Verkehrschaos auf der Flinthöhe

Neue Ampelanlagen auf Flinthöhe: Autofahrer machen ihrem Unmut Luft

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Das tägliche Verkehrschaos auf der Flinthöhe nervt alle Verkehrsteilnehmer.
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Nach der jüngsten technischen Störung der neuen Ampeln auf der Tölzer Flinthöhe sieht das Staatliche Bauamt den Anlagenbauer in der Pflicht. Die leidgeplagten Autofahrer machen ihren Ärger derweil im Internet Luft.

Bad Tölz – „Schlimmer als je zuvor“, „eine Katastrophe“, „untragbare Zustände“: Diese und viele andere verärgerte Kommentare schrieben Leser im Internet unter den Artikel über die jüngste Störung der neuen Ampelanlagen auf der Tölzer Flinthöhe. „Warum sieht das keiner“, fragt eine Autofahrerin aus Kochel am See frustriert.

Das Verkehrschaos werde im Staatlichen Bauamt Weilheim sehr wohl registriert, entgegnet Projektleiter Stefan Vogt. „Wir sitzen selbst auf heißen Kohlen.“ Es sei offenkundig, dass die neuen Anlagen nicht rund liefen. Erst am Freitag gab es ein Krisentreffen vor Ort, zu dem neben Vogt auch Vertreter des Anlagenbauers sowie der zuständige Verkehrsplaner kamen. „Das war sehr hilfreich, wir sind ein gutes Stückchen weiter gekommen“, sagt Vogt.

Koordination zwischen Ampeln funktioniert nicht

So habe sich herauskristallisiert, dass die Koordination zwischen den drei Ampelanlagen nicht richtig funktioniere. Zur Veranschaulichung nennt Vogt ein Beispiel: Wenn die Ampel am Haupttor der Flintkaserne einen Stau registriere und entsprechend die Schaltung ändere, die beiden anderen Anlagen (an den Einmündungen Albert-Schäffenacker- und Sachsenkamer Straße) aber im regulären Betrieb verblieben, führe das zu Rückstauungen.

Davon gab es seit Inbetriebnahme der neuen Anlagen Ende August jede Menge. Tina Gröger kann ein (Klage-)Lied davon singen. „Es ist chaotisch“, sagt Gröger, die in dem Wohngebiet an der Auguste-Wittig-Straße lebt. Sie und alle anderen Anwohner planten inzwischen eine halbe Stunde Zeit mehr ein, wenn sie mit dem Auto irgendwohin müssen.

Das Problem: Selbst, wenn die Ampel am Ende der Albert-Schäffenacker-Straße grün zeigt, können die Autofahrer nicht nach links auf die B 472 abbiegen, weil die Bundesstraße verstopft ist. Bis zu drei Grünphasen vergehen Gröger zufolge oft, ehe die Autofahrer es schaffen, abzubiegen. Auch weiter oben vom Gewerbering aus gibt es laut Gröger für Linksabbieger kaum ein Durchkommen: Die staugeplagten Autofahrer aus Richtung Greiling ließen kaum andere Verkehrsteilnehmer einfahren.

Die Problematik gilt aus Sicht vieler Autofahrer für die gesamte Flinthöhe: „Diese Ampelanlagen schaffen das Kunststück, dass der Verkehr jetzt überall staut“, schreibt ein Tölzer auf der Facebook-Seite des Tölzer Kurier.

Projektleiter hat „vollstes Verständnis“

Stefan Vogt vom Bauamt kann den Frust der Anwohner und Pendler verstehen. „Sie haben mein vollstes Verständnis.“ Der Projektleiter sieht neben dem Planer aber vor allem den Anlagenbauer in der Pflicht. Das Bauamt sei schließlich nur der Bauherr. „Wir machen Druck und hoffen, dass bald eine akzeptable Lösung gefunden wird.“

Die Störung vom Wochenende hat laut Vogt übrigens nichts mit dem holprigen Start des regulären Betriebs zu tun. „Ich gehe davon aus, dass das zwei Paar Schuhe sind.“ Wie berichtet zeigten die Ampeln auf der B 472 im Bereich der Flinthöhe am Freitag- und Samstagabend dauerhaft grün, während die Autofahrer auf den Zufahrtsstraßen ausschließlich rot sahen. Die Polizei übernahm die Verkehrsregelung. Kurz nach 23 Uhr floß der Verkehr wieder, nachdem die Ampeln abgeschaltet worden waren. Die Ursache der Störung bleibt unklar. Die zuständige Firma war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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