Bedarfsplanung

Neubau an der Jahnschule muss sein: Tölz hat zu wenig Kindergarten-Plätze

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Auf dem Gelände der Tölzer Jahnschuke soll ein dreigruppiger Kindergarten unterkommen.

Ein dreigruppiger Kindergarten auf dem Jahnschul-Areal. Das ist nicht neu und war schon bei den Haushaltsberatungen der Stadt angekündigt worden. Im Stadtrat legte Kämmerer Hermann Forster als Basis der Entscheidung die neuesten Zahlen der Kindergarten-Bedarfsplanung vor. Sie machen den Bau sogar zu einer Pflichtaufgabe der Stadt.

Bad Tölz – Die Rechnung, die Forster aufmachte, schaut so aus: Derzeit kommen in der Kinderland-Krippe an der General-Patton-Straße sowie im Lebenshilfe-Haus an der Peter-Freisl-Straße 45 Mädchen und Buben unter. Beides sind aber nur provisorische Lösungen, da das sanierungsbedürftige Lebenshilfe-Haus mittelfristig wohl abgerissen werde und die Räume in der Krippe zeitlich bis 31. August 2019 befristet sind. Hinzu kommt ein Fehlbedarf von 26 Plätzen, was summa summarum 71 Plätze ergibt.

Diese Plätze will die Stadt in dem dreigruppigen Kindergarten unterbringen, der auf dem Gelände der Jahnschule entstehen soll, wenn die alte Turnhalle und die nicht mehr benötigten Anbauten (derzeit genutzt vom Rathaus) abgerissen werden. Auf der Fläche sollen auch die Schulaula sowie die Probenräume für die Stadtkapelle entstehen.

Anton Mayer (CSU) hielt das Verkehrsaufkommen an der Jahnstraße für zu hoch und regte an, stattdessen den neuen Kindergarten in Ellbach zu errichten. „Da könnte man dafür das alte Schulhaus wegreißen.“ Dieser Lösung gab der Kämmerer freilich keine Realisierungschance. „Dann ziehen wir ja den Verkehr nach Ellbach hinaus.“ Der Bedarf an Kindergartenplätzen herrsche schließlich vor allem in der Kreisstadt.

Im Rahmen des Neubaus an der Jahnschule werde zudem darauf geachtet, dass ausreichend Zufahrts- und Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Mit den unterschiedlichen Nutzungen zu allen Tageszeiten „schlagen wir hier viele Fliegen mit einer Klappe“.

Ingo Mehner (CSU) wollte wissen, ob man nicht noch andere Kindergarten-Standorte prüfen solle. Sein wahrscheinlicher Gegenkandidat bei den Bürgermeisterwahlen im Jahr 2020, Michael Lindmair (FWG), gab umgehend Contra: „Der Standort ist super. Hier sind viele Nutzungen und Synergien.“

Forster war derselben Meinung. „Wir haben unsere Kindergärten eigentlich ganz gut über das Stadtgebiet verteilt. Der neue Kindergarten passt da gut hin.“

Christoph Schnitzer

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