Defekt in der Lüftungsanlage gegeben hat. Eine schriftliche Erklärung liegt dem Landratsamt aber bisher nicht vor.
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