Gegenwind für Martin Bormann

Durchgesickert: Neue Gruppe will Attenkirchens Bürgermeister herausfordern

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Mathias Kern (SPD, r.) möchte Bürgermeister von Attenkirchen werden - Martin Bormann will es bleiben.
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In Attenkirchen wird sich eine neue politische Gruppierung bilden. Und sie wird einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Die Personalie scheint bereits fix.

Attenkirchen – Die Bürgernahe Gruppe (mit acht Sitzen und Bürgermeister Martin Bormann) und die Unabhängige Wählergemeinschaft (mit sechs Sitzen) haben in den vergangenen fünf Jahren das politische Geschehen in Attenkirchen bestimmt. Und sie haben sich des Öfteren heftig bekämpft, die Stimmung im Gremium war oft gereizt, manchmal von Vorwürfen und Streit geprägt.

Ab 2020 dürfte es andere Kräfteverhältnisse geben: Denn wie dem Freisinger Tagblatt jetzt aus anonymer Quelle mitgeteilt wurde, soll sich eine neue Gruppierung bilden. Eine entsprechende Liste befinde sich schon in Arbeit. Und vor allem habe man auch einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten ins Auge gefasst, der im März 2020 gegen Bormann antreten will: Mathias Kern aus Pfettrach. Der ist zwar Vorsitzender des Moosburger SPD-Ortsverbands, doch dieser umfasst auch das Gemeindegebiet Attenkirchen. Dort plane er jetzt, den Rathaus-Chefsessel zu erobern.

Mathias Kern zeigt sich befremdet über anonymes Schreiben

Kern wollte mit dieser neuen Entwicklung eigentlich erst im September an die Öffentlichkeit gehen, zeigte sich befremdet über das anonyme Schreiben – bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung aber, dass sich Leute zu einer neuen Gruppierung zusammenfinden. Kern betonte allerdings, dass es noch keine Gründungsversammlung gegeben habe, dass er auch (noch) nicht als Bürgermeister-Kandidat nominiert sei. Ob der künftige Name Attenkirchener Mitte ist, wie aus manchen Kreisen kolportiert wurde, diese Entscheidung sei noch nicht gefallen. Mehr wollte Kern zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verraten.

Bürgermeister Martin Bormann nahm die Nachricht, dass es eine neue Gruppierung geben werde, gelassen hin: Er verstehe sich mit Kern, er erwarte von dieser Seite keinen schmutzigen Wahlkampf. Gerüchte, die BG habe sich sozusagen selbst zerlegt, dementiert Bormann. 

Eine Gemeinderätin hat die Fraktion offenbar bereits verlassen

Lediglich Gemeinderätin Birgit Salzbrunn hat offenbar schon vor längerer Zeit die Fraktion verlassen und wird sich der neuen Gruppierung anschließen. Kern betont, dass sich die neue Vereinigung zu einem Teil aus beiden Lagern in der Gemeinde rekrutiere.

Mehr Ärger bereitet Bormann da die UWG: Kaum eine Ratssitzung, in der er sich nicht gegen in seinen Augen haarsträubende Kritik wehren müsse. Ob von dieser Seite auch ein Gegenkandidat aufgestellt wird, ist noch nicht bekannt.

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