Wegen der modernen Architektur war und ist das Naturparkhaus Hinterriß umstritten. Nun wurde der 50.000 Besucher im Informationszentrum begrüßt.
Es zwei Erdinger, denen die Ehre zuteil wurde, 50 000. und 50 001. Besucher des Naturparkhauses Hinterriß zu sein. Die beiden Urlauber, die in der Eng Freunde besuchen, wurden von Hermann Sonntag mit der frohen Kunde überrascht, als sie das Museum betraten. Sonntag ist Geschäftsführer des Vereins Alpenpark Karwendel, der das Museum betreibt.
Das Haus, das im Juni 2009 eröffnet worden war, „hatte nicht die Form, die wir uns gewünscht hätten“, sagte Karl-Josef Schubert, der Bürgermeister der Gemeinde Vomp mit Blick auf die moderne Architektur, gegen die sich seinerzeit reichlich Widerstand geregt hatte. Das neue Museum sei, so Schubert, eine „schwere Geburt“ gewesen. Sein Fazit: „Im Mittelpunkt steht das gute Innere.“ In diesem guten Innern fand der Festakt statt, zu dem auch die Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe erschienen war. Charmant, aber doch nachdrücklich widersprach sie dem Bürgermeister: Das Gebäude sei sehr gelungen, weil es den eigenen, modernen Stil nicht zögerlich, sondern mutig umsetze.
Der Trägerverein stellte viel auf die Beine, um das Museum attraktiv zu machen: Von einem keltischen Labyrinth vor der Tür über einen einstündigen Erkundungspfad, den man mit GPS-Empfängern erkunden kann, bis zu einer stets aktuellen Bibliothek und Veranstaltungen reicht das Programm. „Ich freue mich, dass wir heute den Naturschutz feiern, der sonst oft in der Kritik steht“, sagte schließlich Felipe. War der Naturpark anfangs ein skeptisch beäugtes Konzept, so rissen sich Betriebe heute darum, unter die Dachmarke Naturpark aufgenommen zu werden. Als Tiroler sei man „draußen bei Mutter Natur daheim“, das Naturparkhaus bringe den respektvollen Umgang mit dieser Natur nahe. „Und Ausbildung bezieht sich keineswegs nur auf junge Leute, auch Erwachsene können sich hier ganz einfach schlau machen, ohne dass sie das Thema gleich studieren müssen.“ (jhd)
