Areal westlich Feuerwehrhaus

Neubaugebiet in Benediktbeuern: Aus 171 Interessenten werden 40 Bewerber

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Auf der Wiese neben dem Feuerwehrhaus entsteht neuer Wohnraum für Einheimische.
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Weit weniger Bürger als erwartet bewerben sich um einen Bauplatz neben dem Feuerwehrhaus in Benediktbeuern. Die Gemeinde hatte einen umfangreichen Kriterienkatalog aufgestellt.

Benediktbeuern – Vor wenigen Tagen endete in Benediktbeuern die Bewerbungsfrist für ein Grundstück am neuen Feuerwehrhaus. „40 Anträge sind eingegangen“, sagte Bürgermeister Toni Ortlieb am Mittwoch im Gemeinderat. Das sind weit weniger als gedacht: Wie berichtet, hatten sich in den vergangenen Monaten bei der Gemeinde 171 Interessenten gemeldet. Zu vergeben sind 19 Parzellen im Einheimischenmodell.

„Wir haben mit viel mehr Anträgen gerechnet“, sagte Petra Süsens, die Geschäftsleiterin der Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern-Bichl, auf Nachfrage des Tölzer Kurier am Donnerstag. Süsens geht davon aus, dass viele Interessierte die Vergabekriterien nicht erfüllen. „Ich denke, die Einkommensgrenzen waren für viele ausschlaggebend. Aber wir wollen ja bewusst einkommensschwächeren Familien die Möglichkeit geben, hier zu bauen.“

Der Quadratmeterpreis liegt bei 350 Euro. Die 19 Parzellen können mit zwei Zweifamilienhäusern, vier Doppelhaushälften und drei Dreispännern bebaut werden. Die Gemeinde hatte monatelang über die Vergaberichtlinien diskutiert und arbeitet mit einem Münchner Fachanwalt zusammen, der auch das Auswahlverfahren der Bewerber durchführt. Die Antragsteller dürfen kein Baugrundstück in der Gemeinde haben, auch nicht via Ehegatte, Eltern oder durch eine Lebensgemeinschaft. Das Jahreseinkommen darf bei Alleinstehenden nicht über 43 545 Euro liegen, bei Verheirateten gelten 87 090 Euro als Grenze. Hinzu kommen 7620 Euro pro Kind. Insgesamt darf das Vermögen der Antragsteller nicht über 275 000 Euro liegen.

Für das Vergabe-Verfahren wird ein Punkte-Katalog erstellt. Wer seit 2007 seinen Hauptwohnsitz oder Hauptberuf in Benediktbeuern hat und sich seit mindestens einem Jahr ehrenamtlich engagiert, sammelt entsprechend Punkte – am meisten, wenn man mehr als fünf Jahre mehr als 25 Stunden pro Monat für die Allgemeinheit engagiert ist. Berücksichtigt wird beispielsweise auch, wenn eine zu pflegende Person im Haushalt lebt. Auch ein Behinderungsgrad kann im Punkte-System geltend gemacht werden.

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Der Gemeinderat ging am Mittwochabend die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange durch. Wesentliche Einwände gibt es jedoch nicht. Juristische Klagen von Bürgern gegen das Vergabe-Verfahren sind laut Süsens bei der Gemeinde nicht eingegangen. Die Kanzlei in München wird in den kommenden acht Wochen die Auswertung vornehmen und eine Rangfolge der Bewerber festlegen. Dem Gemeinderat werden dann die Ergebnisse mitgeteilt. Der Rat muss einen Beschluss fassen beziehungsweise bei Problemfällen die Lage besprechen. „Wenn alles reibungslos geht, können wir im Mai die Notartermine vereinbaren“, sagt Süsens.

Von Seiten der Gemeinde ist für den Bereich am Feuerwehrhaus alles fertig, sprich die Grundstücke sind erschlossen. Wer den Zuschlag erhält, muss spätestens drei Jahre nach Kaufvertrag mit dem Rohbau beginnen und das Haus 20 Jahre ab Einzug selbst bewohnen.

Alle Infos zur Kommunalwahl im Tölzer Land gibt‘s hier

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